Bei
Horst Thieme bin ich über eine Kunstaktion in Augsburg gestolpert, die Überwachungsmassnahmen thematisiert. Ein Ladenlokal in der Innenstadt wird während des Oktobers zum
orangen Raum, in dem eine Gruppenausstellung zum Thema gezeigt wird. Weniger künsterlisch geht es bei den parallel dazu stattfindenden
Führungen von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, Datenschutzbeauftragter der Uni Augsburg, zu. Jeweils an den Freitagen (17.10, 24.10, 31.10) geht es ab 19.00 ganz praktisch um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

So weit die "Großstadt". Doch auch im beschaulichen
Schwabmünchen wird man mit Überwachung im öffentlichen Raum konfrontiert. Manchmal sogar an Stellen, wo man gar nicht damit rechnet, zumindest nicht mit technischem Gerät. In einer frei zugänglichen Marienkapelle hängt unscheinbar in der Ecke eine Überwachungskamera, die vermutlich den Opferstock im Blick hat. Getreu dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll zumindest festgehalten werden, wer sich unberechtigt an den Spendengeldern vergreift. Das kann man auf einer sachlichen Ebene sicher verstehen, auch wenn ich an einem Ort der Besinnung nicht unbedingt diese Art Big Brother erwarten würde. Der Anstand würde es aber doch gebieten, wenigstens eine Tafel mit dem Hinweis auf die Überwachungskamera anzubringen, von der rechtlichen Notwendigkeit ganz zu schweigen.
Ebenfalls nicht mit Überwachungskameras rechnen müssen, sollte man eigentlich bei Wahlen. Dem ist scheinbar aber nicht so. So geschehen bei der Landtagswahl in einer zum Wahllokal umfuntionierten Sparkassenfilliale in
Münchberg. Selbst als ein Wähler auf den Missstand hinwies, untersagte der Wohlvorsteher das Abdecken einer Kamera, die auf eine Wahlkabine gerichtet war. Glücklicherweise hat
einer der Wahlhelfer den Vorgang dokumentiert und damit sogar
Recherchen der Lokalpresse ausgelöst. Bleibt zu hoffen, dass der
Einspruch gegen die Wahl erfolgreich ist. Kann ja nicht sein, dass Wahlvorstand und Bürgermeister dem Überwachungsbedürfnis einer Bank einen höheren Stellenwert einräumen als der freien und geheimen Wahl.
Etwa 60 Teilnehmer machten sich gestern zusammen mit Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, in Augsburg auf den Weg zu den Brennpunkten des Datenschutzes. Nach einer kurzen Vorstellung und der Ankündigung, dass die ursprüngliche geplante halbe Stunde der Führung, s
Aufgenommen: Nov 01, 14:41
Die Fahrzeuge, die Aufnahmen für den Dienst “Google Streetview“ machen, sind zur Zeit auch in unserer Region unterwegs. Das hat viele Bürger und die Politik aufgeschreckt. Foto von flickr-Benutzer jamesturnbull CC by-sa Spätestens seitdem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ihre Bedenken gegenüber Google öffentlich gemacht hat, ist eine breite Debatte um den Datenschutz entstanden, die sich leider zu einseitig auf das Unternehmen Google beschränkt. Was dabei völlig ausser Acht gelass…
Aufgenommen: Mai 18, 15:15
Aufgenommen: Nov 03, 17:15