Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber die Vorzeichen stehen nicht gerade gut bei der
Allgäuland-Käsereien GmbH. Mit den
Werksschliessungen, ausser dem Werk Augsburg sollen ja auch die beiden Werke Dettingen und Tübingen den Betrieb einstellen, scheint weiteres Unheil heranzuziehen. Am vergangen Montag gab es einen Umbau im Management der
Allgäuland-Käsereien GmbH. Vorsitzender Geschäftsführer Dieter Krayl und Geschäftsführer Klaus Wischmann haben das Unternehmen verlassen (
via). Bereits Mitte Juli hat die
Käserei Goldsteig eine seit Dez. 2008 geplante Fusion mit der
Allgäuland-Käsereien GmbH wieder abgeblasen. Wie es heisst, seien die finanziellen Risiken für
Goldsteig zu hoch (
via).
Interessant ist, dass man bei der
Allgäuland-Käsereien GmbH die Produktion einer gentechnikfreien Bergbauernmilch plant um sich am Markt behaupten zu können. Das kann man je nach Sichtweise als positiven Lerneffekt betrachten oder als Offenbarungseid. Denn damit ist klar, dass die übrigen Milchprodukte nicht gentechnikfrei sind und das obwohl in der Werbung von Allgäuland regelmässig die Nähe zur Natur betont wird. Aber das Thema
doppeltes Spiel mit der Gentechnik hatte ich ja schon mal.
Gerade deswegen wäre es sinnvoll, wenn dem Trend der Marktkonzentration an dieser Stelle entgegengetreten wird. Was will ich mit gentechnikfreier Bergbauernmilch, die erst hunderte Kilometer umhergekarrt wird.
Auf Genfutter verzichten kann jeder Milchbauer und kurze Transportwege sind mit regionalen Molkereien zumindest dort kein Problem, wo es eine hohe Dichte an Milchbauern gibt, was für die Region Augsburg zweifellos gilt. Denn eines sollte man dabei auch bedenken. Wenn heute die Produktion einfach 100km weiter südlich konzentriert werden kann, geht es übermorgen auch noch weiter weg. Irgendwann ist der Bezug zwischen Milchbauer und Molkerei durch die Distanz völlig aufgelöst. Das ist keine gute Basis für die nächsten Milchpreisverhandlung. Denn da geht es dann nur noch um den Produktionsfaktor Milch, wo der herkommt ist einzig eine Frage des Preises.
Nach den Molkereien gehen die Milchbauern, der Dumme am Ende ist aber auch der Verbraucher, der sich zwischen austauschbaren Produkten zweifelhafter Qualität, Stichwort
ESL Milch, für das entscheiden kann, das entweder billig ist, oder die Verpackung mit den tollsten Versprechungen hat. Die heimliche Einführung der
ESL Milch war ja auch kein Dienst am Kunden, wie man es gerne glauben machen will, sondern eine Folge der komplexen Logistik. Mit den immer länger werdenden Transportwegen wird es zunehmend schwierig, Milch in die Regale zu bekommen, die noch 2-3 Tage haltbar ist und sich als "Frischmilch" vermarkten lässt.
Also,
in Augsburg steht demnächst wohl eine Molkerei zum Verkauf, wer hat Interesse?
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