In diesem Jahr soll das Europäische Patentamt eine Grundsatzentscheidung treffen ob Züchtungen bei Pflanzen und Nutztieren den Status einer Erfindung haben und somit Patentschutz erhalten können. Fällt diese Entscheidung positiv zu Gunsten der Patentantragsteller aus, muss man damit rechnen, dass der Eigennachbau von Saatgut und die Nachzucht von Nutztieren mit höheren Lizenzkosten verbunden sein wird. Womöglich wird dann beides sogar gänzlich durch die Lizenzinhaber verboten und damit die Abhängigkeit der Landwirte von großen Konzernen erhöht.
Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, wurde ein internationales Bündnis gegen Agrarpatente ins Leben gerufen. Getragen wird das Bündnis von dem katholischen Hilfswerk
Misereor, dem schweizer Hilfswerk
SWISSAID, der Umweltschutzorganisation
Greenpeace und Bauernverbänden aus Italien, Argentinien und Indien. Abgesehen vom italienischen Bauernverband Coldiretti findet sich noch kein europäischer Interessenvertreter von Landwirten unter den Protagonisten. Das ist schade denn Patente auf Saatgut bedrohen nicht nur die Landwirtschaft in den Schwellen- und Drittweltländern. Auch in der sog. ersten Welt steht zu befürchten, dass die Entscheidungsfreiheit bei der Auswahl von Saatgut und Zuchttieren weiter eingeschränkt würde.
Am 26. März 2007 findet eine offizielle Pressekonferenz statt bei der das Bündnis und seine Forderungen vorgestellt werden sollen. Ab diesem Tag wird dann auch die Website
www.no-patents-on-seeds.org mit Informationen zum Thema Agrarpatente zur Verfügung stehen.
Pressemitteilung von Greenpeace
"Patente gefährden die Ernährungssicherheit" auf www.swissaid.ch