Nein, nicht wie man der Causa Brender mit Anstand und einem Funken Solidarität hätte begegnen können, sondern was Volkes Meinung zu den Ergebnisses des Klimagipfels in Kopenhagen ist. Wenn möglich, fernsehtauglich als youtube Video, dann schaffen es die besten Stellungnahmen sogar ins heute journal. Mehr dazu beim ZDF.
Geht es danach, was bisher so aus Kopenhagen zu vernehmen, wird mein Video jedenfalls kurz und rabenschwarz.
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Kleber wills wissen
Montag, 23. November 2009
Intensive Landwirtschaft ist schlecht fürs Klima
Im Artikel zum Blog Action Day hatte ich bereits geschrieben, dass hinsichtlich der Landwirtschaft und ihrer Auswirkungen aufs Klima, leicht schizophrene Tendenzen zu bemerken sind. Einerseits stellt man zusammen mit der Forstwirtschaft die grossen Reservoirs zur CO2 Umwandlung und Speicherung, andererseits wird jede Menge CO2, Methan und Stickoxide (NOx) in die Atmosphäre gepustet.
Bisher war man allgemein davon ausgegangen, dass vor allem die Wälder Europas eine grosse Senke für klimaschädlich Gase sind und weit weniger davon produziert werden, als sie kompensieren. Berücksichtig wurde dabei aber ausschliesslich Kohlendioxid. Methan und Lachgas, die vor allem in der intensiven konventionellen Landwirtschaft entstehen, blieben in den Modellrechnungen bisher unberücksichtigt. Eine Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena kommt zu dem Ergebnis, dass die CO2-Bilanz für Europa gerade noch ausgeglichen ist. Wenn der Düngemittelverbrauch und die Viehmast weiter zunehmen, wird die Bilanz endgültig kippen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Nutzung der Wälder als Energielieferant stark zunimmt und dadurch das im Holz gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.
Jetzt haben wir es also schriftlich, dass der grüne Nimbus der konventionellen Landwirtschaft perdü ist. Wenn das mal keine Denkanregung für den Klimagipfel in Kopenhagen ist.
[via]
Bisher war man allgemein davon ausgegangen, dass vor allem die Wälder Europas eine grosse Senke für klimaschädlich Gase sind und weit weniger davon produziert werden, als sie kompensieren. Berücksichtig wurde dabei aber ausschliesslich Kohlendioxid. Methan und Lachgas, die vor allem in der intensiven konventionellen Landwirtschaft entstehen, blieben in den Modellrechnungen bisher unberücksichtigt. Eine Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena kommt zu dem Ergebnis, dass die CO2-Bilanz für Europa gerade noch ausgeglichen ist. Wenn der Düngemittelverbrauch und die Viehmast weiter zunehmen, wird die Bilanz endgültig kippen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Nutzung der Wälder als Energielieferant stark zunimmt und dadurch das im Holz gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.
Jetzt haben wir es also schriftlich, dass der grüne Nimbus der konventionellen Landwirtschaft perdü ist. Wenn das mal keine Denkanregung für den Klimagipfel in Kopenhagen ist.
[via]
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Blog Action Day '09: Klima und Landwirtschaft
Was liegt in diesem Blog näher als heute den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Landwirtschaft zu betrachten. Ein schwieriges, dennoch wichtiges Thema, entsteht doch durch die Landwirtschaft etwa die gleiche Menge klimaschädlicher Gase, wie durch den Sektor Transport. Ein interessanter Vergleich. Beim Thema Verkehr wird die Diskussion um Klimaschutz schnell von Emotionen bestimmt , da Umweltschutz mit dem Niedergang der Zivilisation gleichgesetzt wird. Ähnlich in der Landwirtschaft: Oh weh, am Ende müssen wir alle verhungern. Gespeist wird dieses Denken durch Lobbyarbeit, die bei jeder Gelegenheit von einer "grünen Landwirtschaft" spricht und ihren Gipfel in der "Grünen Woche" hat, die nichts anderes als eine Leistungsschau der Agrar- und Ernährungsindustrie ist.In einer Art Gegenrechnung wird angeführt, dass in der Land- und Forstwirtschaft viel CO2 umgewandelt bzw. gespeichert wird. Eine Milchmädchenrechnung, die nicht berücksichtigt wird, dass über die Hälfte der entstehenden Klimagase, Methan und Lachgas sind, mit denen keine Pflanze etwas anfangen kann. Zudem: In einer Kulturlandschaft wie hier in Europa kann kaum ein Stück Grünfläche gedeihen, das nicht im weitesten Sinne land- oder forstwirtschaftlich genutzt wird. In dem Duktus zu Ende gedacht, ist der Agrarsektor dann sogar die heile Welt, die für alle anderen Bereiche den grossen CO2 Killer gibt. Wieder einmal hilft der Blick über Tellerrand. Die grossen biologischen CO2-Speichern gehen verloren, weil Waldflächen gerodet und Moore trockengelegt werden. Rodungsflächen, die dann für den Anbau von Sojabohnen und Ölpalmen Verwendung finden. Passiert halt nur jenseits des eigenen Horizonts, irgendwo in Südamerika. Wenn die Produkte dann nach Europa importiert sind, setzt wieder der Schutzreflex ein: Ohne Soja kein Kraftfutter, ohne Kraftfutter keine Milch und kein Fleisch, wir werden alle verhungern. Bei der Menge an Nahrungsmitteln, die jeden Tag vernichtet werden ist das schlichter Hohn. Es stimmt einfach nicht! Die Landwirtschaft produziert in weiten Bereichen über Bedarf, die niedrigen Milchpreise sind ein Beispiel dafür, bei den Preisen für Schlachtvieh sieht es auch nicht viel besser aus. Der selbst gewählte Ausweg ist da gerne die Steigerung der Produktion, gepaart mit Massnahmen den Absatz zu bewerben. Wieviel Milch und Fleisch sollen wir noch in uns hineinstopfen und wieviele regionalen Märkte sollen noch mit subventionierter Importware ruiniert werden?
Frustrierend genug, dass wir es eigentlich alle schon lange wissen, sich die Änderung aber nur langsamst Bahn bricht. Für die meisten Konsumenten sind Kaufentscheidungen egoistisch motiviert. Das Für und Wider von Bio ist so ein Beispiel. Die eigene Gesundheit zieht da besser als die globalen Zusammenhänge des Klimawandels. Was in der Regel noch besser funktioniert ist der Weg über den Geldbeutel. Wenn konventionelle Produkte auch die Kosten enthalten würden, die durch die Schädigung der Umwelt entstehen, würden sich Kaufentscheidungen wahrscheinlich zügig in Richtung Bio-Produkte verschieben. Regionale Produkte würden nicht mehr nur bei strategischen Käufern im Einkaufswagen landen, müsste das Kilometergeld für Food Miles an der Supermarktkasse berappt werden. Aber halt, damit gefährden wir ja die Chemiekonzerne und die Speditionen gehen womöglich auch noch zu Grunde. Tja, so ist das eben in der Marktwirtschaft, was nix taugt verschwindet wieder von der Bildfläche. Naja, zumindest wäre es so.
Nachtrag: Wie sehr sich die Agrarlobby vor einer Klimadebatte fürchtet, zeigt das amerikanische Agroblog AgWired, das Klimawandel als schlechtes Thema sieht und Agroblogger aufruft die Argumente in die "passende" Richtung zu rücken oder wenigstens der Blog Action Day zu boykottieren. Sorry AgWired, you bet on the wrong horse.
Montag, 26. Januar 2009
Unsere kleine Welt, oder woher kommt's eigentlich
Studenten der Studiengänge Multimedia und Kommunikationsdesign, von der FH Augsburg, gehen in ihrem Animationsfilm "Unsere kleine Welt" der Frage nach woher die Dinge kommen, die wir konsumieren und welche Strukturen sich hinter den scheinbar kleinen Dingen des Alltags verbergen.
Unsere Kleine Welt - Der Klimafilm from Josef Buchner.
Der Film ist unter CC by-nc-sa lizensiert.
Unsere Kleine Welt - Der Klimafilm from Josef Buchner.
Der Film ist unter CC by-nc-sa lizensiert.
Dienstag, 4. November 2008
Was Vattenfall und Greenpeace gemeinsam haben
Mittwoch, 6. Dezember 2006
BTL - die Sonne im Tank
Nein, nein btl steht nicht für back to life, wie mancheer Chatter vermuten mag, auch nicht für better than life oder below the line sondern für biomass-to-liquid.
Der Energieverbrauch speziell aus Rohöl gewonnenen Energieträgern steigt und so ist es derzeit auch noch mit der Produktion. Experten gehen aber davon aus, dass der Gipfel so gegen 2015/2020 überschritten sein wird. Wenn der Verbrauch dann immer noch steigt, die Förderung dagegen langsam zurück geht, gute Nacht Marie. An vielen Enden wird geforscht und gearbeitet, so auch in Sachsen bei der Firma Choren. Sie erzeugt SunDiesel, einen überaus sauberen Treibstoff, der Motorenbauer begeistert, aus Biomasse. Hier ist das Verfahren anschaulich dargestellt.
Getreide, Stroh, Mais, Chinaschilf, Hackschnitzel oder Altholz werden vergast und das Gas später verflüssigt. In Schweden werden sogar Weiden angebaut, deren Aufwuchs alle 3-4 Jahre mit einem Häcksler geerntet wird. Stroh wird durch Pelletierung am Erzeugungsort über lange Strecken transportwürdig. Der Firmengründer Bodo Wolf wurde 2005 als Ökomanager ausgezeichnet. Eine erste massentaugliche Anlage wird in Kürze in Betrieb gehen. Ich finde vor allem die breite Rohstoffgrundlage interessant mit der man nicht mehr abhängig von Fruchtfolgen ist und auch Waldflächen mit einbinden kann. Gegenwärtig rechnet die Fachagentur nachwachsende Rohstoffe mit ca. 4.000 l Treibstoff je ha, die Perspektive geht jedoch in Richtung 8.000 l je ha. Nebeneffekt zur Klimaschonung ist ein um 90% verminderter CO2 Aussstoß.
Der Energieverbrauch speziell aus Rohöl gewonnenen Energieträgern steigt und so ist es derzeit auch noch mit der Produktion. Experten gehen aber davon aus, dass der Gipfel so gegen 2015/2020 überschritten sein wird. Wenn der Verbrauch dann immer noch steigt, die Förderung dagegen langsam zurück geht, gute Nacht Marie. An vielen Enden wird geforscht und gearbeitet, so auch in Sachsen bei der Firma Choren. Sie erzeugt SunDiesel, einen überaus sauberen Treibstoff, der Motorenbauer begeistert, aus Biomasse. Hier ist das Verfahren anschaulich dargestellt.

Getreide, Stroh, Mais, Chinaschilf, Hackschnitzel oder Altholz werden vergast und das Gas später verflüssigt. In Schweden werden sogar Weiden angebaut, deren Aufwuchs alle 3-4 Jahre mit einem Häcksler geerntet wird. Stroh wird durch Pelletierung am Erzeugungsort über lange Strecken transportwürdig. Der Firmengründer Bodo Wolf wurde 2005 als Ökomanager ausgezeichnet. Eine erste massentaugliche Anlage wird in Kürze in Betrieb gehen. Ich finde vor allem die breite Rohstoffgrundlage interessant mit der man nicht mehr abhängig von Fruchtfolgen ist und auch Waldflächen mit einbinden kann. Gegenwärtig rechnet die Fachagentur nachwachsende Rohstoffe mit ca. 4.000 l Treibstoff je ha, die Perspektive geht jedoch in Richtung 8.000 l je ha. Nebeneffekt zur Klimaschonung ist ein um 90% verminderter CO2 Aussstoß.
Technorati Tags:bioenergie, btl, klima
Dienstag, 31. Oktober 2006
It's a beautiful day today
Freitag, 22. September 2006
Wally's schlechte Nachrichten für die ostfriesische Landwirtschaft
Gestern abend war ich bei einem Vortrag von Prof. Wallace S. Broecker, einem der bekanntesten Klimaforscher. Er sprach bei einer Veranstaltung Oldenburgischen Landesbank in Wilhelmshaven. Ich hatte mich mit dem Thema bisher noch nicht viel beschäftigt und war durch die Lektüre von "Eine kurze Geschichte von fast allem" von Bill Bryson auf das Thema gekommen. Wally's Szenarien sind düster sprich warm und was die Erkenntnis und Reaktionsfähigkeit der Menschen angeht gibt er sich keinen Illusionen hin. Verdoppelt hat sich der CO2 Gehalt in der Atmosphäre bereits und bevor wir gegensteuern können wird es drei bis viermal soviel sein.
Sein Bild vom "Climate Beast" sieht man hier, wobei er es gestern abend etwas korrigierte im Sinne von es ginge nicht darum, dass wir es ein bischen ärgern, wie der Typ mit dem Stöckchen, sondern es ist eher so als würden wir ihm mit Anlauf in den Arsch treten und entsprechend würde die Reaktion ausfallen. Der Farmblogger fragte Wally dann, wie denn seine Prognose für die Landwirtschaft in der Region ausfalle und er meinte, die müsse dann wohl unter Wasser stattfinden. Er selbst würde auf langfristigen Investitionen in die Landwirtschaft verzichten. Das nenne ich mal wirklich schlechte Nachrichten für einen Wirtschaftszweig, der immer generationenübergreifend denkt und wir reden hier über die Zeit um 2050. Das krieg ich mit Chance noch mit!
Sein Bild vom "Climate Beast" sieht man hier, wobei er es gestern abend etwas korrigierte im Sinne von es ginge nicht darum, dass wir es ein bischen ärgern, wie der Typ mit dem Stöckchen, sondern es ist eher so als würden wir ihm mit Anlauf in den Arsch treten und entsprechend würde die Reaktion ausfallen. Der Farmblogger fragte Wally dann, wie denn seine Prognose für die Landwirtschaft in der Region ausfalle und er meinte, die müsse dann wohl unter Wasser stattfinden. Er selbst würde auf langfristigen Investitionen in die Landwirtschaft verzichten. Das nenne ich mal wirklich schlechte Nachrichten für einen Wirtschaftszweig, der immer generationenübergreifend denkt und wir reden hier über die Zeit um 2050. Das krieg ich mit Chance noch mit!Technorati Tags:klima, landwirtschaft, ostfriesland
Geschrieben von Kai Oliver Schleyerbach
um
09:01
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