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Regiowikis und Bürgerjournalismus
Keine Diskussion was denn nun bitte unter Bürgerjournalismus zu verstehen sei. Ich möchte lediglich feststellen, dass der Spiegel-Online-Artikel über Regiowikis meine Zustimmung findet, sondern sogar schon umgesetzt wird, wenn auch veryhyperlocal und wie mir letztens gesagt wurde, eher ein Bliki denn ein Wiki ist. Mir doch egal!
Sonntag, 24. August 2008
Brüder im Geiste
Hatte ich letztens noch mein Leid über die Presselandschaft geklagt, kommt aus der gefühlten Großstadt ein konstruktiver Vorschlag wie man wieder zu mehr journalistischer Vielfalt kommen könnte. Die Idee des Bürgerjournalismus im Netz ist nicht neu, so richtig mit Leben ist sie aber auch noch nicht erweckt und hier in der Provinz schon gar nicht. Es gibt zwar mehr Blogs als man glauben möchte, irgendwie dann aber doch nicht in der Dichte und Vielfalt wie sie z.B. in Berlin existieren. Aber das ist ein anderes Problem.
Die Idee von Matthias ist jedenfalls nicht verkehrt. Im Detail kann man sicher darüber reden ob und wie so etwas realisiert werden kann. Im Grunde steckt dahinter das gleiche Problem wie im "nachhaltigen Metablog", wer sich zum Schreiben motiviert fühlt, kann auch sein eigenes Blog beteiben und wenn er das tut, warum sollte man dann noch für ein weiteres Schreiben. Möglicherweise ist Aggregation ja auch hier eine Lösung, vorausgesetzt man findet ausreichend Blogs die sich thematisch mit Augsburg beschäftigen und den gesetzten journalistischen Ansprüchen, wie hoch die auch sein mögen, gerecht werden.
Funktionieren kann so ein Angebot jenseits gängiger Pressepfade jedenfalls, in Trier exisitert mit 16 vor ein gutes Beispiel dafür.
Die Idee von Matthias ist jedenfalls nicht verkehrt. Im Detail kann man sicher darüber reden ob und wie so etwas realisiert werden kann. Im Grunde steckt dahinter das gleiche Problem wie im "nachhaltigen Metablog", wer sich zum Schreiben motiviert fühlt, kann auch sein eigenes Blog beteiben und wenn er das tut, warum sollte man dann noch für ein weiteres Schreiben. Möglicherweise ist Aggregation ja auch hier eine Lösung, vorausgesetzt man findet ausreichend Blogs die sich thematisch mit Augsburg beschäftigen und den gesetzten journalistischen Ansprüchen, wie hoch die auch sein mögen, gerecht werden.
Funktionieren kann so ein Angebot jenseits gängiger Pressepfade jedenfalls, in Trier exisitert mit 16 vor ein gutes Beispiel dafür.
Freitag, 18. Juli 2008
Eine Zeitung ist auch in der Provinz zu wenig
Für den Fall, dass ich mal wieder zu milde gestimmt, mir eine Augsburger Allgemeine kaufe, um mich dann während der Lektüre grün und blau ärgern, dass ich es getan habe, möge ich mich umgehend an diesen Artikel erinnern.
Was treibt die Redaktion dazu die internen Querelen eines kleinen Golfclubs zum Thema zu machen? Nicht nur, dass sich der Urheber der Schlammschlacht namentlich nicht genannt sehen will, die Beschuldigte, ihre unentschuldbare Untat soll ein falscher Abschlag bei einem Golfturnier gewesen sein, kann zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen, weil sie im Urlaub weilt.
Aber es geht noch besser. Dr. Kurt Gribl, der Oberbürgermeister von Augsburg, sieht sich seit dem Wahlkampf Gerüchten, sein Privatleben betreffend, ausgesetzt. Nachdem er der Gerüchtekocherei jetzt verständlicherweise überdrüssig ist, holt er zum Gegenschlag aus. Mit von der Partie ist natürlich die Augsburger Allgemeine mit einem Interview zu dem Thema. D.h. eigentlich ist es ja eher ein Plauderviertelstündchen, denn es wird nur eine unverfängliche Frage gestellt, ansonsten gibt der Redakteur Stichworte, die Gribl dann ausführen kann. Was mir aber vor allem fehlt ist die entscheidende Frage. Nicht weil ich am Privatleben eines Bürgermeisters interessiert wäre, sondern weil eine Redaktion sich auch davor schützen muss vor einen Karren gespannt zu werden.
Kritischer Journalismus ist eben nicht jedem gegeben und gewollt ist er auch nicht immer. Wahrscheinlich könnte man was die Berichterstattung regionaler Befindlichkeiten angeht, sogar ein gewisses Maß an Anspruchsferne ertragen, wenn es so etwas wie Konkurrenz gäbe. Leider sieht es genau damit in Augsburg und den angrenzenden Landkreisen schlecht aus. Die Augsburger Allgemeine steht mit ihren Regionalausgaben quasi allein auf weiter Flur da. Eigentlich sollte man meinen, dass hier locker eine zweite Tageszeitung geben könnte. Aber alle Versuche eine solche zu etablieren sind - zuletzt in den 80ern - schief gegangen und selbst der Süddeutschen Zeitung, die lange einen Augsburger Regionalteil hatte, ist die Lust an Nachrichten aus der schwäbischen Provinz vergangen.
Was treibt die Redaktion dazu die internen Querelen eines kleinen Golfclubs zum Thema zu machen? Nicht nur, dass sich der Urheber der Schlammschlacht namentlich nicht genannt sehen will, die Beschuldigte, ihre unentschuldbare Untat soll ein falscher Abschlag bei einem Golfturnier gewesen sein, kann zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen, weil sie im Urlaub weilt.
Aber es geht noch besser. Dr. Kurt Gribl, der Oberbürgermeister von Augsburg, sieht sich seit dem Wahlkampf Gerüchten, sein Privatleben betreffend, ausgesetzt. Nachdem er der Gerüchtekocherei jetzt verständlicherweise überdrüssig ist, holt er zum Gegenschlag aus. Mit von der Partie ist natürlich die Augsburger Allgemeine mit einem Interview zu dem Thema. D.h. eigentlich ist es ja eher ein Plauderviertelstündchen, denn es wird nur eine unverfängliche Frage gestellt, ansonsten gibt der Redakteur Stichworte, die Gribl dann ausführen kann. Was mir aber vor allem fehlt ist die entscheidende Frage. Nicht weil ich am Privatleben eines Bürgermeisters interessiert wäre, sondern weil eine Redaktion sich auch davor schützen muss vor einen Karren gespannt zu werden.
Kritischer Journalismus ist eben nicht jedem gegeben und gewollt ist er auch nicht immer. Wahrscheinlich könnte man was die Berichterstattung regionaler Befindlichkeiten angeht, sogar ein gewisses Maß an Anspruchsferne ertragen, wenn es so etwas wie Konkurrenz gäbe. Leider sieht es genau damit in Augsburg und den angrenzenden Landkreisen schlecht aus. Die Augsburger Allgemeine steht mit ihren Regionalausgaben quasi allein auf weiter Flur da. Eigentlich sollte man meinen, dass hier locker eine zweite Tageszeitung geben könnte. Aber alle Versuche eine solche zu etablieren sind - zuletzt in den 80ern - schief gegangen und selbst der Süddeutschen Zeitung, die lange einen Augsburger Regionalteil hatte, ist die Lust an Nachrichten aus der schwäbischen Provinz vergangen.
Donnerstag, 10. Januar 2008
Schade
19:10: Wie es scheint ist die gesamte Webpräsenz des Deutschen Journalisten Verbandes nicht erreichbar. Jetzt erscheint eine Fehlermeldung des Webservers, in der steht, dass man sich an den admin von think-visually.com wenden solle. Nette Geschichte am Rande, die Fehlerseiten sind nicht konfiguriert. Das habe ich gerne, den Bloggern unprofessionelles Verhalten vorhalten, aber es nicht auf die Reihe kriegen den Webserver zu konfigurieren. Ich weiss, das ist wieder typisch Blogger: Dinge die nix miteinander zu tun haben in einen Topf werfen.
19:20: Die Website hat man wohl wieder in den Griff bekommen. Wahrscheinlich haben die meisten Interessenten entnervt aufgeben und so dem Server und dessen Admins eine Verschaufpause verschafft. Der Livestream geht aber immer noch nicht.
19:55: Im lawblog wurde eben ein alternativer Link zum Livestream erwähnt. Zumindest bei mir tut sich da aber auch nichts, der Flashplayer puffert sich zu tode.
20:00: Jetzt habe ich genug von dem Trauerspiel. Der DJV hat seine Kompetenz in Sachen Internet ausreichend zur Schau gestellt. Michael Konken sollte nächstens besser vor der eigenen Türe kehren.
10.01.08: Auf der Website des DJV steht eine Aufzeichnung der Veranstaltung zur Verfügung. Warum man aber erst 15 Minuten den Leuten beim Suche der Sitzplätze zusehen darf ist mir ein Rätsel. Soll das authentisch wirken oder war einfach kein Schnittprogramm zur Hand?
Geschrieben von Michael Wenzl
um
19:00
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Tags für diesen Artikel: bloggerszene, journalismus
Mittwoch, 9. Januar 2008
Wir sollten unbedingt sehen wie es weiter geht
Mit der Aussage
hat Michael Konken, der Vorsitzende des DJV (Deutscher Journalisten Verband), die Blogger gegen sich aufgebracht. Dazu muss man der Vollständigkeit halber sagen, dass er damit wahrscheinlich gar nicht die Blogger an sich gemeint hat, sondern auf die verbandsinterne Opposition anspielt, die auf stadl.biz Stimmung gegen ihn macht. Ob nun aus Populismus oder Unwissenheit, Konken hat die Blogger an einem empfindlichen Punkt getroffen und auf onlinejournalismus.de findet sich dazu eine ausführliche Zusammenfassung der Reaktionen aus der Blogosphäre, oder wenn man der Argumentation von Michael Konken folgt, die Antwort der Feiglinge.
Dabei stimme ich dem ersten Satz des Zitats sogar unumwunden zu. Wie er aber auf die Idee der anonymen Autoren kommt ist mir ein Rätsel. Hat er nicht recherchiert oder ist er nicht in der Lage zu realisieren, dass ein Impressum auch auf Webseiten den Namen eines Herausgebers preis gibt. Abgesehen davon kenne ich kaum ein ernstzunehmendes Blog, in dem unter dem Artikel nicht der Name des Autor steht. Sicher, es existiert eine schier unendliche Zahl von Blogs die nichts anderes machen als stumpsinnig das zu wiederholen was schon irgendwo anders gestanden hat.
Auf der anderen Seite frage ich mich was der angeblich seriöse Journalismus macht. Betrachte ich mir die Zeitungen, die ich in 20 Jahren aktiv gelesen habe, muss ich leider sagen, dass sie durch die Bank schwer an Qualität eingebüßt haben. Die Online Versionen der Zeitungsverlage sind noch schlimmer. Der einzige Vorteil ist, dass man im Internet relativ einfach drei/vier unterschiedliche Angebote lesen kann und dadurch schnell erkennt wo nur Agenturmeldung, statt eigener Artikel veröffentlicht wurden. Zudem lassen sich "Fakten" aus den Online Artikeln schnell im Internet recherchieren. Aber die Zeitungen sind nicht allein. Radio (s.u.) und Fernsehen, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, haben ebenfalls einen Punkt erreicht, bei dem man nicht mehr von Information sprechen kann - bestenfalls von Infotainment.
Was also unterscheidet die Journalisten, so wie sie sich Michael Konken vorstellt, von den Bloggern und anderen "anarchistischen" Internetpublizisten? Eine Antwort erhalten wir hoffentlich auf der Podiumsdiskussion des DJV, an der neben Michael Konken noch Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer von "Indiskretion Ehrensache", Don Alphonso von Rebellen ohne Markt + Blogbar, Michaela May von N 24 und Björn Sievers von Focus online teilnehmen. Moderiert wird die Veranstaltung von Alexander Fritsch, der für Reuters tätig ist. Die Diskussion kann am morgigen Donnerstag ab 19:00 Uhr über einen Livestream verfolgt werden.
Eine Lanze muss ich noch fürs Radio brechen. Deutschlandradio Kultur halte ich für die rühmliche Ausnahme im Rundfunk. Mein absoluter Favorit, der leider zu oft nur schlecht zu empfangen ist.
Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.
hat Michael Konken, der Vorsitzende des DJV (Deutscher Journalisten Verband), die Blogger gegen sich aufgebracht. Dazu muss man der Vollständigkeit halber sagen, dass er damit wahrscheinlich gar nicht die Blogger an sich gemeint hat, sondern auf die verbandsinterne Opposition anspielt, die auf stadl.biz Stimmung gegen ihn macht. Ob nun aus Populismus oder Unwissenheit, Konken hat die Blogger an einem empfindlichen Punkt getroffen und auf onlinejournalismus.de findet sich dazu eine ausführliche Zusammenfassung der Reaktionen aus der Blogosphäre, oder wenn man der Argumentation von Michael Konken folgt, die Antwort der Feiglinge.
Dabei stimme ich dem ersten Satz des Zitats sogar unumwunden zu. Wie er aber auf die Idee der anonymen Autoren kommt ist mir ein Rätsel. Hat er nicht recherchiert oder ist er nicht in der Lage zu realisieren, dass ein Impressum auch auf Webseiten den Namen eines Herausgebers preis gibt. Abgesehen davon kenne ich kaum ein ernstzunehmendes Blog, in dem unter dem Artikel nicht der Name des Autor steht. Sicher, es existiert eine schier unendliche Zahl von Blogs die nichts anderes machen als stumpsinnig das zu wiederholen was schon irgendwo anders gestanden hat.
Auf der anderen Seite frage ich mich was der angeblich seriöse Journalismus macht. Betrachte ich mir die Zeitungen, die ich in 20 Jahren aktiv gelesen habe, muss ich leider sagen, dass sie durch die Bank schwer an Qualität eingebüßt haben. Die Online Versionen der Zeitungsverlage sind noch schlimmer. Der einzige Vorteil ist, dass man im Internet relativ einfach drei/vier unterschiedliche Angebote lesen kann und dadurch schnell erkennt wo nur Agenturmeldung, statt eigener Artikel veröffentlicht wurden. Zudem lassen sich "Fakten" aus den Online Artikeln schnell im Internet recherchieren. Aber die Zeitungen sind nicht allein. Radio (s.u.) und Fernsehen, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, haben ebenfalls einen Punkt erreicht, bei dem man nicht mehr von Information sprechen kann - bestenfalls von Infotainment.
Was also unterscheidet die Journalisten, so wie sie sich Michael Konken vorstellt, von den Bloggern und anderen "anarchistischen" Internetpublizisten? Eine Antwort erhalten wir hoffentlich auf der Podiumsdiskussion des DJV, an der neben Michael Konken noch Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer von "Indiskretion Ehrensache", Don Alphonso von Rebellen ohne Markt + Blogbar, Michaela May von N 24 und Björn Sievers von Focus online teilnehmen. Moderiert wird die Veranstaltung von Alexander Fritsch, der für Reuters tätig ist. Die Diskussion kann am morgigen Donnerstag ab 19:00 Uhr über einen Livestream verfolgt werden.
Eine Lanze muss ich noch fürs Radio brechen. Deutschlandradio Kultur halte ich für die rühmliche Ausnahme im Rundfunk. Mein absoluter Favorit, der leider zu oft nur schlecht zu empfangen ist.
Geschrieben von Michael Wenzl
um
20:20
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