Was mir bisher mit OpenAgro versagt geblieben ist, lauffähige freie Agrarsoftware, hat Jan im Alleingang geschafft. Das ist aber kein Grund Neid aufkommen zu lassen. Da es bisher, trotz plattformunabhänigen Toolkit, nur eine Windows Version von QtFarm gibt, konnte ich mich wenigstens als Portierer einbringen. Somit gibt es seit heute die erste freie deutschsprachige Ackerschlagkartei unter Linux. Wenn es interessiert kann sich das Programm auf der Website von Jan herunterladen. Dort gibt es auch die Windows Version, für alle jene die es einfach nicht übers Herz bringen auf Linux umzusteigen.
Hoffentlich ist damit endlich der allgemeine Trend zu Open Source auch in der Landwirtschaft angekommen. Zeit wird es jedenfalls. Die Diskussion mit Anwendern und Anbietern von Agrarsoftware, die ich in den letzten Jahren führen durfte, waren kafkaesk. Die Anbieter wollen partout nur Windows unterstützen, weil die Landwirte ja nur Rechner mit Windows im Büro stehen haben. Die Landwirte wollen nicht von Windows lassen, weil es nur dafür die Software gibt, die sie für ihren Betrieb brauchen. Und die Vorbehalte gegenüber Open Source - weil was nix kostet ja auch angeblich nix taugt - erinnern mich fatal an die Diskussion, die ich Ende der 90er mit meinen damaligen Vorgesetzten geführt habe.
Aber wozu aufregen. Wer lieber Geld für Software zahlt, die doch nicht das tut was von ihr erwartet wird, als selbst an freier Software mitzuarbeiten und sie dadurch zu gestalten, der will es scheinbar auch nicht anders. Jedenfalls gibt es jetzt mit QtFarm den Beweis, dass es auch freie Software für Landwirte geben kann.






