Manchmal grenzt es geradezu an Arroganz und Unhöflichkeit wenn Unternehmen E-Mails mit Anhängen verschicken die mit einem Officepaket eines Softwareunternehmens aus Redmond erstellt wurden. So richtig auf die Palme bringen mich dann aber diejenigen, die verlangen, dass Dokumente (Bewerbungen, Angebote etc.) als Word Datei eingereicht werden sollen.
Heute hatte eine Personalberaterin bei mir angefragt ob ich denn Interesse an einem Projekt "im Problemfeld IT Sicherheit" hätte. Als ich dies bejahte, hiess man mich doch meinen Lebenslauf und ein Profil meiner letzten Projekte als Word Datei per E-Mail zu einsenden. Das kenne ich ja nun schon und weiss auch, dass es sinnlos ist über Sinn und Unsinn zu diskutieren. Mir war heute aber nach etwas Ansprache und so kramte ich die Worddatei meiner Facharbeit heraus, die ich seinerzeit mit Word 3 (das war noch zu DOS Zeiten) erstellt habe. Diese Datei benannte ich in CVundProfil.doc um und sendete diese an die E-Mailadresse der Dame. Keine halbe Stunde später kam ein Anruf, sie könne die Datei nicht öffnen, das Datei wird nicht erkannt, sie hat aber doch das neueste Office und ob ich denn was verkehrt gemacht habe. Nein, natürlich nicht. Ich habe wie gewünscht eine Word Datei geschickt und fragte ob sie denn nicht mit Word 3 arbeitet. Das tut sie natürlich nicht und ob ich denn nicht wisse was MS Office ist und was ich denn für ein IT Consultant sei wenn ich nicht einmal eine Worddatei schicken kann. Ich antwortete, dass ich das könne habe ich doch gerade bewiesen, offensichtlich kann die Fachberaterin für IT Personal keine Worddatei lesen. Was folgte war Schweigen auf der Gegenseite, jetzt sah ich meine Stunde kommen. Freundlich fragte ich sie warum denn eine Worddatei so wichtig ist. Sie sagte, dass das schon immer so gemacht wird seit sie Personalberaterin ist. Die Antwort auf meine Frage hin ob denn eine PDF Datei nicht auch ginge bekam ich zur Antwort, dass man PDF Dateien ja nicht edititeren kann. Mein berechtigter Einwand, dass es eh keinen Sinn macht meinen Lebenslauf jetzt noch zu ändern und, dass es mich sehr viel Mühe gekostet hat selbigen fast 40 Jahre lang selbst zu verhunzen wurde als unsachlich abgetan. Auch der Hinweis auf die Verletzung der Urheberrechtes wurde nicht ernst genommen. Wenn ich mich schon auf eine Stelle bewerbe, dass müsste ich mich schon ein wenig an die Gegebenheiten anpassen. Darüber liesse sich auch trefflich streiten, aber Personalberater und -vermittler haben diesbzgl. eine andere Wahrnehmung, vor allem wenn es darum geht wer wen wann angefragt hat wird gerne mal etwas durcheinandergebracht.
Bevor man mich jetzt zum Personalberaterhasser erklärt, bei dieser Dame handelt es sich quasi um eine alte Bekannte die regelmässig einmal im Monat anfragt, speziell dann wenn sie C++ oder Java Entwickler braucht, was ich einfach nicht bin und ich ihr jedesmal wieder sage. Ausserdem ist die Agentur für die sie arbeitet in der Branche verrufen, in aller Regel arbeiten sie ohne Auftrag, d.h. wenn man die Stellenanzeigen oder einschlägige Online Stellenmärkte durchforstet kann man sich auch gleich direkt bewerben.
Lange Rede - gar kein Sinn. Worum es eigentlich ging war doch die Unsitte E-Mails mit Dateianhängen irgendwelcher Officepakete zu verschicken. Dieses Ereignis hat mich dazu ermuntert einen Beitrag zu schreiben warum man keine Officedateien als E-Mail Anhang verschicken soll. Auf jeden Fall schicke ich den Link auch der netten Personalberaterin, helfen wird es nichts.
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