Ab kommenden Montag wird die Milch, besser gesagt ein Teil der täglichen Liefermenge von 240.000 Litern, unter dem Namen Bayerische Bauer-Milch verkauft. Hat die Vermarktungsinitiative erfolgt, sind den knapp 200 Milchbauern aus dem Augsburger Umland höhere Erzeugerpreise in Aussicht gestellt.
Wie man der Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands entnehmen darf, soll die Bayerische Bauern-Milch Fairness für alle Beteiligten sichern:
für die Verbraucher die qualitätsbewusste und schonende Herstellung von Premiumprodukten. Zusätzlich die Sicherheit bayerische, regional produzierte Milch zu kaufen. Damit leistet der Verbraucher einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer einzigartigen, heimischen Kulturlandschaft
für die Bauern einen Milchpreis, der eine gerechte Entlohnung für die harte Arbeit bei der Milcherzeugung beinhaltet
für alle Unternehmen, die bei der Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung der Milch bzw. der Milchprodukte beteiligt sind, einen ebenso gerechten Lohn für die eingesetzte Arbeit und die notwendigen Ressourcen
Man möchte Hurra schreien. Hatte ich mich hier noch beschwert, dass es für den Verbraucher kein Kriterium gibt an dem er die gerechte Entlohnung der Milcherzeuger erkennen und durch sein Konsumverhalten fördern kann, scheint es jetzt tatsächlich möglich zu sein. Ein paar Dinge stossen mir bei dem Konzept allerdings auf.
Die Vermarktung erfolgt ausschliesslich über den Discounter Lidl. Damit ist jeder Premiumanspruch im Keim erstickt. Immerhin muss man Lidl zu Gute halten, dass sie das Experiment eingehen.
Der Begriff Regionalität wird sehr dehnfähig gehandhabt. Mit Regionalität so wie ich sie verstehe, passt es nicht zusammen, dass die Milch in ganz Bayern herumkutschiert wird. Betrachtet man die zurückgelegten Strecken, könnte man sie ebenso in Baden-Württemberg anbieten.
Die faire Entlohnung der Erzeuger ist im Moment ein Zukunftsziel. Erst wenn das Experiment erfolgreich ist, landet der Mehrertrag bei den Bauern. Ob der höhere Preis im Discount dauerhauft realisiert werden kann, wenn auf der Palette daneben ein billigeres, gleichartikes Produkt steht?
Aber die Botschaft ist klar. Jetzt ist der Verbraucher am Zug, zumindest diejenigen, die bei Lidl einkaufen. Der kleine Seitenhieb in Richtung BDM ist auch nicht zu übersehen.





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