
In einem Radiobeitrag des Bayerischen Rundfunks ist mir
vor einiger Zeit die Initiative "Der faire Milchlieferant" aufgefallen. Leider gab es damals noch kaum Information dazu im Netz. Das hat sich seit letzter Woche geändert. Auf
www.faire-milchlieferanten.de stellen die Landwirte um Jürgen Zettl ihre Idee der fairen Milchproduktion, nun auch im Netz dar. Das Grundprinzip dabei ist, dass keiner der beteiligten Landwirte mehr Miclh produziert, als ihm die Quote zugesteht. Damit soll verhindert werden, dass der Mengenüberschuss die Preis in den Keller treibt. Als Ausgleich erhalten die Landwirte Gelder aus einem Fond. Der Fond wird über
Mitgliedsbeiträge und Spenden von Verbrauchern finanziert, die auf diese Weise die
fairen Milchlieferanten unterstützen. Im Gegensatz zu anderen Aktionen, bei denen Konsumenten freiwllig einen Aufpreis zahlen, müssen
faire Milchlieferantennicht die Molkerei wechseln bzw, eigene Vermarktungsstrukturen aufbauen.

Auch wenn das Timing kaum schlechter sein könnte, was wohl ein Zugeständnis an die mediale Aufmerksamkeit rund um die grüne Woche ist, wird es in Deutschland wird ab dem 20. Januar 2010 Milch in den Handel kommen, die als "
Die faire Milch" vermarktet wird. Zunächst wird es sie in 300 Tegut und 1200 Rewe Geschäften in Süddeutschland geben und 99 Cent pro Liter kosten. Die Idee stammt vom
BDM und die Vermarktung erfolgt durch die
MVS Milchvermarktungs-GmbH. Grundsätzlich ein wichtiger Schritt, denn nur wenn die Vermarktung der Milch selbst in die Hand genommen wird, fällt das Preisdiktat von Handel und Molkerei weg. Einen konzeptionellen Schwachpunkt gibt es hier aber, ebenso wie der
Bayerischen Bauernmilch, auch. Die Milch muss vergleichsweise lange Transportwege zurücklegen, von Produzenten, die hauptsächlich in Bayern zu finden sind, in eine Molkerei nach Hessen und von dort wieder zurück und die Geschäfte. Die Ursache dafür dürfte klar sein, der
BDM ist wohl zu vielen Molkereien auf die Füße getreten, als, dass die sich jetzt über die neuen Auftraggeber freuen könnten.
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