Das kanadische Farmerehepaar Percy and Louise Schmeiser gehören dieses Jahr zu den Preisträgern des alternativen Nobelpreises. Das freut mich persönlich ganz besonders, war es doch ihr Auftreten gegen Monsanto, das mich (und wahrscheinlich viele andere) in Sachen Gentechnik und Saatgutpatente wachgerüttelt hat. Als sie 1998 von Monsanto herausgefordert wurden, gab es hierzulande zwar schon Versuche mit Gentechnik, der großflächige Einsatz schien aber noch in weiter Ferne zu liegen. Heute ist klar, dass die Gentechnik nicht dazu genutzt werden soll um die vermeintliche Knappheit von Lebensmitteln zu beseitigen sondern Macht und Einfluss der Konzerne auf die Nahrungsproduktion zu festigen.
Dabei hört sich die Geschichte die Percy and Louise Schmeiser passiert ist wie eine nordamerikanische Gerichtssoap an. Sie wurden von Monsanto verklagt weil auf deren Feldern 1997 Rapspflanzen wuchsen die aus gentechnisch verändertem Saatgut gekeimt sind - just jenem Saatgut auf das der Konzern ein Patent in Kanada angemeldet hat. Das interessante daran war, die Schmeisers haben nie Monsanto-Saatgut gekauft geschweige denn ausgesät. Die Samen wurden von Feldern in der Umgebung mit dem Wind hergetragen und keimten unbeabsichtigt. Nun könnte man sich noch vorstellen, dass sich die Schmeisers darüber aufregen, dass das Saatgut zu ihnen getragen wurde. Möglicherweise könnte man noch bei dem Besitzer der Ackers von dem Saatgut ursrpünglich stammt ein wenig Verstimmung über den Verlust nachvollziehen. Wenn aber Monsanto die Schmeisers auf 400.000 Dollar (CAN) klagt, muss man schon ein Kenner des kanadischen Rechstsystems sein um darin auch nur entfernt einen Sinn zu erkennen.
Wo das Bachgefühl sofort Percy and Louise Schmeiser Recht geben würde folgte stattdessen ein langer Rechtsstreit, in dem erst vor dem obersten kanadischen Gerichtshof der Agrarkonzern Monsanto in die Schranken verwiesen wurde. Dabei steht der Fall Monsanto vs. Schmeiser nicht allein, laut einem Bericht des Center for Food Safety waren im Jahre 2005 186 Fälle bekannt in denen Bauern und Agrarbetriebe von Monsanto wegen Patentverletzungen auf insgesamt 15.000.000 Dollar verklagt wurden.
Percy and Louise Schmeiser erhalten den Preis zu einem für uns Europäer günstigen Zeitpunkt, zeigen sie uns doch an einem praktischen Beispiel, dass Gentechnik und Saatgutpatente eine Gefahr für die gesamte Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung sind. Vielleicht denkt der eine oder andere noch um und erkennt, dass der Mindestabstand von Feldern nur ein Feigenblatt ist, das die tatsächlichen Probleme nicht einmal im Ansatz löst.
Dienstag, 2. Oktober 2007
Alternativer Nobelpreis geht an Gentechnikkritiker
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Falscher Film?
Wenn der DBV Präsident Gerd Sonnleitner, zumindest im Tenor, die gleiche Meinung vertritt wie ich und Naturschutzverbände eine gänzlich andere Auffassung haben, bin ich versucht an meinem Verstand zu zweifeln. Was soll man jetzt vom neuen Gentechnikgesetz
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Weblog: Die_Farmblogger
Aufgenommen: Jan 15, 20:10
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Gerhard Zirkel