An den März 2008 werden sich die Verantwortlichen des Agrarkonzerns Monsanto nicht gerne zurückerinnern wollen. Erst die erneute Niederlage gegen Percy Schmeiser und dann kündigt Wal-Mart an keine Milch mehr zu verkaufen, die von Kühen stammt denen zur Steigerung der Milchleistung Hormone verabreicht wurde. Ähnlich wie beim gentechnisch verändertem Saatgut, liegt Monsanto der Vertrieb von solchen Wachstumshormonen (Handelsname Posilac) "sehr am Herzen". So sehr, dass man auch nicht davor zurückschreckte auf kritische Berichterstattung Einfluss zu nehmen.
Auch wenn uns das Verbot in Europa nicht betrifft, Posilac ist in der EU nicht zugelassen und zumindest offiziell nicht erhältlich, Wal-Mart ausserdem in Deutschland nicht mehr am Markt ist, gereicht es doch als gutes Beispiel. Wenn es in den USA möglich ist, dass Verbraucherinteressen über die Interessen von Konzernen gestellt werden, sollte es bei uns doch auch möglich sein. Wir dürfen nicht vergessen, die wollen alle unser Geld und mit unserem Konsumenverhalten beeinflussen wir die Entscheidungen der Einzelhändler. Das dauert manachmal ein bisschen, aber wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass Rewe mal eine teure Werbekampagne startet "nur" um eine Bio-Marke bekannt zu machen.
Samstag, 29. März 2008
Wal-Mart sagt Nein zu Wachstumshormonen
Mittwoch, 26. März 2008
Closed Social
Manchmal sehe mich nach Stellenanzeigen um, die im weitesten Sinne mit meiner Profession zu tun haben. Zugegeben, ich bin da nicht gerade froher Hoffnung etwas zu finden das mir inhaltlich passt und mir zudem der Arbeitgeber so gut gefällt, dass ich die nächsten 20 Jahre dort arbeiten möchte. Erschwerend kommt hinzu, dass ich als klassischer Angesteller gar nicht einstellbar bin, Berufserfahrung im Überfluss, aber leider keine 25 mehr und dazu noch Gehaltsansprüche, die doch etwas über der Praktikantenentlohnung liegen. Zudem noch so ein Spinner der sich als Mann lieber 2 Jahre ums Kind kümmert, statt an seiner Karriere zu feilen. Als Freelancer hat man es da schon leichter.
Wie auch immer, man kuckt halt. Die Stellenanzeigen sind ja immer auch ein Spiegel der Branche. Dabei schaue ich mir besonders Positionen an, die im weitesten Sinne im Umfeld der sog. Nachhaltigkeit oder dem Sozialbereich besetzt werden sollen. Bei einem Verband bin ich auf die Stellenbeschreibung eines Systemadministrators gestossen, die mich stutzig gemacht hatte. Erstens ist die Anzeige ein Paradebeispiel dafür, dass Personalabteilungen scheinbar nicht in der Lage sind den Text vor der Veröffentlichung noch einmal von Fachleuten gegenlesen zu lassen. Die Wahrheit über GPO's und KIXTard wird wohl in einem Aktenschrank ruhen, vielleicht sind es ja auch nur Tippfehler (GPOs bzw. KiXtart).
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Geschrieben von Michael Wenzl
in IT
um
22:00
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Tags für diesen Artikel: open source, sozial
Montag, 24. März 2008
Retrodruck
In Bayerischen Fernsehen gibt es eine Doku-Reihe unter dem Namen "Der letzte seines Standes", in der Berufe vorgestellt werden, die kurz davor sind auszusterben oder gar nur noch als Museumsattraktion zu bewundern sind. In der Regel sind es Handwerksberufe, die mit der beginnenden Industriealisierung im 18 Jhd. erst an Bedeutung verloren und dann spätestens im 20 Jhd. durch Maschinen ersetzt wurden. Interessant ist, dass meist Handwerksberufe, die schon weit über tausend Jahre existierten, in nicht einmal 100 Jahren verschwunden sind.
Es geht aber auch noch schneller. In einer Entwicklung von höchstens 20 Jahren wurde der Beruf des Schriftsetzers quasi ausgerottet. Zwar gibt es mit dem sog. "Mediengestalters für Digital- und Printmedien" eine Tätigkeit, die mit modernen Mitteln das gleiche Ziel verfolgt, trotzdem aber völlig anders gelagert ist und vor allem wesentlich weniger Menschen in Lohn und Brot hält. Als Steppke hatte ich das Glück noch die Satzabteilung einer Tageszeitung zu erleben, die mit Bleisatz arbeitete. Zugegeben, ich war damals verängstigt von den großen lauten Maschinen, auch die Hitze und der Gestank waren nicht wirklich ein Traum. In Erinnerung geblieben sind mir aber die vielen Menschen, die mit der Produktion der Zeitung zu tun hatten. Als ich kaum 20 Jahre später selbst in Redaktionen zu tun hatte, sah das schon anders aus. Die Journalisten tippten am Computer ihre Texte selbst im Redaktionssystem ein, führten dabei gleich auch die Formatierungen, für die früher eben die Setzer zuständig waren. Zugegeben die Arbeitsatmosphäre war ruhiger und die Klimaanlage war nun in der Lage die Temperatur angenehm zu halten. Aber wo waren die Setzer? "Retrodruck" vollständig lesen »
Es geht aber auch noch schneller. In einer Entwicklung von höchstens 20 Jahren wurde der Beruf des Schriftsetzers quasi ausgerottet. Zwar gibt es mit dem sog. "Mediengestalters für Digital- und Printmedien" eine Tätigkeit, die mit modernen Mitteln das gleiche Ziel verfolgt, trotzdem aber völlig anders gelagert ist und vor allem wesentlich weniger Menschen in Lohn und Brot hält. Als Steppke hatte ich das Glück noch die Satzabteilung einer Tageszeitung zu erleben, die mit Bleisatz arbeitete. Zugegeben, ich war damals verängstigt von den großen lauten Maschinen, auch die Hitze und der Gestank waren nicht wirklich ein Traum. In Erinnerung geblieben sind mir aber die vielen Menschen, die mit der Produktion der Zeitung zu tun hatten. Als ich kaum 20 Jahre später selbst in Redaktionen zu tun hatte, sah das schon anders aus. Die Journalisten tippten am Computer ihre Texte selbst im Redaktionssystem ein, führten dabei gleich auch die Formatierungen, für die früher eben die Setzer zuständig waren. Zugegeben die Arbeitsatmosphäre war ruhiger und die Klimaanlage war nun in der Lage die Temperatur angenehm zu halten. Aber wo waren die Setzer? "Retrodruck" vollständig lesen »
Sonntag, 23. März 2008
Musikalisches Osterpräsent
Neben Phillip Eno finden sich dort aber auch andere Künstler die einen Blick wert sind. Besonders gut gefällt mir Uncletoe's Portasound, mit ihren Coverversionen von She Bangs The Drums (orig. von The Stone Roses) und Femme Fatale (orig. von The Velvet Underground).
Freitag, 21. März 2008
Monsanto räumt Schuld an Kontamination ein
Der Gang vor Gericht war also unausweichlich und Percy Schmeiser verklagte Monsanto. Am vergangenen Mittwoch hätte es zur Verhandlung kommen sollen. Wenn, ja wenn Monsanto nicht eine Stunde vorher sein Verschulden eingeräumt hätte, der Begleichung der Rechnung zugestimmt und vor allem auf eine Verschwiegenheitserklärung verzichtet hätte. So wissen wir jetzt davon und vor allem wissen jetzt die Landwirte, die ebenfalls von Monsanto wegen angeblicher Lizenzverletzungen verklagt werden, dass sie dem Konzern nicht chancenlos ausgeliefert sind.
So bitter das für Monsanto jetzt sein mag, irgendwie ist es doch konsequent. Wer glaubt als Patentinhaber automatisch an allen Punkten der Wertschöpfung teilhaben und selbst aus verflogenen Samen noch Kapital schlagen zu können, der muss auch einsehen, dass er dann auch für die Schäden gerade stehen muss. Das kann sich im Falle der Gentechnik sehr schnell zu einen Fass ohne Boden entwickeln. Das gesamte Geschäftsmodell Gentechnik steht jetzt erst Recht auf tönernen Füßen.
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