Im Artikel zum Blog Action Day hatte ich bereits geschrieben, dass hinsichtlich der Landwirtschaft und ihrer Auswirkungen aufs Klima, leicht schizophrene Tendenzen zu bemerken sind. Einerseits stellt man zusammen mit der Forstwirtschaft die grossen Reservoirs zur CO2 Umwandlung und Speicherung, andererseits wird jede Menge CO2, Methan und Stickoxide (NOx) in die Atmosphäre gepustet.
Bisher war man allgemein davon ausgegangen, dass vor allem die Wälder Europas eine grosse Senke für klimaschädlich Gase sind und weit weniger davon produziert werden, als sie kompensieren. Berücksichtig wurde dabei aber ausschliesslich Kohlendioxid. Methan und Lachgas, die vor allem in der intensiven konventionellen Landwirtschaft entstehen, blieben in den Modellrechnungen bisher unberücksichtigt. Eine Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena kommt zu dem Ergebnis, dass die CO2-Bilanz für Europa gerade noch ausgeglichen ist. Wenn der Düngemittelverbrauch und die Viehmast weiter zunehmen, wird die Bilanz endgültig kippen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Nutzung der Wälder als Energielieferant stark zunimmt und dadurch das im Holz gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.
Jetzt haben wir es also schriftlich, dass der grüne Nimbus der konventionellen Landwirtschaft perdü ist. Wenn das mal keine Denkanregung für den Klimagipfel in Kopenhagen ist.
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Aufgenommen: Dez 16, 16:43