Der Bauer muss arbeiten. Er repräsentiert zwar ein gehöriges Maß an Kultur aber mit Kunst und Ästhetik wird die Landwirtschaft eher selten in Zusammenhang gebracht. Das haben natürlich auch einige Künstler erkannt und Projekte dazu entwickelt.
S.L.A.P. steht für social land art project wo einige Events und Kunstwerke von den Neunzigern bis 2006 vorgestellt werden. Sehr gut gefiel mir z.B. auch die folgende Schachbrettweide.
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Gestolpert bin ich über diese Thema bei der Lektüre der
Mitteilungen der Dr. Rainer Wild Stiftung. Ich möchte aus dem dortigen absolut lesenswerten Beitrag von Harald Lemke (ab S. 23 im Bericht) zitieren weil ich den Abschnitt einfach klasse finde. Es geht dabei um das Wirken von Peter
Kubelkas, der in Frankfurt eine eine Professur für „Film und Kochen als Kunstgattung" (!) innehatte.
Indem seine Kochvorlesungen die Erkenntnis vermitteln, dass es sich bei der alltäglichen Gestaltung des Essens „um eine bildende, ja um die älteste Kunst überhaupt handelt“, konterkariert seine Küchenphilosophie nicht zuletzt Adornos idealistische Ästhetik und deren bereits erwähntes dogmatisches Vorurteil, dass die Emanzipation der Künste von den Erzeugnissen der Küche unwiderruflich sei. Kubelkas Seminare vermittelten die Tätigkeit des Essenmachens als eine fröhliche Wissenschaft, die das praktische Denken über das Kochen auf ein philosophisches Niveau hob, und sie unterbreiteten den Studierenden den Gedanken, dass die Gestaltung des Essens oder der „Speisenbau“ eine schöpferische Selbsttätigkeit sei. Da alle Bestand- oder Bauteile eine unterschiedlich lange Zubereitungszeit haben, muss der Koch die spezifischen Zeitabläufe genauestens kennen und beispielsweise die Bearbeitung zu verschiedenen Zeitpunkten
beginnen. Er muss alles genau vorplanen und die temporalen Dynamiken im Kopf haben. Neben dieser Kunst der Zeit gehen in die Kochkunst auch die skulpturalen (räumlichen) Fragen ein, ebenso die Kombination von Farben, Formen und Texturen sind Momente der künstlerischen Arbeit. „Was die Energie und Fähigkeiten betrifft, die dieser schöpferische Kochprozess voraussetzt, so ist das Kochen mit jeder anderen Kunstausübung vergleichbar. Der Dirigent eines Symphonieorchesters denkt nicht komplexer als ein Koch oder eine Köchin.“ Freilich fallen in der Alltagsküche auch die zahlreichen Mit- und Zuarbeiter weg, auf die sich der Dirigent oder Chefkoch stützen kann. Deshalb ist die kreative Alltagsküche, die Kochkunst als Lebenskunst kultiviert, die vollkommenere Praxis.
Was für ein schöner Gedanke, dass man als Landwirt sozusagen
Kunstbedarfslieferant ist.
Will sich jmd. in diesen Künsten üben? Kubelkas Nachfolger und Schüler bieten
Kunstkurse an. Aus dem Programm:
Im Vordergrund steht also zum Beispiel nicht das spezifische Knödelrezept, sondern das "Prinzip Knödel". Die Kenntnis dieser grundsätzlichen Prinzipien befähigt dazu, jeden Knödel kochen zu können.
Da fällt mir das schöne Loriot Zitat ein: "Wenn meine Frau Knödel macht sind sie leicht und bekömmlich." Ansonsten geht es in den aktuellen Kursen um die "Topografie der Gemengsel und Gehäcksel". Ein ganz heißes Thema wie ich finde.
Micha fragt mich grad, wo die Farmblogger denn bei bloggerei.de einzusortieren wären. Die Kategorien lauten: Blogverzeichnis Computerblogs (88) Corporateblogs (16) Fotoblogs (17) --> Fotos haben wir aber nicht zu allem Freizeitblogs (68) --> für
Aufgenommen: Apr 26, 08:59