In Bayerischen Fernsehen gibt es eine Doku-Reihe unter dem Namen "Der letzte seines Standes", in der Berufe vorgestellt werden, die kurz davor sind auszusterben oder gar nur noch als Museumsattraktion zu bewundern sind. In der Regel sind es Handwerksberufe, die mit der beginnenden Industriealisierung im 18 Jhd. erst an Bedeutung verloren und dann spätestens im 20 Jhd. durch Maschinen ersetzt wurden. Interessant ist, dass meist Handwerksberufe, die schon weit über tausend Jahre existierten, in nicht einmal 100 Jahren verschwunden sind.
Es geht aber auch noch schneller. In einer Entwicklung von höchstens 20 Jahren wurde der Beruf des Schriftsetzers quasi ausgerottet. Zwar gibt es mit dem sog. "Mediengestalters für Digital- und Printmedien" eine Tätigkeit, die mit modernen Mitteln das gleiche Ziel verfolgt, trotzdem aber völlig anders gelagert ist und vor allem wesentlich weniger Menschen in Lohn und Brot hält. Als Steppke hatte ich das Glück noch die Satzabteilung einer Tageszeitung zu erleben, die mit Bleisatz arbeitete. Zugegeben, ich war damals verängstigt von den großen lauten Maschinen, auch die Hitze und der Gestank waren nicht wirklich ein Traum. In Erinnerung geblieben sind mir aber die vielen Menschen, die mit der Produktion der Zeitung zu tun hatten. Als ich kaum 20 Jahre später selbst in Redaktionen zu tun hatte, sah das schon anders aus. Die Journalisten tippten am Computer ihre Texte selbst im Redaktionssystem ein, führten dabei gleich auch die Formatierungen, für die früher eben die Setzer zuständig waren. Zugegeben die Arbeitsatmosphäre war ruhiger und die Klimaanlage war nun in der Lage die Temperatur angenehm zu halten. Aber wo waren die Setzer?
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