Beim Fleischverzehr möchte es einem machmal den Magen umdrehen. Hinuntergespült mit gepanschtem Wein mag man es vielleicht noch ertragen. Zum Abgang des Menüs darf man sich mit vergammeltem Käse dann den Magen verschliessen.
Neben drei Molkereien in Italien, steht auch ein Unternehmen im Unterallgäu im Verdacht in die Machenschaften verwickelten zu sein. Die Produktionsstätte der International Cheese GmbH in Woringen wurde deswegen heute von der Polizei und Lebensmittelkontrolleuren durchsucht. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, wird erst Mitte nächster Woche klar sein. So lange werden die Laboruntersuchungen dauern. Bis dahin bleibt das Werk geschlossen. Immerhin, da werden endlich die Prioritäten im Sinne der Verbraucher gesetzt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass möglicherweise ein Lebensmittelskandal nicht dadurch Kontrollen der Behörden aufgedeckt wurde, sondern durch Zeitungsberichte.
Insgesamt sollen in den letzten beiden Jahren rund 11.000 Tonnen Käse in den Handel gekommen sein, der eigentlich nur mehr der Entsorgung hätte zugeführt werden dürfen. Wenn man sich die Schilderungen von mit Schimmel, Mäusekot und Verpackungsresten durchsetzten Milchprodukten durchliest, die wieder für den Verkauf "aufgehübscht" wurden, kommt man sich vor wie in einem Albtraum der Lebensmitteltechnologie. Einmal kräftig umrühren bitte und von den ekeleregenden Bestandteilen ist nichts mehr zu sehen.
In den Meldungen, die heute über den Vorfall berichtet haben (z.B. hier), wurden auch namhafte Marken genannt, die in den Skandal verwickelt sein sollen. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnte das auch für ein deutsches Lebensmittellabor unangenehm werden. Einer der genannten Käsehersteller wirbt auf seiner Homepage damit, dass die Qualität regelmässig von dem renomierten Labor untersucht wird.
Nachtrag:
Ab 7.7.08 darf der Betrieb der International Cheese GmbH in Woringen wieder produzieren. Untersuchungsergebnisse liegen aber erst in einigen Tagen vor. [via]
Bei den Proben kam es zu keinen mikrobiologischen Beanstandungen, lediglich drei Proben zeigten Auffälligkeiten in Geruch und Geschmack. Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen dauert an. [via]
Freitag, 4. Juli 2008
Guten Appetit beim Ekelmenü
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