Ab und zu sehe ich mir die Suchbegriffe an, mit denen Besucher hier auf das Blog verwiesen werden. Nicht um daraus eine SEO-Strategie abzuleiten, sondern zur reinen Belustigung. Sehr oft kommt z.B. "Austrittserklärung Bauernverband" vor. Heute ist mit ein Suchbegriff untergekommen, der mich stutzig machte: "hat der bankomaten in schwabmünchen kamera"
Versucht da etwa jemand übers Netz Informationen über Geldautomaten zu erhalten? Die Taktik dahinter wäre eigentlich klar. An Automaten, die nicht überwacht sind, lässt sich leicht entsprechende Geräte anbringen, die Karte und zugehörige PIN den Kunden entwenden. Was mich ebenfalls stutzig macht, ist das Wort Bankomat, das kenne ich eigentlich aus Österreich, die Suchanfrage selbst kam aber mit der IP eines deutschen Providers. Die unorthodoxe Pluralbildung macht es nicht seriöser.
Eigenartig, sehr eigenartig.
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Suchen EC-Karten-Betrüger im Netz nach ungesicherten Geldautomaten?
Geschrieben von Michael Wenzl
in IT
um
09:30
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Tags für diesen Artikel: überwachung, bank

Montag, 14. September 2009
Rette Deine Freiheit
Ein sehenswertes Video von Alexander Lehmann:
Mehr dazu auf RetteDeineFreiheit.de, im Blog und auf Twitter. Für den ebenfalls von ihm stammenden und nicht minder sehenswerten Film "Du bist Terrorist", kann noch bis 24. September beim bitfilm Festival gestimmt werden.
[via]
RetteDeineFreiheit.de from alexanderlehmann on Vimeo.
Mehr dazu auf RetteDeineFreiheit.de, im Blog und auf Twitter. Für den ebenfalls von ihm stammenden und nicht minder sehenswerten Film "Du bist Terrorist", kann noch bis 24. September beim bitfilm Festival gestimmt werden.
[via]
Geschrieben von Michael Wenzl
in IT
um
14:07
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Sonntag, 13. September 2009
Wenn irgendwann doch die Angst gewinnt
Wollen wir hoffen, dass es nie so weit kommt. Doch nur mal angenommen das Orwell'sche Horrorszenario wird doch wahr, spätestens dann sollten wir uns solche Bilder wieder in Erinnerung rufen:
Was da nun genau der Auslöser für die Prügelattacke war, lässt sich dem Video nicht zweifelsfrei entnehmen. Fefe schreibt, dass der Radfahrer, der dort unsanft angegangen wurde, Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte. Handgreiflichkeiten in Richtung eines Polizisten sind nicht zu erkennen, was ich mir vorstellen kann (Vermutung!) ist, dass besagter Radfahrer seinem Unmut verbal Luft gemacht hat. Reicht das schon um von der Polizei verprügelt zu werden? Jeder Streifenpolizist weiss, dass er in einer solchen Situtation die Sache am besten dadruch entschärft, indem er selbst ruhig bleibt und ggf. den Gehörgang auf Durchzug setzt. Möglicherweise war die Situation ja auch insgesamt sehr angespannt, weil Menschen die für mehr Freiheit demonstrieren ja automatisch auch potentielle Gewalttäter sind. Wer weiss schon was in den Köpfen vorgeht und mit welchen Feindbildern sie ausgestattet wurden.
Vollkommen unklar und bar jeder sinnvollen Polizeitaktik ist es, wenn ein unbeteiligter Passant in das Gemenge verwickelt und dabei auch noch verletzt wird. Das ist der Stoff aus dem dann die Fernsehbilder mit brennenden Polizeifahrzeugen sind. Denn das muss man hier klar feststellen, das hätte durchaus weiter eskalieren können, wenn es hier nicht passiert ist, war das kein Verdienst der Polizei, sondern ist den besonnen Demonstranten geschuldet.
Für den Vorfall werden Zeugen gesucht werden, war Hinweise hat möge bitte mit dem CCC Kontakt aufnehmen. [via]
Nachtrag: Mittlerweile gibt es eine Presseerklärung der Berliner Polizei, in der der Vorfall eingeräumt wird und Ermittlungen wg. Körperverletzung im Amt angekündigt werden. Vergleicht man diese Stellungnahme mit der Schilderung eines Beteiligten (der Server ist z.Z. überlastet -> der Sachverhalt ist auch im lawblog dokumentiert), erkennt man sofort zwei Dinge: a) die Berliner Polizei hat den gewiefteren Pressesprecher und b) es gelten einmal mehr die vier Sichten "deine Seiten, ihre Seite, die Wahrheit und das was wirklich passiert ist". Auf reiner Textebene riecht das geradezu danach, unter den Tisch gekehrt oder gar komplett umgedreht zu werden.
freiheit statt angst / freedom not fear - demo 12.09.2009 from Gerd Eist on Vimeo.
Was da nun genau der Auslöser für die Prügelattacke war, lässt sich dem Video nicht zweifelsfrei entnehmen. Fefe schreibt, dass der Radfahrer, der dort unsanft angegangen wurde, Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte. Handgreiflichkeiten in Richtung eines Polizisten sind nicht zu erkennen, was ich mir vorstellen kann (Vermutung!) ist, dass besagter Radfahrer seinem Unmut verbal Luft gemacht hat. Reicht das schon um von der Polizei verprügelt zu werden? Jeder Streifenpolizist weiss, dass er in einer solchen Situtation die Sache am besten dadruch entschärft, indem er selbst ruhig bleibt und ggf. den Gehörgang auf Durchzug setzt. Möglicherweise war die Situation ja auch insgesamt sehr angespannt, weil Menschen die für mehr Freiheit demonstrieren ja automatisch auch potentielle Gewalttäter sind. Wer weiss schon was in den Köpfen vorgeht und mit welchen Feindbildern sie ausgestattet wurden.
Vollkommen unklar und bar jeder sinnvollen Polizeitaktik ist es, wenn ein unbeteiligter Passant in das Gemenge verwickelt und dabei auch noch verletzt wird. Das ist der Stoff aus dem dann die Fernsehbilder mit brennenden Polizeifahrzeugen sind. Denn das muss man hier klar feststellen, das hätte durchaus weiter eskalieren können, wenn es hier nicht passiert ist, war das kein Verdienst der Polizei, sondern ist den besonnen Demonstranten geschuldet.
Für den Vorfall werden Zeugen gesucht werden, war Hinweise hat möge bitte mit dem CCC Kontakt aufnehmen. [via]
Nachtrag: Mittlerweile gibt es eine Presseerklärung der Berliner Polizei, in der der Vorfall eingeräumt wird und Ermittlungen wg. Körperverletzung im Amt angekündigt werden. Vergleicht man diese Stellungnahme mit der Schilderung eines Beteiligten (der Server ist z.Z. überlastet -> der Sachverhalt ist auch im lawblog dokumentiert), erkennt man sofort zwei Dinge: a) die Berliner Polizei hat den gewiefteren Pressesprecher und b) es gelten einmal mehr die vier Sichten "deine Seiten, ihre Seite, die Wahrheit und das was wirklich passiert ist". Auf reiner Textebene riecht das geradezu danach, unter den Tisch gekehrt oder gar komplett umgedreht zu werden.
Donnerstag, 30. Juli 2009
Grüne Kreditkarten?
Vorweg, es ist mir schon klar, dass ich gleich wieder als zynische und rückschrittliche Altöko dastehe. Bei der Jubelperserei geht mir aber der Hut hoch. Sicher ist es schön, wenn die Gewinne im Kreditkartengeschäft nicht allein bei den Banken und Kreditkartenanbietern landen. Aber sind 30%, die davon als Spende an den BUND, terre des hommes, Plant for the Planet oder First Climate gehen schon ausreichend um sie als "grün", "grüner" oder gar "grünste" zu bezeichnen?
Sinvoller wäre es doch über den generellen Einsatz von Kreditkarten nachzudenken und die EC Karten gleich in die Überlegungen einzubeziehen. Sie erleichtern uns nicht nur den Geldverkehr, sondern lassen uns den Bezug zum Wert des Geldes verlieren. Wem ist es nicht schon passiert, dass er, bewusst oder unbewusst, sein Konto überzogen hat, weil er am Monatsende noch unbedingt etwas gekauft hat, das bequem mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt werden konnte. Was bei dem einen noch Kalkül ist, kann beim nächsten schon in einer ruinösen Verschuldung enden. Das ist die rein pekuniäre Seite. Es soll aber auch Fälle geben, da nehme ich mich nicht aus, in denen vollkommen unnützes Zeug gekauft wird, weil es eben so einfach bezahlt werden kann. Der Gang zur Bank um Bargeld zu holen, hätte da vielleicht die Zeit für den notwendigen Denkprozess geschaffen.
Nicht unbedingt das Thema für die breite Masse ist der Datenschutz. Der Gebrauch von Karten als Zahlungsmittel macht uns überwachbar und gibt Aufschlüsse über unser Konsumverhalten. Auch wenn das möglicherweise ethisch bestimmt ist, muss das ja auch nicht jeder wissen. Höre ich da irgendwo jemanden "Datenschutzgesetze" murmeln? Dazu möchte nur einmal kurz und heftig Lachen! Das hat ja mittlerweile meine greise Grossmutter kapiert, dass Unternehmen im Zweifel erst an sich und dann an Regeln denken.
Aber gut, wer unbedingt meint eine Kreditkarte zu brauchen, für den sind die sog. "grünen Kreditkarten" ein gangbarer Weg. Grundsätzlich meine ich aber, dass die grünste Kreditkarte die ist, bei der man sich vorher genau überlegt wie man sie einsetzt und ob man sie überhaupt braucht. Die Anzahl der möglicherweise gepflanzten Bäume ist da ein denkbar ungeeigneter Benchmark, ganz davon abgesehen, dass man die Bäume ja wieder pflanzen lässt und selbst keinen direkten Bezug dazu hat.
Mein Lerneffekt war jedenfalls schon vor einiger Zeit meine Kreditkarten zurückzugeben und die Zahl der EC-Karten auf ein Notexemplar zu reduzieren. Die Jahresgebühren werden gespendet und die Reduzierung sinnentleerter Spontankäufe lässt mir mehr Zeit und Geld für wichtige Dinge. Leben tue ich trotzdem noch!
Sinvoller wäre es doch über den generellen Einsatz von Kreditkarten nachzudenken und die EC Karten gleich in die Überlegungen einzubeziehen. Sie erleichtern uns nicht nur den Geldverkehr, sondern lassen uns den Bezug zum Wert des Geldes verlieren. Wem ist es nicht schon passiert, dass er, bewusst oder unbewusst, sein Konto überzogen hat, weil er am Monatsende noch unbedingt etwas gekauft hat, das bequem mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt werden konnte. Was bei dem einen noch Kalkül ist, kann beim nächsten schon in einer ruinösen Verschuldung enden. Das ist die rein pekuniäre Seite. Es soll aber auch Fälle geben, da nehme ich mich nicht aus, in denen vollkommen unnützes Zeug gekauft wird, weil es eben so einfach bezahlt werden kann. Der Gang zur Bank um Bargeld zu holen, hätte da vielleicht die Zeit für den notwendigen Denkprozess geschaffen.
Nicht unbedingt das Thema für die breite Masse ist der Datenschutz. Der Gebrauch von Karten als Zahlungsmittel macht uns überwachbar und gibt Aufschlüsse über unser Konsumverhalten. Auch wenn das möglicherweise ethisch bestimmt ist, muss das ja auch nicht jeder wissen. Höre ich da irgendwo jemanden "Datenschutzgesetze" murmeln? Dazu möchte nur einmal kurz und heftig Lachen! Das hat ja mittlerweile meine greise Grossmutter kapiert, dass Unternehmen im Zweifel erst an sich und dann an Regeln denken.
Aber gut, wer unbedingt meint eine Kreditkarte zu brauchen, für den sind die sog. "grünen Kreditkarten" ein gangbarer Weg. Grundsätzlich meine ich aber, dass die grünste Kreditkarte die ist, bei der man sich vorher genau überlegt wie man sie einsetzt und ob man sie überhaupt braucht. Die Anzahl der möglicherweise gepflanzten Bäume ist da ein denkbar ungeeigneter Benchmark, ganz davon abgesehen, dass man die Bäume ja wieder pflanzen lässt und selbst keinen direkten Bezug dazu hat.
Mein Lerneffekt war jedenfalls schon vor einiger Zeit meine Kreditkarten zurückzugeben und die Zahl der EC-Karten auf ein Notexemplar zu reduzieren. Die Jahresgebühren werden gespendet und die Reduzierung sinnentleerter Spontankäufe lässt mir mehr Zeit und Geld für wichtige Dinge. Leben tue ich trotzdem noch!
Freitag, 17. Juli 2009
Freiheit statt Angst - 12.09.2009 in Berlin
Donnerstag, 15. Januar 2009
Wenn Science Fiction zur Realität wird
Als George Orwell für den Roman 1984 'Neusprech' erfand, war die politisch motivierte Umdeutung der Sprache ein Phänomen totalitärer Regime. Zwischenzeitlich begegnen uns ähnliche Manipulationen auch in der Alltagssprache demokratischer Staaten. Werbetreibende verbiegen die Sprache nach Belieben, um ihren Auftraggebern zu höheren Umsätzen zu verhelfen. Politiker setzen vor allem auf Euphemismen um ihre Taten zu verschleiern. Zum Sprachgebrauch in der Politik hielt Martin Haase auf dem 25. Chaos Communication Congress den Vortrag "Neusprech im Überwachungsstaat".
zum Video
Wer lieber liest, kann zum gleichen Thema ein Essay von Martin Haase herunterladen, das auch Thema einer Sendung des Zündfunks war.
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Wer lieber liest, kann zum gleichen Thema ein Essay von Martin Haase herunterladen, das auch Thema einer Sendung des Zündfunks war.
Donnerstag, 6. November 2008
Verfassungsgericht schränkt Vorratsdatenspeicherung ein
In einer einstweiligen Anordnung haben die Richter in Karlsruhe entschieden, dass Verbindungsdaten nur dann an die Polizei weitergegeben werden dürfen, wenn Gefahr für Leib und Leben oder die Freiheit einer Person besteht oder es die Sicherheit des Bundes zu schützen gilt. Diese Anordnung gilt bis das BVerfG entgültig über die Vorratsdatenspeicherung entschieden hat. (Quelle: SZ + BR)
Das bestätigt die Aussage von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner während der Datenschutzführung, dass das Verfassungsgericht, regelmässig den Freiheitsgedanken über die Sammelwut öffentlicher und privater Institutionen stellt. Bleibt zu hoffen, dass die freiheitliche Philosophie auch der heimlichen Online-Durchsuchung, der sog. Novelle des BKA Gesetzes, die Schranken aufzeigt.
Das bestätigt die Aussage von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner während der Datenschutzführung, dass das Verfassungsgericht, regelmässig den Freiheitsgedanken über die Sammelwut öffentlicher und privater Institutionen stellt. Bleibt zu hoffen, dass die freiheitliche Philosophie auch der heimlichen Online-Durchsuchung, der sog. Novelle des BKA Gesetzes, die Schranken aufzeigt.
Samstag, 1. November 2008
Lass Dich Überwachen - die Führung
Erste Station war dann eine Kreuzung, an der am Beispiel von 3 Kameras der Verkehrsbetrieben, die Überwachung im öffentlichen Raum gezeigt wurde. 80 dieser Kameras zur Verkehrüberwachung gibt es im Stadtgebiet Augsburg, die dazugehörigen Monitore stehen im Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Augsburg. Von dort aus gibt es auche eine Verbindung über die die Bilddaten übertragen werden können zur Polizei. Davon abgesehen führt die Polizei keine eigene Videoüberwachung durch. Der Effekt solcher Aktionen wird dort kritisch gesehen.
Weiter ging es vor ein Kaufhaus, wo Prof. Gassner aufzeigte welchen Zweck Kundenkarten eigentlich erfüllen. Nicht der Rabatt (0,25%) für den Kunden ist wichtig, sondern das Profil über das Kaufverhalten, das damit erstellt werden kann. Sichtlich erschrocken waren die Zuhörer, dass 90% der Verbraucher solche Kundenkarten nutzen. Die Empfehlung an dieser Stelle war, einfach mal die Karte stecken zu lassen. Auf die Frage, ob diese Profile nicht auch durch die Nutzung von EC Karten erstellt werden könnten, kam die Empfehlung, einfach mit Bargeld zu bezahlen.
Als Beispiel dafür wo solche Profile schon seit langer Zeit vollkommen erstellt werden, wurde die von der Schufa angesprochen. Sie führt im Auftrag der Banken eine Risikobewertung druch, bei der auch die Wohngegend eine Rolle spielt, was sich negativ auf Kreditkonditionen auswirken kann. Eine Teilnehmerin merkte noch an, dass ähnliche Profile wohl auch in Zukunft zu erwarten seien, wenn die elektronische Gesundheitskarte eingeführt wird.
Quer durch das Kaufhaus gelangten wir dann zum Moritzplatz, wo die Sprache auf Datensammlungen im Internet kam. Als hervorragendes schlechtes Beispiel wurde Google genannt. An dem aber auch gezeigt werden kann, dass sich Widerstand lohnt. Durch die Einsprüche der Benutzer hat Google in den letzten Monaten die Zeitdauer, in der die Daten aus den Suchanfragen gespeichert werden immer weiter verkürzt. Als problematischte Datensammlung wurde google-analytics identifiziert. Einer für Webmaster einfachen Art an Zugriffsstatistiken für seine Webseiten zu kommen, allerdings um den Preis, dass die Daten (IP Adressen, Uhrzeit etc.) auf Servern gespeichert werden, die damit eigentlich nichts zu tun haben. Viel schlimmer noch, den meisten Besuchern der Webseite ist gar nicht klar, dass Daten die mit ihnen in Bezug stehen an dritter Stelle gespeichert werden.
Bevor es dann zum Abschluss in den orangen Raum ging, wurde noch kurz vor einem Internetcafe halt gemacht. Hier ging es nocheinmal kurz um Google, genauer gesagt Streetview. Prof. Gassner malte das nicht unwahrscheinlich Bild aus, dass die Aufnahmen, die z.Z. erstellt und verarbeitet werden auch von Scoring-Agenturen herangezogen werden könnten um von den Wohnverhältnissen auf die finanzielle Situation einer Person zu schliessen. Zum Finale dann noch ein kurzer Schwenk über die Vorratsdatenspeicherung und den Bundestrojaner. Sich davor zu schützen ist in beiden Fällen schwierig. Es besteht aber die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht Grenzen setzt, die der Freiheit einen höheren Stellenwert als der Überwachung einräumt.
Quintessenz der Führung: Die Erhebung von Daten, gleich welcher Art, muss immer mit der Freiheit des Einzelnen abgewogen werden, bei der nicht die Sicherheitsillusion Ratgeber sein sollte. Das Bundesverfassungsgericht stellt dabei regelmässig den Freiheitsgedanken über die Sammelwut öffentlicher und privater Institutionen. Doch auch der Bürger ist gefragt und gefordert im Umgang mit seinen Daten verantwortungsvoll umzugehen. Einfach mal die AGB und Datenschutzbestimmungen von Kundenkartenanbietern oder Versandhändlern durchlesen und dann entscheiden ob ein minimaler Bonus oder kleiner Preisvorteil es wert sind, seine Daten anderen zu überlassen.
Besondere Vorsicht ist im Internet angesagt, da liegen Speicherung und Auswertung nahe beieinander. Man muss nicht immer den Marktführer Google verwenden und wer ganz vorsichtig sein will, sollte auch Anonymisierer wird tor oder JAP zurückgreifen. Das ist zwar immer noch kein vollständiger Schutz, aber ein Anfang.
Samstag, 11. Oktober 2008
Lass Dich Überwachen
Bei Horst Thieme bin ich über eine Kunstaktion in Augsburg gestolpert, die Überwachungsmassnahmen thematisiert. Ein Ladenlokal in der Innenstadt wird während des Oktobers zum orangen Raum, in dem eine Gruppenausstellung zum Thema gezeigt wird. Weniger künsterlisch geht es bei den parallel dazu stattfindenden Führungen von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, Datenschutzbeauftragter der Uni Augsburg, zu. Jeweils an den Freitagen (17.10, 24.10, 31.10) geht es ab 19.00 ganz praktisch um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
So weit die "Großstadt". Doch auch im beschaulichen Schwabmünchen wird man mit Überwachung im öffentlichen Raum konfrontiert. Manchmal sogar an Stellen, wo man gar nicht damit rechnet, zumindest nicht mit technischem Gerät. In einer frei zugänglichen Marienkapelle hängt unscheinbar in der Ecke eine Überwachungskamera, die vermutlich den Opferstock im Blick hat. Getreu dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll zumindest festgehalten werden, wer sich unberechtigt an den Spendengeldern vergreift. Das kann man auf einer sachlichen Ebene sicher verstehen, auch wenn ich an einem Ort der Besinnung nicht unbedingt diese Art Big Brother erwarten würde. Der Anstand würde es aber doch gebieten, wenigstens eine Tafel mit dem Hinweis auf die Überwachungskamera anzubringen, von der rechtlichen Notwendigkeit ganz zu schweigen.
Ebenfalls nicht mit Überwachungskameras rechnen müssen, sollte man eigentlich bei Wahlen. Dem ist scheinbar aber nicht so. So geschehen bei der Landtagswahl in einer zum Wahllokal umfuntionierten Sparkassenfilliale in Münchberg. Selbst als ein Wähler auf den Missstand hinwies, untersagte der Wohlvorsteher das Abdecken einer Kamera, die auf eine Wahlkabine gerichtet war. Glücklicherweise hat einer der Wahlhelfer den Vorgang dokumentiert und damit sogar Recherchen der Lokalpresse ausgelöst. Bleibt zu hoffen, dass der Einspruch gegen die Wahl erfolgreich ist. Kann ja nicht sein, dass Wahlvorstand und Bürgermeister dem Überwachungsbedürfnis einer Bank einen höheren Stellenwert einräumen als der freien und geheimen Wahl.
Ebenfalls nicht mit Überwachungskameras rechnen müssen, sollte man eigentlich bei Wahlen. Dem ist scheinbar aber nicht so. So geschehen bei der Landtagswahl in einer zum Wahllokal umfuntionierten Sparkassenfilliale in Münchberg. Selbst als ein Wähler auf den Missstand hinwies, untersagte der Wohlvorsteher das Abdecken einer Kamera, die auf eine Wahlkabine gerichtet war. Glücklicherweise hat einer der Wahlhelfer den Vorgang dokumentiert und damit sogar Recherchen der Lokalpresse ausgelöst. Bleibt zu hoffen, dass der Einspruch gegen die Wahl erfolgreich ist. Kann ja nicht sein, dass Wahlvorstand und Bürgermeister dem Überwachungsbedürfnis einer Bank einen höheren Stellenwert einräumen als der freien und geheimen Wahl.
Mittwoch, 17. September 2008
Auf die harte Tour
Ralph Hunderlach, der Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland, wurde am vergangen Freitag unsanft aus dem Schlaf gerissen. Kurz vor sechs Uhr morgens haben bayerische Polizeibeamte seine Privatwohnung durchsucht. Dabei ging es nicht etwa um Vorwürfe die gegen ihn erhoben wurden, sondern er sollte als Zeuge (unbeteiligter Dritter) Auskunft geben woher die Informationen zur Überwachung des Skype Internettelefonie stammen. Andernsfalls würde im Rahmen des Durchsuchungsbeschlusses das Computerequipment mitgenommen und untersucht werden. Für einen selbstständigen IT'ler das kommerzielle Todesurteil.
Was anderes als Einschüchterung kann einem dazu schwerlich einfallen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die geplante Abhörung des Skype Datenverkehrs verfassungsrechtlich höchst bedenklich ist, stellt sich in Bayern wieder einmal die Frage ob die Gefahr für Recht und Ordnung nicht von Stellen ausgeht, die eigenlich deren Schutz dienen sollten.
Ein Glück, bald ist Wahltag und hoffentlich auch Spartag.
Quellen: FR online, Piratenpartei Bayern
Was anderes als Einschüchterung kann einem dazu schwerlich einfallen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die geplante Abhörung des Skype Datenverkehrs verfassungsrechtlich höchst bedenklich ist, stellt sich in Bayern wieder einmal die Frage ob die Gefahr für Recht und Ordnung nicht von Stellen ausgeht, die eigenlich deren Schutz dienen sollten.
Ein Glück, bald ist Wahltag und hoffentlich auch Spartag.
Quellen: FR online, Piratenpartei Bayern
Geschrieben von Michael Wenzl
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