Wie bereits in einem Kommentar erwähnt, kamen Die_Farmblogger zu einem kurzen Fernsehauftritt (ca. zwei Sekunden) im heute-journal. Den insgesamt 3,5 Minuten langen Beitrag mit dem Titel "Imagewandel der deutschen Bauern" kann man sich in der ZDF Mediathek online ansehen.
Kurz zusammengefasst, die Anmoderation kommt nicht ohne "Bauer 2.0" Kalauer aus den Puschen und das Resume kann in etwa so lauten "Landwirtschaft hat nichts mit Romatik zu tun und die Landwirte haben im wesentlichen zwei Probleme, zuviel Arbeit und zu wenig Frauen". Als Beweis für das "2.0", also die neue Generation der Landwirte wird der Jungbauernkalender angeführt und Bilder aus diesem samt Quellenangabe gezeigt. Wahrscheinlich um nicht zu sexistisch zu wirken sind unter die TV-Diashow auch Bilder von adretten und leicht bekleideten Männern gemischt. Leider erfährt der Zuschauer nicht, dass es sich dabei um die österreichische "Men Edition" handelt. Die bayerischen Jungbauern haben so etwas leider noch nicht veröffentlicht, obwohl ihnen das die Berufskollegen aus Österreich seit 2002 erfolgreich vormachen. Dann noch ein kurzer "Wetten, dass" Ausschnitt - Kühe am Schmatzen erkennen, ein Schwenk über die Kopfzeile unseres Blogs und das Video der Band Beckenrand. Zur Untermauerung, dass der einzige Knick im Selbstbewusstsein der modernen Landwirte ihr angeblich mageres Beziehungsleben ist, folgt zum Abschluss ein Screenshot von landflirt.de.
Ich will gar nicht behaupten, dass von den Bauern die ich kenne keiner auf Brautschau wäre und es ist sicher richtig festgestellt, dass Romantik ein Attribut ist, das nur noch in der Vorstellung berufsfremder besteht. Schlussendlich hat sich in den letzten Jahren auch ein Wandel in Richtung moderner Kommunikationsformen vollzogen, wenn auch nicht ganz so schnell wie in anderen Branchen. Aber zu mehr als Klischeebildung hat der Beitrag des heute-journals leider nicht gereicht. Was mir persönlich gefehlt hat waren moderne Agrarseiten wie agrarheute.com oder die Online-Community landlive.de, beide vom dlv. Ein Blick in das Forum des Bäurinnentreff und den Landtreff hätte gezeigt, dass das Internet und erst recht alles zwonullige für die Landwirtschaft nicht erst seit gestern existiert.
Zum Thema Wandel passt auch gut die Pressemeldung des Deutschen Bauernverbandes, dass man in einer "Agenda 2012" hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit plane "Neue Informationswege – gerade auch für Jugendliche – ... kreativ weiterzuentwickeln". Wenn das mal nicht schon veraltet ist bevor es 2012 fertig entwickelt ist. Man denke nur mal 5 Jahre zurück - 2002 sahen die meisten Zeitungen ihre Webseiten als Beiwerk an, heute könnte man fast sagen, dass die Printausgabe zur Nebensache wurde. Blogs waren damals noch ein Spielzeug der "early adaptor", "social networks" und "community manager" bahnten sich gerade mühsam den Weg in den Wortschatz der langsam wachsenden Internetgemeinde. 5 Jahre waren schon immer eine lange Zeit, aber im Bereich Kommunikation sind das schon Generationen deren Entwicklung selbst Auguren und Glaskugeln maximal auf 2 Jahre taxieren können.







Wenn Die_Farmblogger als eines von zwei dominanten Landwirtschafts-Netzwerken genannt wird, schwellt das fast ein wenig die Brust. Relativiert sich aber, wenn man sich den Artikel von Hans Bayartz genauer ansieht. Inhaltlich ist er gut gemeint, das steht
Aufgenommen: Nov 13, 12:40