In einem Interview (Mitschnitt als mp3) beim Deutschlandradio betont Klaus Töpfer, dass die "entwickelten" Länder massgeblich an der aktuellen Krise der Nahrungsmittelversorgung in den sog. Dritte-Welt-Länder schuld sind. Der Import billiger, da subventionierter, Lebensmittel hat dort die lokale Landwirtschaft zusammenbrechen lassen. Als Ausweg aus der Krise sieht er, wie schon der Agrarrat der Unesco, ein radikales Umdenken in der Agrarpolitik. Entscheidend für Versorgung der Menschen mit Nahrungsmittel ist dabei die Förderung kleinbäuerlicher Strukturen. Auch den aktuellen Boom der "Bio"-Treibstoffe sieht er als eine Ursache der Probleme, er warnt aber davor, die Diskussion alleine auf die Abwägung "volle Teller gegen vollen Tank" zu beschränken.
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, kleinbäuerliche Strukturen täten auch den Industrienationen gut. Die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft hat zwar die Flächenleistung erhöht, dafür aber auch die Natur in Mitleidenschaft gezogen und viele Arbeitsplätze vernichtet. Ein Schritt zurück täte auch unserer Gesellschaft gut, wir müssten nur endlich akzeptieren, dass es kein unendliches Wachstum geben kann. Die Steigerungen der letzten Jahrzehnte waren auch nur möglich weil sie auf dem Rücken der Entwicklungsländer geschehen sind.
Donnerstag, 17. April 2008
Kleinbäuerliche Struktur als Ausweg aus der Ernährungskrise
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Agrarpolitik für den Stammtisch
Die Ursache der hohen Nahrungsmittelpreise nach Ansicht der Bundeskanzerlin Merkel ist die sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern und nicht ausreichend prognostizierte Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern (Quelle). Die Lösun
Die Ursache der hohen Nahrungsmittelpreise nach Ansicht der Bundeskanzerlin Merkel ist die sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern und nicht ausreichend prognostizierte Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern (Quelle). Die Lösun
Weblog: Die_Farmblogger
Aufgenommen: Apr 20, 13:55
Aufgenommen: Apr 20, 13:55







Wie viele Nahrungsmittel, wie viele Landwirtschaftsfläche geht für den Anbau von Futtermitteln drauf?
Wie viele Hundert Kilo Mais/Soja braucht ein Rind, bis es schlachtreif gemästet ist? Und dann? kommen dabei 200-250 kg Fleisch raus? Und wer kann das kaufen?
Die armen Leute?
Und wie viele von den armen Leuten könnte man mit dem Mais und Soja ernähren, mit diesen hunderten von Kilos? Mag jetz jemand sagen: Diese Futtermittelsorten sind nicht für den menschlichen Verzehr gedacht. Oh hm? Man könnte also auf den Futtermittelflächen auch Nahrungsmittel anbauen, die für den menschichen Verzehr geeignet wären. Tut man aber nicht.
http://www.pig8soy.org/de/node/102
Angeblich 16kg Getreide für 1kg Rind bis zu 2kg Getreide für 1kg Geflügel.
(Quelle soll "Brown 2006" sein, aber so ist die Quelle unauffindbar)
Ob deren Zahlen stimmen, oder nicht, es ist lange bekannt, dass der hohe Fleischkonsum riesige Probleme verursacht.
Anbei:
Auf kleinbäuerliche Strukturen hätte ich auch viel mehr Lust. Ich fürchte aber, auf EU-Ebene ist sowas schlecht zu verkaufen. Da würde wahrscheinlich erst reagiert werden, wenn ... hm. Ja, wann? Wenn ein Schädling mehrere Ernteausfälle in Monokulturen verursacht? Wenn es div. Lobbygruppen nicht mehr gibt? Wenn die EU kurz vor der Abschaffung besteht?
Die magische Vokabel heißt "food conversion ratio" (FCR) oder "feed C.R." oder auch "F.C. efficiency" (FCE).
Rinder schwanken je nach Futter zwischen 25 g und 150 g Gewichtszunahme/kg Futter. Andersrum: Man braucht zwischen 7 und 40 g Futter für 1 g Fleisch:
http://www.fao.org/docrep/004/T0582E/T0582E13.htm, Figure 2, (!blödes Diagramm!)
zitierbare Quelle jedenfalls: Webster, A.J.F. (1989). Bioenergetics, bioengineering and growth. Anim. Prod. 48: 249–269.
Ziegen haben z.B. so um die 10 g Futter/g Gewichtszunahme:
http://www.fao.org/wairdocs/ilri/x5473b/x5473b1v.htm , Table 2
Jemand hat auch unter
http://www.earth-policy.org/Books/Epr/Epr1_ss10.htm , Fußnote 38,
andere Quellen zusammengetragen. Hab ich jetzt nicht groß verfolgt.
Was auch sehr gut zum Thema passt:
http://www.fao.org/newsroom/en/news/2006/1000448/index.html
Link zum "Full Report":
http://www.virtualcentre.org/en/library/key_pub/longshad/A0701E00.htm
Da steht auf der Seite in der Zusammenfassung:
"The total area occupied by grazing is equivalent to 26 percent of the ice-free terrestrial surface of the planet. In addition, the total area dedicated to feedcrop production amounts to 33 percent of total arable land. In all, livestock production accounts for 70 percent of all agricultural land and 30 percent of the land surface of the planet."
Der Bericht selber zeigt noch wesentlich detaillierter, warum die Welt weniger Fleisch essen sollte.
Puh, ich glaub ich sollte mir auch mal nen Blog zulegen, damit ich von solchen Recherchen auch mal selber was habe.
Du kannst übrigens gerne hier einen Gastartikel über das Thema schreiben.
Am wichtigsten erscheint es mir aber ob es reine Mast ist oder das Fleisch anfällt weil die Tiere anderweitig, z.B. Milcherzeugung, gehalten werden. In dem Zusammenhang käme es dann wohl zum Ende der Bullen und Schweinemast.
Schwieriges Thema. Aber soviel ist klar, wir entwickelten Nationen produzieren und Essen zu viel Fleisch, vollkommen ohne Grund.
Ist aber nur eine Vermutung, bei uns wird Stroh und Heu direkt verfüttert