Ich persönlich würde diese vorgegeben Einträge ja weglassen, wozu gibt es denn crowdsourcing, kann aber verstehen, dass sie dazu genutzt werden um einen Anfang zu machen und das Portal mit Inhalt zu füllen. Doch zurück zum o.g. Artikel über die Einträge von Garmisch-Partenkirchen. Matias schlägt als Abhilfe vor, dass Qype mehr Communitymanagement betreiben sollte um hier zu mehr Einträgen zu motivieren. Ein Vorschlag den ich sofort unterschreibe, in der Konsequenz aber keine Lösung für den ländlichen Raum darstellt. Denn die Ursache liegt tiefer, wie sie auch Stephan Uhrenbacher, der Gründer von Qype, unumwunden in einem Kommentar zugibt. Das Portal selbst ist auf Großstädte fokusiert.
Wieviel Kalkül dahintersteckt sei mal dahingestellt, es ist wohl auch eine Situation, die einfach die Realität wiederspiegelt. In Großstädten ist schon rein rechnerisch die Dichte höher. Mehr Menschen, die mehr Plätze empfehlen können, dadurch ergibt sich schon rein statistisch mehr Inhalt.
In meinen Augen kommt noch ein zweites Phänomen hinzu. Viele Bewohner des flachen Landes orientieren sich in ihrem täglichen Leben in Richtung der Ballungsräume. Das klassiche Problem der Suburbanisiserung: gearbeitet wird in der nächsten Großstadt und geschlafen auf dem Land. Hinzukommt dann auch noch, dass ein Gutteil der Freizeitaktivitäten und der Einkäufe in der Stadt erledigt werden, weil es auf dem Land einfach nicht alles das gibt was man sich erwartet. Daraus ergibt sich mitunter auch ein Identifikationsproblem, in jedem Fall aber fehlt dann die Expertise um zu beurteilen zu können was sich am eigenen Wohnort so abspielt.
Die Frage, die sich nun natürlich stellt ist, wie Qype darauf reagieren soll. Ein Patentrezept habe ich nicht. Für Tourismusregionen ist sicher ein Weg mit PR die Betreiber von Geschäften anzugehen, dass diese wiederrum ihre Kunden dazu animieren Qype zu nutzen. Das stelle ich mir jetzt nicht so einfach machbar vor, da ich es in Bezug auf andere Bewertungsportale schon selbst erlebt habe wie wenig Anreiz erzeugt wird, wenn der Pensionsbesitzer das Konzept das dahintersteckt selbst nicht versteht. Was hilft ist wohl nur die Zeit. Die man muss man halt auch haben oder sich vom VC geben lassen. Überdenken sollte man bei Qype vielleicht das Konzept der Experten. Zum Qype-Experten, wird ernannt, wer eine gewisse Anzahl von Punkten erworben hat. Diese Punkte werden für Beiträge vergeben. Als Qype-Experte hat man eine höhere Reputation innerhalb der Community und bekommt mehr Funktionen zur Verfügung gestellt. Im Moment sind es 1000 Punkte die ein Qype-Experte braucht, grob vereinfacht entspricht das 100 Kommentaren bzw. Bewertungen. Das kann man in einer Großstadt durchaus schaffen, doch bereits in einer Kleinstadt wie Schwabmünchen wird das schon schwierig, in einem typischen Dorf mit zwei Gaststätten und einem Sportplatz schon unmöglich. Das System lässt sich natürlich auch überlisten. Stichwort "Ausrichtung auf Ballungszentren", es werden Bewertungen für Orte in der nächsten Großstadt abgegeben und so die notwendige Punktzahl erreicht. Die Expertise beweisst dann allerdings eher des Wissen um die Großstadt als das Dorf, in dem man tatsächlich lebt.
Mal sehen ob es für Schwabmünchen klappt, ich halte mich da ja jetzt schon für einen Experten, bei Qype muss ich das nur erst noch beweisen






