Romuald Schaber vom
Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat heute in Weihenstefan den sofortigen Milchlieferstopp angekündigt. In einer
Pressemitteillung des Verbands heisst es: "88 % der an der Umfrage beteiligten Mitglieder sprachen sich für einen Lieferstopp aus." Das ist wieder statistisches Geplänkel, wer sind die 88% nun. Wurden alle Mitglieder befragt, haben alle geantwortet und sind auch alle Antworten berücksichtigt wurden? Mehr Fragen als Antworten. So sehr ich das neue Selbstbewusstsein der Milchbauern begrüsse, so sehr muss ich doch immer mehr feststellen, dass die neuen Interessensvertreter bei ihrer PR doch nur den etablierten nacheifern.
Als es vor knapp zwei Monaten um den
Milchstreit zwischen der MEG Augsburg-West und Müllermilch ging, rief der DBV zur Demonstration vor die Konzernzentrale. Heute liess der BDM seine Mitglieder bei der Molkerei Weihenstefan, die ebenfalls zum Müllermilch-Konzern gehört, demonstrieren. Denn, so der Vorsitzende Schaber, "die Firma Müllermilch stehe stellvertretend für alle Molkereien Deutschland".
Das hörte sich vor ein paar Wochen noch anders an. Von der
Augsburger Allgemeinen wird der Augsburger Kreisvorsitzende des BDM so zitiert:
Mögele hat die Aktivitäten der MEG in den vergangenen Monaten skeptisch gesehen. "Die wollten mehr Geld als die Einzellieferanten bekommen." Er verteidigt Müller. Der hätte immer einen anständigen Preis bezahlt. Für Mögele kam die Demonstration der MEG zum falschen Zeitpunkt. "Zurzeit gibt es viel Milch, der Protest wäre im Sommer wirksamer gewesen."
Dann ist jetzt eben Sommer, warm genug wäre es ja. Nur was die Rolle von Müllermilch angeht sollten sich die Funktionäre des BDM noch einmal absprechen und eine gemeinsame Richtung vereinbaren. Sonst wird das mit dem Protest nämlich wieder nix!