Heute war ich auf einer Fachtagung der
Landwirtschaftskammer NRW zum Thema "Verbraucher zwischen Fakten und Hysterie - Ernährungssicherheit im Fokus". Sehr interessant. Vieles läßt sich in einem Zitat eines Referenten Zusammenfassen: "Eine Salmonelle macht noch keinen Durchfall". Kernig.
Es ging um Themen wie unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln (z.B. Pflanzenschutzmittel, Dioxin, Mykotoxine) und dabei wurde erläutert, wie überhaupt eine Risikobewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung vorgenommen wird, wie Höchstmengen ermittelt werden usw.. Es wurde mal wieder sehr schön deutlich wie unterschiedlich Experten und Verbraucher verschiedene Risiken einschätzen. Letztlich ist es ja so, dass jeder Raucher eigentlich keinen Gedanken an Pflanzenschutzmittel in den sehr häufig belasteten Paprika verschwenden müßte, weil er sich viel gefährlichere Sustanzen in höherer Konzentration jeden Tag in die Lunge zieht. Dabei kann man die Paprika durch einfaches Waschen noch von den meisten Übeln befreien. Paprika sind sowieso ein fieses Zeug. So etwa 80% der Proben im Monitoring sind mit Pflanzenschutzmittelrückständen behaftet und bei ca. 25% werden die Höchstmengen überschritten. Im Vergleich dazu werden z.B. im Fleisch nur bei 0,19% der Proben Arzneimittelrückstände gefunden.
Interessant fand ich auch die Aussage, dass in Folge des Verbots von antibiotischen Leistungsföderern (=Antibiotika in geringer Konzentration als Futterzusatz zur Verbesserung der Futterverwertung) keineswegs der Verbrauch von Antibiotika im nennenwerten Umfang abgenommen hat. Jetzt werden die Schweine einfach öfter krank und müssen dann mit höheren (therapeutischen) Dosen behandelt werden. Immerhin die Gefahr der Resistenzbildung wird bei dieser Praxis vermindert. Ich hoffe, die LWK stellt die Tagungsunterlagen online. Die Anregung wurde zumindest positiv aufgenommen. Hier sind noch einige Links zum Thema von Dr. Gustav Offenbächer, LUFA Speyer
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Bundesinstitut für Risikobewertung
Landwirtschaftsministerium NRW
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart
Lufa Speyer
Was wir Essen - Infoportal über Lebensmittel (vom aid)
Initiative 5 am Tag (gemeint ist Gemüse und Obst)
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Foodwatch
aid infodienst, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V.
Verbraucherzentrale NRW
Ach ja, kleine Anekdote am Rande. Der Landfrauenservice sorgte fürs Mittagessen. Sehr lecker, vielseitig und nett bedient. Da fragt jemand: "Ist das alles selbst gemacht?" Hää? Was erwartet der für eine Antwort? Passend wäre ja gewesen "Nein da ist eben ein dicker Hintern vom Himmel runter gekommen und hat uns das einfach so in die Töpfe geschissen." aber die Landfrauen sind ja höflich...