In Unterfranken wird gegen einen Betrieb ermittelt, der Schlachtabfälle als Lebensmittel verkauft haben soll. Laut der Pressemitteilung aus dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, wird gegen das Unternehmen wegen der missbräuchlichen Nutzung von Handelspapieren ermittelt. Ein wirklich schöner Euphemismus dafür, dass auf Kosten der Verbraucher der Profit maximiert wurde. Wegen des dringenden Tatverdachts wurde dem Betrieb die Zulassung für den Handel Handel mit K1 und K3 Material entzogen.
Ich frage mich nur wie das LGL sicher sein kann, dass durch die kriminellen Aktivitäten des Unternehmens keine Gesundheitsgefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher bestanden hat.
Nachtrag: Der BR berichtet, dass es sich bei dem beschuldigten Unternehmen um die "Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Metzgermeister e.G" (EVGEDEM) handelt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Geschäftsführer seien über den Vorfall entsetzt und betonen, dass ein Mitarbeiter die Rinderhäute aus Unkenntnis falsch ettiketiert habe.
Wie kann man aus Unkenntnis Rinderhäute, die als K3 eingestuft sind zu Lebensmittel umdeklarieren und dann auch noch als solches in den Handel bringen? Wenn da wirklich kein Vorsatz dahinter war, dann ist Unkenntnis eine reichlich freundliche Umschreibung.
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Wieder Profit wichtiger als Verbraucherschutz?
Freitag, 7. September 2007
Gammeln als Devise
Als vor zwei Wochen wieder ein Fall von Betrügereien mit Fleisch ruchbar wurde sah ich schon das Ende meiner schreiberischen Sommerpause gekommen. Was für ein Thema, wieder in Bayern, quasi um die Ecke in vertrauter Gegend (vor zwei Jahren habe ich zuletzt ein paar Hektar in Sichtweite der Wertfleisch GmbH unter die Traktorreifen genommen).Es liegt also nahe sich genauer umzusehen. Zutage tritt dann einiges an Gerüchten von mehr oder weniger berufener Seite, was schlussendlich dazu führt, dass man lieber alles nochmal nachprüft und hinterfragt. Nach allem was ich den letzten zwei Wochen über das Thema gehört und gelesen habe muss ich feststellen, dass es sich bei dem aktuellen Vorfall nicht um einen neuen Fleischskandal handelt sondern, dass es ein neues Stück in einem alten Skandal ist, der durch frenetische Zurückhaltung seitens der Politiker immer noch anhält. Das Resume hat mir dabei Gero Beckmann vom "Verband Unabhängiger Prüflaboratorien" vorweg genommen als er bei einem Pressegespräch feststellte: "Die Lebensmittelsicherheit ist den Politikern nicht wichtig, da geht einem der Hut hoch".
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Donnerstag, 1. März 2007
Wiki zu Lebensmittelsicherheit in Europa
In Karlsruhe läuft eine Konferenz zum Thema Lebensmittelsicherheit. Dort sprach eine der Veranstalterinnen von der Notwendigkeit harmonisierter Standards bei Methodik und Analytik der Lebensmittelqualitätssicherung. Trotz harmonisierter Gesetze existieren in der Durchführung noch zahlreihe Insellösungen. (via agrarheute.com). Da spricht sie sicher vielen Landwirten aus der Seele. Freiwillig oder gezwungenermaßen nehmen die meisten Betriebe an verschiedenen Programmen teil, die oft ähnliches sicherstellen sollen, dies jedoch nur selten in einem Abwasch tun. Stichworte dazu: QS, QM-Milch, eurepgap, IFS, regionale Qualitätsprogramme.
Auf dem Lebensmittelsyposium wurde nun vorgeschlagen, ein Wiki zu diesem Thema einzurichten und unter www.Foodsafetycenter.eu einen gemeinsamer Standard entstehen zu lassen. Träger ist das Food Produktion Quality Service (FPQS), eine Initiative des Labor- und Beratungsunternehmens Micromol. Zitat der FPQS Leiterin Dr. Andrea Dreusch: "Unter Anwendung des gesunden Menschenverstands und unter Einbeziehung praktischer Umsetzbarkeit soll ein technischer Standard entwickelt werden, der aus den theoretischen Vorschriften praktisch nachvollziehbare Methoden macht, die weltweit eingesetzt werden können."
Gutes Ziel, nur warum sind wir denn heute in einer kritischen Situation? Jedes System hat seine Anhänger und Verfechter. Mal ist es eine Frage, welcher Wirtschaftszweig die Fäden in der Hand hält (Erzeuger, Verarbeiter, Handel) im anderen Fall geht es um nationale Interessen. Praktische Umsetzbarkeit und gesunder Menschenverstand stehen als Kriterien oft gaaaanz weit hinten. Das wird man nicht durch ein Wiki und viele Experten so einfach aushebeln können. Trotzdem finde ich den Ansatz, offen und europaweit zu arbeiten unterstützenswert. Das Wiki ist leider wrklich erst gerade geschlüpft, möchte man sagen. Steht noch nicht viel drin. Ganz praktisch sind die RSS feeds aus der Wissenschaft.
Auf dem Lebensmittelsyposium wurde nun vorgeschlagen, ein Wiki zu diesem Thema einzurichten und unter www.Foodsafetycenter.eu einen gemeinsamer Standard entstehen zu lassen. Träger ist das Food Produktion Quality Service (FPQS), eine Initiative des Labor- und Beratungsunternehmens Micromol. Zitat der FPQS Leiterin Dr. Andrea Dreusch: "Unter Anwendung des gesunden Menschenverstands und unter Einbeziehung praktischer Umsetzbarkeit soll ein technischer Standard entwickelt werden, der aus den theoretischen Vorschriften praktisch nachvollziehbare Methoden macht, die weltweit eingesetzt werden können."
Gutes Ziel, nur warum sind wir denn heute in einer kritischen Situation? Jedes System hat seine Anhänger und Verfechter. Mal ist es eine Frage, welcher Wirtschaftszweig die Fäden in der Hand hält (Erzeuger, Verarbeiter, Handel) im anderen Fall geht es um nationale Interessen. Praktische Umsetzbarkeit und gesunder Menschenverstand stehen als Kriterien oft gaaaanz weit hinten. Das wird man nicht durch ein Wiki und viele Experten so einfach aushebeln können. Trotzdem finde ich den Ansatz, offen und europaweit zu arbeiten unterstützenswert. Das Wiki ist leider wrklich erst gerade geschlüpft, möchte man sagen. Steht noch nicht viel drin. Ganz praktisch sind die RSS feeds aus der Wissenschaft.
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