
Wenn im Getreidelager mal ein paar Kilo irgendwo aus der Förderanlage verschwinden, dann lässt sich das leicht verschmerzen und wenigstens freuen sich die Vögel über das Geschenk. Wenn ich aber wieder einmal lese, dass Millionenbeträge an Agrarsubventionen ausgerechnet in Betrieben landen, die hochgradig industrialisiert sind, geht mir das Messer in der Tasche auf. Keine Frage, das ist vollständig regelkonform, der Sinn erschliesst sich mir trotzdem nicht.
Noch mehr wundert es mich, dass man ausgerechnet in Bayern so einen Popanz um die Veröffentlichung der Subventionszahlungen macht. Strukturell gibt es hier überwiegend Kleinbetriebe, die im Jahr vielleicht ein paar tausend Euro Agrarsubventionen erhalten. Die grossen Summen landen, wie im übrigen Bundesgebiet auch, bei einigen wenigen industriell geprägten Grossbetrieben und der Nahrungsmittelindustrie. Nur wahrgenommen wird es anders. Mit der Heimlichtuerei bekommt die übrige Bevölkerung den Eindruck, dass beim Bauern nebenan Riesensummen versickern. Das ist nicht gerade das Vertrauen, das zwischen Erzeugern und Verbrauchern bestehen sollte.
Und so viel sollte auch klar sein, die Strafgelder, die wegen der bay. Weigerung wahrscheinlich zu zahlen sind, müssen von den Steuerzahlern getragen werden. Die sind dann zum zweiten Mal die Dummen. Erst dürfen sie nicht wissen was mir ihrem Geld passiert und dann sollen sie für die Profilierungssucht der bayerischen Regierung auch noch geradestehen.






