New Holland macht mit dem NH2 den Schritt, der für die Landtechnik ebenso wichtig ist, wie für den Strassenverkehr. Weg von den fossilen Brennstoffen und hin zu alternativen Antrieben. Beim NH2 ist das ein Elektromotor, der seinen Strom aus einer Brennstoffzelle bezieht. Erzeugt wird der Strom aus Wasserstoff, der in einem Drucktank mitgeführt wird, und Sauerstoff aus der Luft. Geht es nach New Holland, dann wird der notwendige Wasserstoff aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt, idealerweise gleich auf dem Betrieb, der den Traktor einsetzt. Das halte ich aber eher für Marketing, das ginge mit den heute üblichen Dieselmotoren und selbst gepresstem Pflanzenöl heute schon und hat sich in den letzten Jahren nicht durchgesetzt. Die Spezialisierung in der Landwirtschaft, hat auch da eine andere Realität, als die bunten Prospekte. Andererseits ist es dringend notwendig die Infrastruktur für sauber erzeugten Wasserstoff zu schaffen. Im Moment wird der überwiegende Teil des Wasserstoff aus Erdgas und Erdöl gewonnen und ist damit faktisch auch ein fossiler Brennstoff.
Der in Turin vorgestellte Schlepper ist ein Prototyp, was man dem futuristischen Äusseren auch sofort abnimmt. Ein verbessertes Modell ist schon in der Entwicklung zur Serienreife und soll 2010 auf den Markt kommen. Der NH2 hat übrigens 102 PS, was in Relation zur Grösse des Prototyps wenig wirkt. Dabei darf man nicht vergessen, bei Elektromotoren steht die volle Leistung bereits in niedrigen Drehzahlen zur Verfügung. Ich für meinen Teil finde die Vorstellung, man könnte die Felder bearbeiten, ohne den Begleitumstand des tuckernden Dieselmotors in den Ohren verlockend.