Der Bio-Boom der letzten Jahre hat die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln ansteigen lassen. Neben den positiven Auswirkungen für die Umwelt und das gute Gewissen der Verbraucher wurde aber auch deutlich, dass das Angebot der heimischen Erzeuger nicht ausreicht. In der Folge musste der Handel verstärkt Bio-Produkte importieren. In dem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff "Food Miles", der veranschaulichen soll wie die Umweltbelastung durch den Transport der Nahrungsmittel vom Feld zum Verbraucher deren Ökobilanz verschlechtert. In einen
Artikel auf SPON wird das Untersuchungsergebnis von Dr. Michael Blanke zitiert, der eine Modellrechnung zur Umweltbelastung von Äpfeln durchgeführt hat. Der Obstforscher geht in dem Modell davon aus, dass ein bewusster Apfelkäufer im April die Wahl zwischen einem konventionell angebauten aus der Region und einem biologisch angebauten aus Neuseeland hat. Berücksichtig wird in beiden Fällen der Energieverbrauch durch die Produktionsmethoden, alle Transportkosten und die notwendige Kühlung. Dabei hat der importierte Bio-Apfel einen um 30% höheren Energieverbrauch zu verbuchen als der konventionell angebaute, regionale Apfel.
Ich wahr erstaunt, dass es "nur" 30% sind, rein aus dem Gefühl hätte ich da 100% vermutet. Bei näherer Betrachtung wird die Sache aber klarer, beim regionalen Anbau muss der Apfel vom Herbst bis zum fiktiven Kauf im darauffolgenden April energieintensiv gekühlt werden, während der neuseeländische Apfel im Frühjahr geerntet wird und so im wesentlichen nur der Seetransport ins Gewicht fällt. Anders sähe die Sache aus wenn Äpfel mit gleicher Erntezeit (z.B. China und Deutschland) verglichen würden oder gar per Flugzeug transportiert würden. Sicher wieder ganz anders verhält es sich mit anderem Obst, Gemüse oder auch Getreide. Richtig spannend wird die Frage wenn es darum geht in wie weit ausländische Produkte unseren Vorstellungen von "Bio" entsprechen. Innerhalb der EU kann sich der Verbraucher wenigstens auf die EU Ökoverordnung als Mindeststandard verlassen. Die sollte zwar auch für importierte Waren gelten, nur wer kontrolliert die? Damit sollen nicht alle Erzeuger von Bioprodukten ausserhalb der EU als potentielle Betrüger dargestellt werden, in einigen Fällen stelle ich es mir aber schwierig vor die Kontrollen ähnlich regelmässig zu veranstalten wie es Biolandwirte hier erleben. Als nächstes stellt sich die Frage was die EU Ökoverordnung wert ist und sein wird wenn es zulässig ist, dass
Bioprodukte bis zu 0,9% mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigt sein dürfen.
Schon bei der Einführung des "Bio-Stoppschilds" war ich hin- und hergerissen, einerseits konnten damit weitere Absatzmärkte für Bio-Erzeugnisse geschaffen werden auf der anderen Seite ging das nur mit einer Aufweichung der Richtlinien. In der Folge tendiere ich immer noch zu den Produkten die von den Anbauverbänden (Bioland, Demeter, Naturland etc.) zertifiziert sind, erst in zweiter Linie kaufe ich Produkte die nur nach der EU Ökoverordnung als Bio gelten. Letztere auch nur nach ausführlicher Lektüre der Bestandteile, da fehlt mir einfach immer noch das Grundvertrauen wie ich es z.B. zu Produkten mit Bioland-Logo habe. Was nun die Frage importierter Bio-Apfel oder regionaler und möglicherweise "gespritzter" Apfel angeht wird es kompliziert. Spontan aus der Hüfte würde ich sagen "lieber regional als hergekarrt". Wenn ich etwas darüber sinniere wird es aber komplizierter und ich stelle fest, dass es durchaus von der Intention abhängt wofür ich mich entscheide. Z.B. die Milch kommt von einem konventionell wirtschaftenden Landwirt (mit Laufstall) aus der Nachbarschaft, da es keinen Erzeuger von Biomilch in der Nähe gibt. Wenn es darum geht Essen für meinen Sohn zu kaufen greife ich in der Regel auf ökologisch erzeugtes, aber teils importiertes, Obst und Gemüse zurück, weil ich mir dann sicher bin, dass es nicht behandelt wurde. Ähnlich entscheidet wahrscheinlich auch der genussorientierte Bioproduktekäufer der sein Obst auch ausserhalb der eigentlichen Erntesaison essen will.
Gar nicht so einfach, schon gar nicht wenn man auch noch politisch korrekt handeln will. Ein kleine Empfehlung für all jene die sich in einem ähnlichen Dilemma sehen. Einfach mal bei den regionalen Direktvermarktern vorbeischauen und sich schlau machen. Im Grunde ist es doch so, lieber einen Anbieter aus der Umgebung dessen Produktionsmethoden man kennt und nachvollziehen kann als einen in weiter Ferne von dem man nicht mehr kennt als sein Logo und die 30% Mehrbrauch die man gemäß dem o.g. Beispiel einsparen kann sind ja auch was wert.

Sorry, couldn't resist!
Die Frage bio oder lokal ist absurd und dient nur zur Verunsicherung von Leuten, die sich mit der Materie noch nicht so auseinandergesetzt haben.
Wobei der Vergleich konventionell lokal und konventienell Übersee reichlich trivial ist, ähnliche klimatische Bedingungen vorausgesetzt. Aber wer achtet beim Einkauf schon aufs Wetter des Herkunftslandes.
Lässt Du einkaufen oder hast Du das Glück, dass bei Dir alle Läden in der Umgebung ein großes Sortiment an Bio Produkten haben?
Bei aller Überzeugung kann und vielleicht will man nicht immer Bio kaufen. Ich habe nur die Wahl zwischen einem normalen Supermarkt mit normalen (kleinem?) Bio Sortiment und einem Biohofladen in ca. 10km Entfernung. Da muss man schon ein wenig abwägen was man wo kauft. Mit Kindern wird es doppelt schwierig, da kann frau Vernunft und Gesinnung walten lassen wie sie will.
Ich finde den Vergleich jedenfalls interessant, ich wusste nicht, dass Äpfel bei uns in Kühlhäusern gelagert werden. Einen Vergleich zwischen regionalen und importierten Bioprodukten brauche ich nicht, das ist eine relativ einfache Entscheidung. Die kann eine nicht ausreichend mit der Materie befasste Hausfrau durchaus richtig treffen.
Vergessen wird bei der Diskussion der Anreiz der vom Kaufverhalten ausgeht - warum soll ein lokaler Obstbauer auf bio umstellen, wenn er seine Äpfel und Birnen auch so verkaufen kann - in Österreich z.B. suchen die Bio-Verbände umstellungswillige Bauern!
Und wo bleiben die Vergleiche über die Umweltbilanz von lokal zu fernost gefertigten Computern, Autos, Mobiltelefonen oder Bekleidung - da ist die Globalisierung kein Thema.
@ Micha: Es tut mir Leid, aber den Ansatz verstehe ich nicht - z.B. Erdbeeren - außerhalb der Saison gibt es keine lokalen Erdbeeren, ich muß also (wenn ich unbedingt im Dezember Erdbeeren haben will ((und ich will das nicht!)) importierte Ware kaufen. Sollte die dann eventuell bio sein finde ich es besser als wäre es konventionelle. Jetzt aber bekomme ich heimische Bio-Erdneeren und konventionelle aus Spanien oder sonst wo her...
z.B. Bananen, da gibt es keine lokale Produktion, ich brauche (wenn ich unbedingt Bananen will) also Importware. Ob bio oder konventionell ist für mich keine Frage.
@ Sophie: ich kaufe selber ein, wohne in Wien und in meiner näheren Umgebung habe ich zwei Biosupermärkte und etliche konventionelle mit Bio-Sortiment (es geht mir also gut
Deine Situation ist ungleich schwerer, aber dann stellt sich für dich die Frage ohnehin nicht. Ich finde es gut wenn du trotzdem Bio einkaufst und im Supermarkt Bio-Waren nachfragen (und wieder nachfragen) kann auch hilfreich sein.
Nur zum Verständnis, es geht nicht darum zu entscheiden ob man lokalen Bioprodukten denen aus konventionellen Anbau gleich welcher Saison vorzieht, sondern den umgekehrten Fall. Dass Kaufentscheidungen auch anders motiviert sind steht ausser Frage, war aber nicht das Thema der Untersuchung.
Die Öko- und Energiebilanzen für importierte Güter gibt es doch auch, es gibt sogar Menschen die ihre Kaufentscheidung danach richten.
Das einzige Signal das Du setzt wenn Du importierte Bioprodukte kaufst ist, dass der Verbraucher bereit ist sie zu kaufen hauptsache es steht bio drauf. Damit kriegst Du keinen einzigen regionalen Landwirt dazu umzustellen. Wenn sogar in Österreich keine umstellungswilligen Bauern zu finden sind, dann kann das nicht nur ein Phänomen sein, das durch Verbraucherhandeln bestimmt ist. Abgesehen davon ist es schon verwegen genug bei Agrarprodukten einen "freien" Markt anzunehmen und dessen Regeln anwenden zu wollen.
Es tut mir leid wenn ich das so in aller Deutlichkeit sagen muss. Du hast keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht, egal ob bio oder konventionell.
Glaubst Du im Ernst, dass auch nur ein Bauer auf bio umstellt weil im Supermarkt importierte Biolebensmittel gekauft werden? Schau Dir bitte mal die Firmen die dahinter stehen und die Warenströme an, da ist der Bauer der letzte der etwas davon mitbekommt. Es gibt faktisch keine Rückkopplung vom Handel an die Erzeuger, nur die Direktvermarkter haben eine Möglichkeit direkt die Wünsche der Verbraucher mitzubekommen.
Sicher der Bioboom lässt einen ahnen dass man seine Waren nach der Umstellung auch los kriegt, aber was machst Du in der Umstellungszeit? Die will finanziert sein, da kommt kein Bio-Ideologe und drückt einem die Euros aus purer Sympathie in die Hand. Dem Handel ist es eh egal, der importiert halt einfach weiter billiges Bio, weil es den Verbraucher ja nicht schert was und wo das herkommt solange BIO auf die Verpackung gedruckt ist.
Warum sollte sich für mich die Frage nicht stellen? Den Fall habe ich mindestens einmal in der Woche, dass ich mir überlege importiertes Bioobst oder -gemüse aus dem Supermarkt zu kaufen oder konventionelles vom Gärtner aus dem Nachbardorf auf dem Wochenmarkt.
Ich habe fast das Gefühl Dir geht es in der Großstadt ein wenig zu gut geht was die Versorgung mit Bioprodukten betrifft. Geh mal raus auf's flache Land, in einer Kleinstadt mit 10000 Einwohnern und versuch eine vierköpfige Familie halbwegs gesund und mit möglichst hohem Bio-Anteil zu ernähren.
Für meine Eltern war es aber auch klar kein Gift zu spritzen - eine gepflückte Kirsche ein frisch geernteter Apfel konnten einfach gegessen werden.
Und darum geht es - BIO ist eine landwirtschaftliche Produktionsweise(!), die jederzeitige Verfügbarkeit von Obst und Gemüse hat etwas mit unserem globalisierten Handelssystem(!) zu tun.
Klar, BIO muß gestaltet werden, wird sich verändern und entwickeln, aber es ist jedenfalls der richtige Weg für die landwirtschaftliche Produktion.
Wie wir unsere Handelsbeziehungen gestalten ist doch eine völlig andere Frage.
Lassen wir BIO doch BIO sein - es ist nicht das Allheilmittel und das wollte es auch nie sein.
Eine Andere Frage - was ist besser, fair gehandelte konventionelle Bananen, oder nicht fair gehandelte Bio-Bananen?
Ich weiß es nicht, doch genau darum finde ich den Teilaspekt "Energiebilanz" oder "Klimabilanz" oder was auch immer herauszunehmen läßt Fragen wie wirtschaftliche Entwicklung, Gestaltung des Agrarsystems, gesundheitlich Absicherung, Ausbeutung, Entwicklungszusammenarbeit, biologische Artenvielfalt, usw, usw völlig außer Acht.
Ich kaufe jedenfalls wo es nur geht Bioprodukte!
Die konventionelle Landwirtschaft mit ihrem einheitlichen Hybrid-Saatgut (und damit verbundenen Verarmung der Pflanzenvielfalt), mit ihren (erschreckenden) Hochleistungsrassen, mit ihrer industriellen Massentierhaltung, mit ihrer Abhängigkeit von Chemiefirmen (durch ihren unstillbaren Bedarf nach Spritz- und Düngemitteln), mit der Bereitschaft GVO's anzubauen oder einzusetzen, mit ihren riesigen Monokulturen und Verarbeitungsstrukturen wird von mir nicht mehr unterstützt - egal wo!
In der Forschung ist es sinnvoller zuerst die Teilaspekte zu betrachten, vor allem dann wenn man es mit ideologisch geprägten Betrachtungen zu tun hat Oder hast Du ein Rechenmodell für Artenvielfalt?
Hybrid-Saatgut, monokulturartiger Anbau und leistungsoptimierte Rassen sind auch in der ökologischen Landwirtschaft zu finden. Synthetische Spritzmittel sind im EU-Bio auch nicht ausdrücklich verboten, wie man spätestens seit dem neuen EU-"Bio"-Siegel wissen sollte.
Die Masse der Verbraucher hat keinen Garten oder einen anderen Weg sich selbst zu versorgen und muss zwangsläufig aus dem Warenangebot des Handels auswählen. Der Einfluss der Verbraucher hat in dem Zusammenhang dazu geführt, das es in D ein lasches Bio-Siegel gibt und man sich sogar im Discounter "bio-korrekt" eindecken kann.
Welche Verabeitungstrukteren in der ökologischen Landwirtschaft hältst Du für unterstützungswürdig?
Deine Motivation hört sich für mich nicht so sehr nach Biolandwirtschaft an wie sie in der Realität praktiziert wird, eher ein wenig romantisch verklärt.Schau Dir mal gerade kleinere konventionelle Landwirte od. Obstbauern an, dort kommt man Deinem Ideal teilweise näher als bei den "EU-95%-Bio" Landwirten.
Das worum es doch wirklich geht ist nachhaltige Landwirtschaft - ich will guten Gewissens meinen Hof samt Planet drumherum auch noch meinen Kindern übergeben. Da ist Bio sicher ein Weg, aber gewiss nicht sakrosankt. Denn mit "Hauptsache Bio" fördert man zwar zunächst kleine und nachhaltige Strukturen, aber schon jetzt haben Großstrukturen die Regie übernommen und fordern ihre Kompromisse die einzig wirtschaftlich motiviert sind. Die Frage ob "fair konventionell" oder "unfair bio" ist in dem Zusammenhang leicht zu beantworten. Fair geht meiner Meinung nach vor, denn nur wenn die Landwirte auch korrekt entlohnt werden kann eine nachhaltige Entwicklung in Richtung bio erfolgen. Für einen Hungerlohn wird heute auf bio gemacht, morgen auf lunar und übermorgen ayurweda, was eben gerade auf dem Markt profitabel ist.
"Bio" als Masstab beim Einkauf ist zweifelsfrei eine gute Entscheidung, auf den Prüfstand muss es trotzdem gestellt werden. Der mündige Verbraucher wird immer nach den für sich korrekten Grundsätzen entscheiden. Die unmündigen werden sich wohl eher nicht mit Themen wie Öko- und Energiebilanz auseinandersetzen. Von daher, predigst Du hier wahrscheinlich sogar vor den Bekehrten
Nur damit keine Missverständnisse entstehen, nach dem Studium übernehme ich den Biohof meiner Eltern.
(!) zu tun." möchte ich unbedingt unterstreichen.
Hartwig
Der Nachteil ist, dass die Kreuzungen im Regelfall steril sind. Bedeutet beim Saatgut, dass kein Nachbau möglich ist und für die nächste Saat wieder Saatgut zugekauft werden muss. Das hat bzgl. der Qualität durchaus seine Vorteile, sorgt aber auch für mehr Abhängigkeit von den Saatgutproduzenten/-konzernen.
Weitere Charakterisierungen spare ich mir hier, da kann man sich schnell Feinde unter den Freunden der jeweiligen Tierart machen, nur soviel die Mutter prägt auch dort am meisten
Was den Ursprung der Ökologischen Landwirtschaft angeht hast Du durchaus recht. Es gab zwar intellektuelle Vordenker in der Politik (Hans Müller) und Philosophie (Rudolf Steiner), die Verbände die sich auf deren Ideen gegründet haben, wurden und werden überwiegend von Bauern getragen. Nicht von ungefährt nennt man Bioland etc. ja auch Anbauverband und nicht Verbraucherverband
Es gibt eine vergleichbare Entwicklung die aber tatsächlich von den Verbrauchern (und dem Handel) ausging. Das sind die sog. Reformhäuser, denen ging und geht es darum gesunde Nahrungsmittel anzubieten, Bio ist da eher von sekundärer Bedeutung.
Wenn ich als Verbraucher meinem entgegengebrachten Vertrauen auch eine Erwartung gegenüberstelle ist das alles andere als schizophren. Und ein "bio" gegen ein anders auszuspielen, finde ich wenig hilfreich. (Bioland mag besser als das deutsche Gütesiegel sein, das deutsche besser als das südafrikanische, usw - aber bio ist besser als konventionell)
Mir ist bewußt, daß viele Bauern (auch weltweit, z.B. in Afrika mangels finanzieller Möglichkeiten) biologisch wirtschaften, aber zur Unterscheidung muß man einfach Grenzen ziehen, sonst wird es beliebig.
ich schätze an BIO, daß endlich in die richtige Richtung gedacht und gearbeitet wird (und BIO ist weit von einem perfekten System entfernt) - daß es Hybridsorten in der BIO-LW gibt weiß ich und sie sind für mich ein ungelöstes Problem (für andere nicht...), aber davon gibt es noch viele.
Als Verbraucher kaufe ich Obst, mal will ich eine Banane, mal eine Melone, mal eine bestimmte(!) Sorte Äpfel - schon diese kurze Aufzählung zeigt, daß wir von Importen abhängig sind und wenn es meine Sorte Apfel nicht gibt kaufe ich vielleicht lieber eine Birne - gibt es jedenfalls das was ich will in BIO-Qualität, nehme ich die!
P.S: ich sehe konventionell witschaftende Bauern nicht als böse, sondern nur als "faul" an - hatte genügend Gespräche mit ach so guten konventionell wirtschaftenden Bauern, auf die einfache Frage warum sie dann nicht ganz umsteigen, wo sie doch höhere Preise erzielen können, habe ich bis heute keine überzeugende Antwort erhalten - aber das ist meine ganz persönliche Meinung!
Irgendwie kommt mir das schon so vor als ob Du Bio einen Persilschein erteilst während Du mit Halbwissen gegen die konventionelle Landwirtschaft herziehst.
wenn du meine Kommentare gelesen hast kannst du erkennen worauf ich hinaus will - wenn du mich lieber absichtlich mißverstehst ist das deine Entscheidung.
Was willst Du? Du geht auf die Fragen die Dir gestellt wurden nicht ein und rechtfertigst Dich damit, dass das Thema zu komplex ist. Das ist absolut die falsche Position um anderen ihren Stil vorzuhalten.
die befragten Bauern stimmten voll oder zmindest teilweise zu:
„Ich möchte meine gewohnte Wirtschaftsweise nicht ändern, daher kommt für mich eine Umstellung nicht in Frage“
zu 90 %,
„Die Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise ist für mich zu mühsam“
zu 86 %
Bei Lichte betrachtet ist die Frage aber auch nicht wie groß der Anteil der umstellungswilligen Bauern ist, sondern wie man den Anteil vergrößert Nur mit hausieren und "bitte stellt doch um" wird das nicht gehen. Tatsächlich ist ja in Österreich genau der umgekehrte Fall eingetreten, viele Bauern die bereits (mit reichlich Prämien gefördert) umgestellt hatten sind wieder zur konventionellen Wirtschaftsweise zurückgekehrt. Die Unkosten waren als Codex-Betrieb höher, das Einkommen aus Verkaufserlös und Zuschüssen auch nicht höher als wenn sie an einem Kulturlandschaftsprogramm teilnehmen würden. Nur aus gutem Geist heraus lässt sich kein landwirtschaftlicher Betrieb führen.
Ich habe mir ja schon bei Deiner mystischen Antwort mit den nicht veröffentlichten Kommentaren gedacht ich sei in der Grundschule gelandet. Der Kommentar Du würdest persönlich angegriffen werden hat das Niveau dann zielstrebig in Richtung Kindergarten befördert. Bei aller Liebe, wenn Du schon so herummirakelst musst Du Dir eine spitze Bemerkung schon gefallen lassen.
Warum glaubt Du eigentlich, dass alle ausser Dir den Zusammenhang nicht kapieren? Zur Erinnerung, in dem Artikel ging es um ein potentielles Entscheidungskriterium und Du tust so als sei das eine Kriegserklärung gegen Bio. Wenn Du eine Art Bio-Stalinismus willst, bei dem Prinzipien vor Sachlichkeit gehen dann mag das ja um des großem Zusammenhangs Willen noch angehen. Aber die anderen dafür verantwortlich zu machen, dass die Argumente nicht halten was sie sollen, kann ich nicht verstehen.
Um auf Deine These mit der unnötigen Verunsicherung aus Deinem ersten Kommentar zurückzukommen. Der einzige der mir hier verunsichert scheint bist Du.
Nur zu deinem Vorwurf ich täte so als ob es "eine Kriegserklärung gegen Bio wäre", da lies dir doch das taz-Interview durch, wo zum Thema "bio oder regio" ein Wissenschafter aufgrund der einseitigen Betrachtung über die Energiebilanz fordert, ich zitiere: "Von zu kleinen Betrieben muss der Ökoaufkleber ab.".
Wie sonst würdest Du es bezeichnen wenn einer sagt er hätte die Antwort auf alles geschrieben aber nicht veröffentlicht weil es zu komplex ist. Entschuldige bitte, aber überlass das doch bitte den Lesern ob sie die Zusammenhänge für zu komplex erachten oder versuch die Zusammenhänge einfacher zu erklären. Wo ist das Problem? Jedenfalls nicht bei Stefan, ich kann beim besten Willen nicht erkennen wo ihm die Argumente ausgegangen sein sollen oder er Dich persönlich angreift.
Den taz Artikel kenne ich. Interessant, dass Du ausgerechnet den als Argument für eine einseitige Betrachtung der Energiebilanz anführst. Dort wird nämlich ein Plädoyer FÜR den Import von Bio-Produkten gehalten sofern sie eine besser Energiebilanz aufweisen als regionale Produkte. In dem Artikel steht aber auch, dass Kooperartion bzw. Genossenschaften von kleineren Bauern eine Verbesserung der Energiebilanz bedeuten können.
Eine wissenschaftliche Meinung mehr die zur Meinungsbildung beitragen kann, warum sollte das jetzt einer pauschalen Veruteilung von "Bio" gleich kommen? Die Frage nach der Energiebilanz muss auch gestellt werden, nur weil das nicht ganz so rosarot positiv aussieht muss man es nicht verheimlichen oder elitären Zirkeln vorbehalten.
Ich ware gerade beim Ampferstechen (wie man sieht machen das auch böse konventionelle Bauern) auf dem Acker als besagter Nachbar mit seinem Streuer auf einer Wiese nebenan unterwegs war. Der Wind war böig und so wurde die Wolke hinter Schlepper teilweise über das Feld hinausgeweht und eine Dame die gerade auf einem Feldweg ihren Hund ausführte wurde "eingenebelt". Die hat geschimpft wie ein Rohrspatz und kam zu mir um mir die Ohren voll zu jammern, von wegen Chemie in der Landwirtschaft und überhaupt müsste man das doch so machen wie ich, also händisch mit der Ampfergabel. Der Nachbar sah, dass da wohl was im Busch war und hilt bei uns um sich bei der Frau zu entschuldigen und zu erklären, dass es sich um Gesteinsmehl handelt und sie keine Angst haben müsse, dass sie damit vergiftet werden könnte. Die Frau wollte aber nicht von ihren Tiraden ablassen, das sei doch menschenverachtend und warum muss er so etwas was machen. Der Nachbar (in dem Fall ich) würde doch auch biologisch arbeiten und damit sein Geld verdienen. Jede Diskussion war zwecklos - so schnell müsste man seinen Betrieb in der Realität umstellen können.
Was lernen Wir daraus? Natürlich nix, ausser vielleicht, dass die Landwirtschaft für aussenstehende nicht immer so ist wie sie erscheint.
Wie oft fährt mein Vater z.B. Gesteinsmehl aus, dass ist für Aussenstehende die wissen, dass dort (siehe Hompeagelink) Bio Äpfel angebaut werden sicher auch nicht immer passend zur leicht romantischen Vorstellung eines Biohofs. Nur liegt der Unterschied eben darin, WAS da ausgebracht wird. Und mein Vater spricht durchaus offen darüber, dass eben Bioanbau auch Nachteile hat - insbesondere in Sachen Energiebilanz, oder Erdbodenverdichtung, weil die natürlichen Hilfsmittel eben öfter ausgebracht werden müssen.
Stefan hat glaube ich schon recht damit, dass der steigende Bio Konsum nicht nur dazu geführt wird, dass mehr ökologisch orientierte Produkte produziert und verkauft werden sondern auch dazu auf mehr Produkten das EU-Bio-Logo zu finden ist ohne, dass diese ökologisch sind.
Doch zurück zum Thema. Betrug durch Etikettenschwindel hat schon eine andere Qualität als die schleichende Verflachung der Bio-Richtlinien. Ersteres ist schlichtweg kriminell und spielt mit der Gesundheit der Verbraucher ohne, dass er es ahnt, einzig um möglichst viel Kohle zu machen.