Während hierzulande darüber diskutiert wie hoch der Anteil von gentechnisch verändertem Material in Lebensmittel noch sein darf ohne es deklarieren zu müssen, ist über dem Teich etwas passiert das nach Meinung der Gentechnikverfechter gar nicht geben dürfte.
Das Argarministerium der USA (U.S. Department of Agriculture) hat die Verwendung des Saatguts Clearfield CL131 verboten. Bei der Sorte CL131 handelt es sich eigentlich um gentechnikfreien Langkornreis von BASF Agricultural. Bei Untersuchungen wurden in dem Saatgut Spuren von GVO entdeckt die von der nicht zugelassenen Reissorte LL601 (Reuters Meldung) stammen. Just jener Sorte die letztes Jahr auch in Deutschland in Handelsware aufgetaucht ist und dazu geführt hat, dass große Mengen an Langkornreis aus dem Verkehr gezogen wurden, da dieser als GVO nicht für den Handel zugelassen ist.
Dass LL601 von Bayer CropScience stammt mag Verschörungstheoretikern Anlass geben über einen Kampf zwischen Konkurrenten zu schwadronieren. Tatsächlich offenbart es aber ein viel schwerwiegenderes Problem. Zwei grosse Spieler auf dem Saatgutmarkt sind nicht in der Lage mit gentechnisch verändertem Saatgut umzugehen. Bayer CropScience scheint unfähig zu sein seine nicht zugelassenen GVO in den Labors zu behalten, wo sie wenn überhaupt hingehören. BASF Agricultural muss man mindestens vorwerfen, dass sie bei der Untersuchung ihres Saatguts mehr Sorgfalt hätte walten lassen müssen, möglicherweise wurden auch die Flächen für Vermehrung falsch ausgewählt.
Die Dummen dieses Mal sind die Nordamerikanischen Reisanbauer die auf CL131 gesetzt haben, die haben jetzt die Wahl ob sie den bereits eingesäten Bestand verbrennen oder durch Herbizideinsatz vernichten. Ob noch Zeit für eine Neuaussaat bleibt wage ich zu bezweifeln, so kann man nur hoffen, dass wenigsten Schadensersatz geleistet wird. Das dürfte eine interessante Herausforderung für die Interessenvertreter der Landwirte werden, im Falle der LL601 Debakels vom letzten Jahr streitet Bayer CropScience nach wie vor jede Haftungsverpflichtung ab und beruft sich auf höhere Gewalt (telepolis: "Schuld ist der liebe Gott").
via konsumblog.de
Mittwoch, 21. März 2007
Ein Haar in der Reissuppe
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