
Ein standesgemässes Urlaubsziel für einen Farmblogger kann nur ein Bauernhof sein. Dieses Mal fiel die Wahl auf den
Grimmhof in Thalkirchdorf, einem Ortsteil von Oberstaufen im Landkreis Oberallgäu. Das ist auf den ersten Blick keine weite Reise, aber doch weit genug weg um den Alltag hinter sich zu lassen. Mit Kind allemal, da sind kurze Reisezeiten eine probate Strategie gegen Quängeleien. Hauptsache am Zielort gibt es Tiere und Traktoren.

Als wir ankamen, war auf dem
Grimmhof gerade die Heuernte in vollem Gang und mit uns kam eine eine weitere Familie an, die dort Urlaub machen wollte. Von Hektik war deswegen aber keine Spur. Wir wurde herzlich empfangen und nachdem wir unser Appartement in Beschlag genommen hatten, ging es daran den Hof zu erkunden. Der
Grimmhof ist ein Milchviehbetrieb mit gut 20 Milchkühen, auf etwa 25 Hektar wird Gründland bewirtschaftet. Auf ihm leben und arbeiten drei Generation. Die jüngste, Theresa und Julian, gehen noch zur Schule. Ihrer Eltern, Martin und Claudia, führen den Betrieb und kümmern sich um die Pensionsgäste. Die Großeltern helfen tatkräftig mit, anders wäre das Arbeitspensum gar nicht zu bewältigen. Für Gäste gibt es drei Appartements, voll ausgestattet, mit eigenem Kinderzimmer und picobello sauber.

Irgendwie wäre es jetzt passend, wenn ich erzählen könnte, dass wir den
Grimmhof über eine schicke Web-2.0-Plattform entdeckt hätten. Aber das lief ganz klassisch über die Empfehlung einer Freundin, die damit voll ins Schwarze getroffen hatte. Es hätte nicht besser sein können. Die Grimms sind total herzliche Menschen. Für Kinder ist der Hof ein Paradies, weil sie überall herumspringen können, wegen der Tiere, der Stallarbeit, bei der sie jeden Abend helfen dürfen und natürlich wegen der Traktorfahrten mit dem "Opa".

In der Umgebung gibt es jede Menge Möglichkeiten ein abwechslungsreiches Tagesprogramm zu absolvieren. Nicht weit entfernt und locker zu Fuß erreichbar ist das Hündle samt zugehörigem Sessellift und Sommerrodelbahn. Vom
Grimmhof aus kann man bequem dorthin laufen und entweder ein paar Runden mit der Rodelbahn drehen oder zum Hündle aufsteigen (bzw. fahren) und kommt läuft dann über einen Panoramawanderweg zurück nach Thalkirchdorf. Für schlechtes Wetter, aber nicht nur dann, bietet sich das Erlebnisbad Aquaria in Oberstaufen an. Ausserdem waren wir noch auf dem Imberg und (fast) auf dem
Hochgrat. Die Fahrt mit der Gondelbahn zur Bergstation war noch problemlos möglich. Oben angekommen frischte der Wind ordentlich auf und der Aufstieg zum Hochgrat selbst erschien uns mit Kind zu gefährlich. Womit wir auch Recht behalten sollten, denn kurz darauf kam ein Fönsturm auf, der zur Folge hatte, dass die
Hochgratbahn den Betrieb einstellen musste. An sich kein Problem, für unseren kaum 4jährigen Filius sind 900 Höhenmeter aber auch bergab noch ein ordentliches Pensum. Mit zwei ausgehnten Pausen war das für ihn aber machbar, immerhin war er der einzige, ohne anschliessendem Muskelkater.

Die Wanderung auf dem Imberg verlief weniger spektakulär, der Alperlebnispfad ist ein schöner Rundwanderweg, der problemlos mit Kinder zu bewätligen ist. Zum Abschluss unserer Urlaubswoche ging es in das
Bergbauernmuseum in Diepholz, bei Immenstadt. Sehr schön gemacht. Man erfährt so einiges über die Geschichte des Allgäus und der Milchwirtschaft. Für Kinder gibt es drei Spielplätze. Eine grossen mit Wasserpritschelei, einen Waldspielplatz mit Klangskulpturen und einen Heuschober zum Toben und Springen, ausserdem einen ausrangierten Schlepper als Spielgerät.
Bei aller Euphorie, es gab auch Schattenseiten, Des Tourismus fordert leider auch im Allgäu seine Opfer. Im Winter wenn der Schnee liegt fällt das vielleicht nicht so auf. Im Sommer stechen einem die Schneisen, die für Straßen, Lifte und Abfahrtsstrecken geschlagen wurden dafür umso stärker ins Auge. Auf der einen Seite mag man es noch verstehen, dass daran auch für viele Bauern die Existenz hängt. Die Frage ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht und dadurch evtl. auch attraktiver wird, sollte man sich auch mal stellen. Ein persönliches Fiasko erlebte ich mit Vodafone. Um im "Notfall" auch während des Urlaubs arbeiten zu können, habe ich mir Vodafone Websessions zugelegt. Klar war dabei, dass es in Thalkirchdorf kein UMTS geben würde, nur das langsamere GPRS. Doch selbst das war so langsam, dass damit nicht einmal Mails abgerufen werden konnte. Interessanterweise klappte es mit dem E-Plus-Netz, das ich im Handy nutze wunderbar.
Zum Schluss noch ein (Geheim-) Tipp. In Oberstaufen muss man unbedingt "
Das Blaue Haus" besucht haben.
Jetzt stopere ich durch Zufalls hier gerade über diesen Artikel.
In diesem Sinne, kann ich auch nur jedem der die Natur und das wandern liebt, den Grimmhof empfehlen.
Ansonsten weiterhin viel Erfolg hier mit dem Blog.