Mitten in meine Recherchen zum aktuellen Fleischskandal bei der Wertinger Wertfleisch GmbH platzt das Gerücht (von Nachricht will ich noch nicht sprechen), dass der bay. Umweltminister
einen neuen Posten als Lobbyist bekommen soll. Bedeutet im Umkehrschluss, dass die Tage von Werner Schnappauf als Umwelminister, der in Bayern auch für die Lebensmittelkontrollen zuständig ist, gezählt sind. Ob er in dem designierten Posten als Haupgeschäftsführer des
BDI Kompetenz beweisen kann wird die Zukunft zeigen. Als Umweltminister war er meiner Meinung nach schlicht eine Fehlbesetzung, und ihm seit 2003 zusätzlich noch den Verbraucherschutz zu übertragen würde ich als eine der größten Fehlentscheidungen von Edmund Stoiber bezeichnen. Wenn das alles nicht so bitter wäre und mit der Gesundheit und dem Vertrauen der Verbraucher gespielt worden wäre, würde ich die Amtszeit von Schnappauf jederzeit als kabarettreife Leistung durchgehen lassen. Allein schon der Mut in Anbetracht der jüngsten Enthüllungen in Wertingen - man erinnere sich, dass sie von einem LKW Fahrer aufgedeckt wurden - immer noch an ein engmaschiges Netz der Lebensmittelkontrolle zu glauben kann nur mit dem festen Willen zur gelebten Satire begründet werden.
Um nun aber den Verbrauchern etwas Humor und vor allem den Appetit wieder zurückzugeben gibt das bayerische Komödiantenstadl eine Extravorstellung und
kürt Markus Söder zum Nachfolger als Umweltminister - wenn's net so traurig wär' könnte man glatt darüber lachen.
Nachtrag 5.9.07: Auf
focus.de wird das Gerücht jetzt zur Nachricht. Interessant ist die Zwischenüberschrift, die suggeriert bei Werner Schnappauf handle es sich um einen Experten im Umweltschutz. Worin die Expertise liegt hängt sicher stark von der Perspektive ab, prinzipbedingt hat der BDI da eine andere als die Umwelt.