Ein Thema zu dem ich was schreiben kann. Inzwischen wird um uns herum schon wieder auf fast jedem Betrieb beregnet.
Wir haben eine selbstfahrende Fasterholt die wir vor etwa 15 Jahren gegen unsere unsere alte Beregnungsanlage getauscht haben. So wie bei vielen anderen Höfen in Dänemark wurde unsere Beregnungsanlage in den ´70 etabliert. Damals gab es noch Zuschüsse. Inzwischen ist das System schon mehrmals renoviert, gesprungende Leitungen neu verlegt oder einen anderen Motor an die Wasserpumpe.
Vorteil ist schnell geschrieben. Bei Trockenheit kann man das Gras/die Kulturen durch Beregnen solange am Leben/grün erhalten bis richtiger Regen kommt. Den von Beregnen allein wächst nichts, dafür ist das Grundwasser zu kalt.
Nachteil. Die Beregnungsanlage ist die Maschine am Hof die am meisten Stress macht, deshalb nennen wir sie auch Stressmaschine. Typisch ist, wenn wir mal wieder zum Strand wollen. Alles ist gepackt, die Kinder sind mehr als klar nur die Beregnungsanlage muss noch schnell ausgezogen/umgesetzt werden. Das dauert dann noch leicht nur eine Stunde oder mehr. Besonders wenn sie Zicken macht.
Das Schlimmste ist wenn aus irgendwelchen Gründen der Schlauch nicht mehr aufrollt, die Maschine aber weiter läuft und dann ein oder mehrere Schlingen zur Seite wegklappen. Das sind Plastikrohre, Durchmesser etwa 15cm gefüllt mit Wasser, die sind richtig schwer, von Hand geht da nichts. Mann versucht dann mit dem Traktor am Schlauch zu ziehen bis die Schlingen wieder hoch kommen und ich soll dann steuern/anweisen . Es sind schon viele Landwirte durch Beregnungsanlage umgekommen. Vor ein paar Jahren noch in der Nachbarschaft wo Hydrantdeckel abgeflogen ist und den Kopf getroffen hat .
Die kommende Woche wird unsere Stressmaschine auch ihre Arbeit aufnehmen. Wir haben 8 Hydranten auf unserem Feld verteilt, wir können fast alles beregnen (65ha). Der Schlauch hat eine Länge von 500m, normal stellt Mann die Zeit so ein das sie die Strecke in 23 Stunden schafft dann kann er immer zur gleichen Zeit, täglich die Maschine starten. Leider reicht eine Maschine nicht um alles zu beregnen, dann muss Mann eben entscheiden welche Felder beregnet werden und welche warten müssen.
Ironie ist wenn man eine wassersparende Waschmaschine kauft und eine Beregnung hat. Wir haben zwei Brunnen, einen für die Wasserversorgung für Haus und Hof und den Anderen für die Beregnung. Egal wieviel Wasser ich im Haushalt sparen kann, der zweite Brunnen hat die Menge in kurzer Zeit durch die Beregnung gepumpt.
Ich bin dafür das man das Beregnen mit Grundwasser sofort verbietet. Das Wasser viel zu wertvoll. Aber solange die Nachbarn beregnen wird sich bei uns auch nichts ändern. Es wundert mich eigentlich das man da vom Gesetz her noch nicht eingegriffen hat. Sogar die Ökologen/Biobauer beregnen Grundwasser in Unmengen, das ist doch nicht richtig oder ?
Beregnungsmaschine
Montag, 30. April 2007
Beregnung
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Nass machen
Vor etwa einem Jahr habe ich prophezeit, dass die Beregnung der Felder auch bei uns über kurz oder lang zum Alltag wird. Gestern bin ich über die erste Anlage gestolpert. Das Wasser dafür wird mit einer Zapfwellenpumpe aus einem Grundwasserschacht geförde
Vor etwa einem Jahr habe ich prophezeit, dass die Beregnung der Felder auch bei uns über kurz oder lang zum Alltag wird. Gestern bin ich über die erste Anlage gestolpert. Das Wasser dafür wird mit einer Zapfwellenpumpe aus einem Grundwasserschacht geförde
Weblog: Die_Farmblogger
Aufgenommen: Mai 14, 08:49
Aufgenommen: Mai 14, 08:49







Ich erinnere mich noch an die Diskussion im berüchigten Trockensommer 2003, da gab es auch bei uns Ökobauern die gerne beregnet hätten. Im wesentlichen gab es zwei Kritikpunkte, die mögliche Absenkung des Grundwasserspiegels und der Energieeinsatz. Von mehreren Seiten wurde uns versichert, dass es zu keiner dauerhaften Absenkung des Grundwasserspiegels käme da der größte Teil des Wassers wieder versickert, Verdunstung und Wasseraufnahme der Pflanzen haben scheinbar den geringsten Anteil am Wasserverbrauch.
Anschaffungskosten und Energieverbrauch haben dann trotzdem alle davon abgehalten sich solche Anlangen anzuschaffen. Ich bin mir aber sicher, dass sie auch hier bald zum täglichen Bild auf den Feldern gehören werden.
Wir beneiden manchmal die Bauern, die beregnen können, bspw. am Niederrhein.
Hier sind mittlerweile alle Betriebe im 1. Schnitt, weil das Gras auf den Wiesen durch die anhaltende Trockenheit nur noch weniger wird - von wachsen noch gar nicht zu reden. Die Überfahrt und der ganze Aufwand mit Wenden, Schwaden, Pressen und Wickeln wird kaum lohnen, aber was soll man machen.
Wir haben uns im letzten Sommer gewundert, dass unsere Kartoffelpflanzen die 8 Wochen dauernde Dürre überhaupt überlebt haben und hatten gedacht, dass das auch unseren Kunden zu vermitteln sei, dass es halt in diesem Jahr keine extradicken Kartoffeln gibt. Weit gefehlt - viele haben mich bereits im Herbst angeschaut, als ob ich von UFOs berichtet hätte. Sie konnten sich meist an keine 8 wöchige Trockenphase mehr erinnern - es war halt nur ein schöner Sommer.
Wir haben nur Kleegras zum Abweiden und Silieren. Jedes Frühjahr wird ein Stück gepflügt und neu gesät mit einem Gemisch aus Gras, Getreide (dünn), Klee und dieses Jahr noch Cichorie, Bibernelle und Dill.
Wir schnell der Grundwasserspiegel fällt das konnten wir letzten Sommer gut in einer benachbarten Kiesgrube beobachten. Aber der Endlose Regen im Winter hat alles wieder gefüllt. Im meinem Garten habe ich immer noch Staunässe in etwa 60cm Tiefe.
Claudia, ich kann mir gut vorstellen das man nicht überall so einfach beregnen kann. Gerade Kartoffeln haben das Wasser doch sehr nötig und sind auch hier oft die Kulturen die zuerst beregnet werden müssen.
Sollte das allerdings noch niemand untersucht haben wird es allerhöchste Zeit.
Die Meinung der Experten würde mich da momentan dringend interessieren...
Das Problem dort dürfte aber nicht nur die Menge der Niederschlags sein sondern wie er verteilt ist. Bei sandigen Böden hilft es nicht sehr viel wenn es ein/zwei Tage mal regnet und dann wieder Ruhe mit dem Wasser ist.
Helmut Born vom DBV fordert jedenfalls "so 14 Tage, 3 Wochen sauschlechtes Wetter mit viel Wasser": http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/620229/
(Auf mein "Homepage" unter diesem Beitrag klicken)
Gruß,
Frank