Nächstes Jahr gibt es auf der Westernreitmesse Americana eine Premiere: die Pause zum Vorjahresereignis wird nur ein Jahr sein. Danach geht es dann aber wieder im gewohnten Zweijahresrhythmus weiter und das ist gut so. Als Mischung aus Messe und Sportveranstaltung, ist sie eine Chimäre, deren Zusammenstellung mitunter Stirnrunzel proviziert. Der sportliche Teil ist über jeden Zweifel erhaben. Von Jugend bis Profi sind viele Disziplinen vertreten und verschaffen einen guten Überlick über die Westernreiterei. Schön ist auch, dass die Arena der Wettkämpfe jetzt in einer grösseren Halle beheimatet ist. Keine, die Sicht behindernden Säulen mehr und der Besucherstrom läuft nicht mehr unmittelbar neben dem Sandplatz vorbei. Die Vorführungen auf den kleineren Sandarealen fügen sich auch wunderbar ins Bild ein.
Was aber so gar nicht passt ist der latente Waffenkult. Der Name Americana spricht sicher auch ein gewisses Klientel an, das sich falsch verstandener Geschichtspflege bemüßigt. Mit Westernreiten hat dieser Karneval aber einfach nix zu tun. Wem das gefällt, nur zu, soll jeder tun was ihm gefällt und es gibt sicher eine Grauzone wo sich Amerika-Kult und Westernreiten überschneiden. Was zweifelsfrei jenseits diese Zone liegt, sind revolverattrapentragende Chargen. Liebe Leute, wir leben im 21 Jhd. und es gibt keinen Grund Waffen, auch wenn sie nicht funktionstüchtig sind, herumzutragen. Bei aller Begeisterung für Westernreiten, ist es das, was mich alle zwei Jahre zweifeln lässt die Americana zu besuchen. Mal sehen was nächstes Jahr gewinnt, Bedenken oder Neugierde.
Gelohnt hat es sich dieses Jahr auf jeden Fall der Neugierde den Vorzug zu geben zu geben und diie Abendveranstaltung am Samstag, das "Cutting Spectacular", zu besuchen. Gut, der Cutting-Wettbewerb am Anfang, war etwas zäh, aber das ist halt auch typisch Westernreiten, da geht es nicht immer so flott zu wie bei der Fliege im Mixer. Mit dem Rahmenprogramm und der Wettbewerb im Working Cowhorse haben noch reichlich zugelegt. Besonders nett, beim Working Cowhorse gab es auch einen Haflinger zu sehen, wenn auch nicht als Teilnehmer, so doch immerhin als fähiger "Ausputzer".
Förmlich entzündet wurden die Zuschauer bei den ukrainischen Kosaken, die eine phänomenale Vorstellung boten. Mit einer schwenkenden Kamera kann man nur schwer die Geschwindigkeit vermitteln, wie schnell die Pferden waren, doch einen Eindruck von der Darbietung gibt dieses schon ältere Video durchaus:
Bevor ich es vergesse, eine positive Neuerung in diesem Jar war der Livestream von der Americana 2010, der kann wegen mir gerne zur Dauereinrichtung werden.
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