Die Vorsitzende der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" hat wegen Drohanrufen ihr Amt, nur wenige Tage nach der Wahl wieder niedergelegt.
Über die Identität der Anrufer gibt die Presseerklärung (PDF) keine Auskunft. In einem Kommentar auf der Webseite der Bürgerinitiaive, wird ein Bezug der Gewaltandrohung zur PR Kampagne hergestellt, mit der das Bauvorhaben der Firma Lang Papier positiv dargestellt werden soll. Ob der Bezug indirekt oder gar direkt vorhanden ist, wird sich schlechterdings nicht nachweisen lassen. Zwei Dinge sind aber zweifelsfrei festzustellen. Wer sich heutzutage bürgerschaftlich engagiert hat mit Gegenwind aus dem Lager der professionellen Stimmungsmacher zu rechnen. Die Mehtoden der Stimmungsmache sind dabei rein technokratisch.
Mittwoch, 30. September 2009
Vorsitzende der BI Gesundes Wertachtal bedroht
Stöckchen für die grüne Mode
Tja, heutzutage darf auch ein Style-Noob über Mode schreiben, nach einer aufseheneregenden Fotoserie, bin ich ja mittlerweile sogar fast zum Dilettanten in Modedingen aufgestiegen. Dabei ist der persönliche Bezug gar nicht so weit hergeholt wie mein Konsumverhalten bei Kleidung den Anschein erweckt. Die Urproduktion fidnet überwiegend in der Landwirtschaft statt. Als Ackerkultur wie etwa Baumwolle, Leinen oder Hanf. In der Tierhaltung, sei es die Wolle von Schafen oder Leder, das als Abfallprodukt der Fleischproduktion anfällt. Als Verfechter ökologischer Landwirtschaft lege ich da die gleichen Kriterien an, wie für die Produktion von Nahrungsmittel auch. Es erscheint mir einfach inkonsequent dem Brötchen am Frühstückstisch mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich der Herkunft zu schenken, als dem Hemd und der Hose, die ich anziehe. Einziger Unterschied ist die Kauffrequenz und daher rührt sicher auch der Lachanfall einiger Leser. Bei meiner "Leidenschaft" fürs Shopping wird es noch einige Zeit dauern bis alle Altlasten aus dem Schrank verschwunden sind. Ausserdem bin ich ein Mann, wir sind geradezu genetisch dazu verdammt, innigste Beziehungen zu 10 Jahre alten Hosen aufzubauen.
Ganz praktisch gibt es für mich ein weiteres Kriterium. Was mir bisher an Öko-Klamotten untergekommen ist, war qualitativ erstklassig. Was der druchschnittlichen Verweildauer in meinem Schrank sehr entgegenkommt. Klar sollte sein, dass es sich dabei nicht Label-Bio aus den einschlägigen Discounter handelte, was auch gleich zum nächsten Argument führt. Faire Fertigung ist für mich ebenso wichtig wie die ökologisch korrekte Ur- und Stoffproduktion. Das wird thematisch zwar auch von der sog. Eco-Fashion abgedeckt aber leider nicht immer ultimatives Kriterium. Ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle mag beim Ramscher für ein paar Euro machbar sein. Ob der Stoff dann aber bei der Herstellung einen Umweg um die Sweatshops gemacht hat, halte ich für eher unrealistisch.
Damit das Thema aus berufenerem Munde weiterbehandelt wird, werfe ich das Stöckchen zu Sebastian Backhaus und Markus Trumann, aka better and green.
Die Bio Messe München geht an den Start

v.l.n.r. Joachim Lorenz, Stadt München - Josef Huber, StmELF - Norbert Bargmann, Messe München - Nicole Stocker, Hofpfisterei - Josef Wetzstein, Bioland - Eva Seißer, Messe München
Das Konzept der "Bio Messe München" macht einen interessanten Spagat:
Für Endverbraucher soll die Messe ein umfangreiches Informationsmedium sein, das den Terminus "Bio" in allen seinen Facetten darstellt um so die Glaubwürdigkeit der Produkte zu präsentieren. Neben Besuchern, die bereits überzeugte Bio-Konsumenten sind, sollen auch neue Käufer angesprochen werden.
Großverbrauchern aus Hotelerie und Gastgewerbe soll gezeigt werden, wie auch sie Bio vermarkten können. Angefangen von der Beschaffung, über die Verarbeitung, bis zur Produkpräsentation.
Für Biolandwirte und solche die es werden wollen, bietet die Messe nicht nur die Möglichkeit sich und die eigene Arbeit potentiellen Kunden zu präsentieren. Die "Bio Messe München" will auch eine Informationsplattform für die Landwirte sein. Sie sollen sich über Agrartechnik, Betriebsmittel und Betriebsaussattung, speziell für die ökologische Landwirtschaft informieren können.
Montag, 28. September 2009
Was vom Wahltag übrig bleibt
Leider ergaben auch die Mittagsnachrichten keine Erkenntnisse, die darauf schliessen lassen, dass das gestrige Wahlergebnis nur ein schlechter Traum war. Nun gut, dann also auf in vier Jahre Marktradikalismus. Doch ein paar positive Dinge hatte die Bundestagswahl trotzdem. Die Grünen haben ihr bestes Ergebnis eingefahren und das nicht etwa, weil die Wahlbeteiligung so geringausfiel, dass die Stimmen der Stammwähler mehr Gewicht hatten. Die Grünen erhielten auf Bundesebene über 800000 Stimmen mehr als vor vier Jahren. Hans-Christian Ströbele hat seinen Wahlkreis erneut gewonnen. Unser aller Zensursula konnte dagegen in ihrem Heimatwahlkreis nicht punkten, wenn ihr nicht einmal die Nachbarn trauen, ist noch nicht aller Tage Abend. In Bayern sind der CSU über 660.000 Wähler davongelaufen. Der Rest reicht zwar immer noch für den Gewinn alle Direktmandate, doch steter Tropfen höhlt auch hier. Im Vergleich dazu gingen der CDU in allen anderen Bundesländern gerade mal die doppelte Anzahl der Stimmen, also rund 1,3 Mio, verlustig. 65,4% der Wahlberechtigten haben weder die CDU, CSU noch FDP gewählt. Eine junge Partei, sowohl was ihr Alter, als auch das Durchschnittsalter der Mitglieder und Wähler, angeht, schafft es aus dem Stand über 845.000 Wähler zu mobilisieren. Das steckt Potential drin, vorausgesetzt die Piraten schaffen es ihren Ein-Themen-Nimbus abzulegen. Die DVU ist wieder aus dem Landtag in Brandenburg geflogen.
Was bleibt ist die Frage wie man die die Politik der Tigerentenkoalition überlebt, auch wenn einem Bürgerrechte, Umweltschutz, Frieden und Gemeinwesen am Herz liegen und nicht nur Floskeln für die Inanspruchnahme politischer Macht sind. Außerparlamentarische Opposition wird wichtiger sein denn je. Wir sollten unsere Stimme zu jedem Thema erheben. Das fängt auf lokaler Ebene an. Nicht nur in Bayern, da aber besonders eklatant, basiert die politische Dominanz auf fehlendem Widerspruch, gepaart mit der Gleichgültigkeit vieler Bürger, die sich nach der Wahl wieder einstellt. Das setzt sich auf Landes- und Bundesebene fort.
Praktisch heisst das, dass die Sitzungen des Gemeinde- bzw. Stadtrat zu Plichtterminen werden, den Abgeordneten von Bundestag und Landtag sollte hin und wieder ein Besuch im Wahlkreisbüro abgestattet werden. Auch wenn sie politisch auf einer anderen Bank sitzen, zuhören werden sie und irgendwie müssen sie auf den Widerspruch auch reagieren.
Wenn es nicht so weit vor die eigene Türe gehen soll, sind auch Online-Kampagnen, wie sie z.B. campact!de durchführt, ein Weg. Aktuell kann ein offener Brief an Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle gezeichnet werden, mit dem sie rechtzeitig vor den Koalitionsverhandlungen daran erinnert werden sollen, dass die Verlängerung der AKW-Laufzeiten von den Bürgern nicht erwünscht ist. Statt die Parlamentarier direkt zu kontaktieren, kann man sie auch bei abgeordnetenwatch.de befragen, was auch den Vorteil hat, dass Frage und Antwort öffentlich sichtbar ist.
Gefragt sind auch direktere Form der Demokratie in allen Parlamenten. Wir müssen die Möglichkeit haben direkt auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Langfristig wird es nicht mehr funktionieren, Parteien nach deren Wahlprogrammen zu wählen und die Entscheidung dann vier Jahre (oder noch mehr) ruhen zu lassen, während sich die Volksvertreter in Machtspielen profilieren. Schlagworte, wie "Direkte Demokratie" und "Partizipatorische Demokratie", gibt es dafür ja schon. Mit Leben muss man sie füllen, je nach Gusto, in einer Parteistruktur oder eben ohne.
Die APO (ausserparlamentarische Opposition) ist nicht unbedingt positiv belegt, doch eine APO 2.0 könnte die Politik von dort aus beinflussen wo sie eigentlich hingehört, zu den Bürgern, die mehr sind als Stimmvieh.
Was bleibt ist die Frage wie man die die Politik der Tigerentenkoalition überlebt, auch wenn einem Bürgerrechte, Umweltschutz, Frieden und Gemeinwesen am Herz liegen und nicht nur Floskeln für die Inanspruchnahme politischer Macht sind. Außerparlamentarische Opposition wird wichtiger sein denn je. Wir sollten unsere Stimme zu jedem Thema erheben. Das fängt auf lokaler Ebene an. Nicht nur in Bayern, da aber besonders eklatant, basiert die politische Dominanz auf fehlendem Widerspruch, gepaart mit der Gleichgültigkeit vieler Bürger, die sich nach der Wahl wieder einstellt. Das setzt sich auf Landes- und Bundesebene fort.
Praktisch heisst das, dass die Sitzungen des Gemeinde- bzw. Stadtrat zu Plichtterminen werden, den Abgeordneten von Bundestag und Landtag sollte hin und wieder ein Besuch im Wahlkreisbüro abgestattet werden. Auch wenn sie politisch auf einer anderen Bank sitzen, zuhören werden sie und irgendwie müssen sie auf den Widerspruch auch reagieren.
Wenn es nicht so weit vor die eigene Türe gehen soll, sind auch Online-Kampagnen, wie sie z.B. campact!de durchführt, ein Weg. Aktuell kann ein offener Brief an Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle gezeichnet werden, mit dem sie rechtzeitig vor den Koalitionsverhandlungen daran erinnert werden sollen, dass die Verlängerung der AKW-Laufzeiten von den Bürgern nicht erwünscht ist. Statt die Parlamentarier direkt zu kontaktieren, kann man sie auch bei abgeordnetenwatch.de befragen, was auch den Vorteil hat, dass Frage und Antwort öffentlich sichtbar ist.
Gefragt sind auch direktere Form der Demokratie in allen Parlamenten. Wir müssen die Möglichkeit haben direkt auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Langfristig wird es nicht mehr funktionieren, Parteien nach deren Wahlprogrammen zu wählen und die Entscheidung dann vier Jahre (oder noch mehr) ruhen zu lassen, während sich die Volksvertreter in Machtspielen profilieren. Schlagworte, wie "Direkte Demokratie" und "Partizipatorische Demokratie", gibt es dafür ja schon. Mit Leben muss man sie füllen, je nach Gusto, in einer Parteistruktur oder eben ohne.
Die APO (ausserparlamentarische Opposition) ist nicht unbedingt positiv belegt, doch eine APO 2.0 könnte die Politik von dort aus beinflussen wo sie eigentlich hingehört, zu den Bürgern, die mehr sind als Stimmvieh.
Geschrieben von Michael Wenzl
um
14:37
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Tags für diesen Artikel: apo 2.0, außerparlamentarische opposition, campact, liquid democracy, partizipatorisch demokratie, wahl
Sonntag, 27. September 2009
Bundestagswahl live mit dem Bundesradio 2009

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Wem der Player hier im Blog zu klein ist, kann sie die grosse Version ansehen, ausserdem gibt es einen reinen Audiostream von der Veranstaltung in Berlin. Wer nicht direkt vor Ort im Betahaus teilnehmen kann, hat dies auch virtuell via IRC (Chat).
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