Auch an mir geht die fortschreitende Technisierung und der damit verbundene Stromverbrauch nicht spurlos vorbei. Über die Jahre besitzt man immer mehr Helferlein die ihre Energie aus der Steckdose beziehen und damit die EVUs nähren. Mit der aktuellen Stromrechnung ist mir jetzt etwas passiert, das mir in 20 Jahren selbstbezahltem Stromverbrauch noch nie passiert ist: Im Vergleich zum vorangegangen Jahr habe ich weniger Strom verbraucht und bekomme zu allem Glück auch noch eine Gutschrift. Um satte 577 kWh haben wir den Stromverbrauch verringert, das entspricht etwa 14%.
Jetzt wüsste ich nur noch gerne worin die Verringerung ihre Ursache hat. Zum Leidwesen meiner Frau bin ich seit Jahren ein geradzu
penetranter konsequenter "Ausschalter". In keinem Raum darf das Licht auch nur eine Sekunde länger brennen als unbedingt nötig und alle Standby-Monster haben entweder eine echten Schalter implanitert bekommen oder hängen an einer schaltbaren Steckdosenleiste. Es wurde auch kein Großverbraucher gegen einen energiesparenden Nachfolger ausgetauscht, bei Lichte betrachtet kam sogar ein neuer hinzu. Nach der Geburt unseres Sohnes haben wir uns wieder einen Wäschetrockner angeschafft, das war zwar noch 2006, so richtig in Schwung kam der aber erst letztes Jahr.
Da kann ich mich gar nicht richtig über die Einsparung freuen wenn mir die Ursache so schleierhaft ist. Die 5 letzten 60W Glühlampen, die gegen Energiesparlampen ausgetauscht wurden können es auch nicht sein, dienen sie doch der Beleuchtung von Nebenräumen, die kaum einmal, und wenn nur wenige Minuten lang betreten werden. Der Umstieg von einem PC auf ein Notebook spart mir zwar rechnerisch 730 kWh im Jahr, das wirkte sich aber 2007 noch nicht aus, da ich erst im November den PC aufs Altenteil geschickt habe.
Eine letzte Vermutung die mir bleibt, ist meine Werkstatt. Dort haben sich reichlich Spinnweben angesammelt und das Regal mit den Elektrowerkzeugen ist verwaist. Tatsächlich habe ich im letzten Jahr so gut wie nie den Hobby-Schreiner gegeben und Umbauaktion am Haus haben sich auf das Zuspachteln von Bohrlöchern beschränkt. Kreissäge und Konsorten sind bei Freunden ausgeliehen und bereichern deren
Stromrechnung Freizeit. Jetzt frage ich mich nur was besser ist, die Maschinen wieder herbeischaffen um meinen handwerklichen Tatendrang auszuleben oder alles so zu lassen wie es ist. Irgendwie fehlt mir schon etwas wenn ich, zumindest bei den Tätigkeiten die ich halbwegs beherrsche, nicht selbst zum Werkzeug greifen kann.
Aber Standby gibt es bei mir schon lange nicht mehr. Ebenso keine Radiowecker oder ähnliches Gedöns.
Gerhard Zirkel