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Im Bunker

Mittwoch, 11. November 2009
Papier Lang stoppt vorläufig den Bau der Müllverbrennung
Die Gebrüder Lang GmbH in Ettringen hat gestern mitgeteilt, dass die Müllbrennungsanlage nach gegenwärtigem Stand nicht finanzierbar ist und daher auf eine Zwischenlösung mit reinem Gasbetrieb gesetzt wird. Ursächlich für diese Entscheidung seien die angespannte wirtschaftliche Situation und die Verszögerungen durch die Öffentlichkeitsbeteiligung.
Ein Etappensieg? Nur bedingt, denn die Dampferzeugung mit Gas ist zwar grundsätzlich mit weniger Schadstoffausstoß verbunden, als dies bei der Verbrennung von Müll der Fall wäre, ein wirklich nachhaltiges Konzept steckt dahinter aber auch nicht. Zudem steckt in der Erklärung von Lang Papier eine Stolperfalle, wird doch am Genehmigungverfahren festgehalten. Dahinter könnte die Taktik stecken, dass die ursprüngliche Planung genehmigt wird, im Vertrauen darauf, dass es bei der Gas-Zwischenlösung bleibt. Man wird sehen, wie es weitergeht.
Ein Etappensieg? Nur bedingt, denn die Dampferzeugung mit Gas ist zwar grundsätzlich mit weniger Schadstoffausstoß verbunden, als dies bei der Verbrennung von Müll der Fall wäre, ein wirklich nachhaltiges Konzept steckt dahinter aber auch nicht. Zudem steckt in der Erklärung von Lang Papier eine Stolperfalle, wird doch am Genehmigungverfahren festgehalten. Dahinter könnte die Taktik stecken, dass die ursprüngliche Planung genehmigt wird, im Vertrauen darauf, dass es bei der Gas-Zwischenlösung bleibt. Man wird sehen, wie es weitergeht.
Geschrieben von Michael Wenzl
um
08:41
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Tags für diesen Artikel: ettringen, lang, lechfeld, müll, müllverbrennung, schwabmünchen, wertachtal

Sonntag, 11. Oktober 2009
Eine Nummer kleiner

Donnerstag, 1. Oktober 2009
Regiowikis und Bürgerjournalismus
Keine Diskussion was denn nun bitte unter Bürgerjournalismus zu verstehen sei. Ich möchte lediglich feststellen, dass der Spiegel-Online-Artikel über Regiowikis meine Zustimmung findet, sondern sogar schon umgesetzt wird, wenn auch veryhyperlocal und wie mir letztens gesagt wurde, eher ein Bliki denn ein Wiki ist. Mir doch egal!
Freitag, 25. September 2009
Endlich ohne Nieten

Geschrieben von Michael Wenzl
um
08:42
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Tags für diesen Artikel: schwabmünchen, wahl

Samstag, 5. September 2009
Zusammen nicht allein
Schlimmer als der Unfug, der schon über das Lied "Sieben Tage lang" in die Welt gesetzt wurde, sind eigentlich nur die mitunter unsäglichen Coverversionen in denen man es verhackstückelt hat. Wobei der Unfug teilweise geradezu komische Elemente liefert. Angwidert von den Bierzeltschunkeleien, die zu modernen Interpretationen des Lieds ablaufen, wird es mitunter zum alten studentischen Protestlied verklärt, womit selbstverständlich betont werden soll welcher Frevel da eigentlich getrieben wird, wenn die Aussage auf die Liedzeile "Was wollen wir trinken" reduziert wird. Geradezu köstlich ist auch welchen Interpreten das vermeintliche Original zugeschrieben wird: Herman van Veen und wenn es ganz doll wird, sind es "Die Höhner".
Dabei ist die Geschichte des Lieds eigentlich kurz erzählt: Es geht zurück auf das bretonische Volkslied "Son Ar Chistr", das den Cidre besingt. Irgendwann in den 1960er Jahren, wird es von Alan Stivell ausgegraben und 1970 veröffentlicht. Eine vermutliche spätere Version des Liedes gibt es auf youtube.
Von Protest noch keine Spur, der kam erst mit der niederländischen Rockband bots, die es 1976 als "Zeven dagen lang" sangen. Drei Jahre später wurden beim Festival "Rock gegen Rechts" in Frankfurt einige deutsche Liedermacher und Autoren auf sie aufmerksam und boten an bei der Übertragung des Texts ins Deutsche zu helfen. Herausgekommen ist dann das "Sieben Tage lang", das zumindest bei den Friedens- und Atomkraftbewegten meines Alters am ehesten bekannt sein dürfte. Die Liedzeile "Wir kämpfen zusammen" schaffte das Mass Identifikation, das z.B. "Macht kaputt was euch kaputt macht" von Ton Steine Scherben als Demohymne ablöste.
Danach gab es noch viele weitere Interpretationen, zu den hörbarsten gehören wahrscheinlich All for one von Blackmore's Night und Gulliver von Angelo Branduardi.
Wozu die Schulstunde? Heute vormittag bin ich zufällig auf das Duo "Lauten & Feen" aus Schwabmünchen gestossen, die ihre Version als "Trinkerlied" darbieten:
Link zum Video
Wem es wie mir gefällt, kann am kommenden Freitag, 11. September 2009, im "Blauen Haus" in Schwabmünchen, mehr von ihnen hören.
Nachtrag 1: Bei der Recherche zu Alan Stivell bin ich über eine weitere interessante Neuinterpretation gestolpert. La tribu de Dana von der franzischen Band Manau ist Tri martolod von Alan Stivell nachempfunden. In meinen Augen ist Alan Stivell einer der wichtigsten Vorreiter des Crossovers aus alter und neuer Musik, wie wir sie heute bei Bands wie Dead Can Dance, Tanzwut, Subway to Sally oder den bereits genannten Blackmore's Night finden. Dass ausgerechnet die Hip-Hopper Manau
sich ebenfalls inspirieren liessen, war mir jedoch neu.
Nachtrag 2: Die schottische Ballade "Willy's Lady" bzw. "Willies Lady" ist so weit mir bekannt ist ohne Melodie überliefert worden und wurde erst im 20. Jahrhundert zur den Noten von "Son Ar Chistr" gesungen, z.B. von der Folksängerin Ray Fisher. Das kann durchaus sein, dass die Wurzeln gleich sind, mir ist nur keine Quelle dafür bekannt, dass "Willy's Lady" der Ursprung der Melodie ist.
Dabei ist die Geschichte des Lieds eigentlich kurz erzählt: Es geht zurück auf das bretonische Volkslied "Son Ar Chistr", das den Cidre besingt. Irgendwann in den 1960er Jahren, wird es von Alan Stivell ausgegraben und 1970 veröffentlicht. Eine vermutliche spätere Version des Liedes gibt es auf youtube.
Von Protest noch keine Spur, der kam erst mit der niederländischen Rockband bots, die es 1976 als "Zeven dagen lang" sangen. Drei Jahre später wurden beim Festival "Rock gegen Rechts" in Frankfurt einige deutsche Liedermacher und Autoren auf sie aufmerksam und boten an bei der Übertragung des Texts ins Deutsche zu helfen. Herausgekommen ist dann das "Sieben Tage lang", das zumindest bei den Friedens- und Atomkraftbewegten meines Alters am ehesten bekannt sein dürfte. Die Liedzeile "Wir kämpfen zusammen" schaffte das Mass Identifikation, das z.B. "Macht kaputt was euch kaputt macht" von Ton Steine Scherben als Demohymne ablöste.
Danach gab es noch viele weitere Interpretationen, zu den hörbarsten gehören wahrscheinlich All for one von Blackmore's Night und Gulliver von Angelo Branduardi.
Wozu die Schulstunde? Heute vormittag bin ich zufällig auf das Duo "Lauten & Feen" aus Schwabmünchen gestossen, die ihre Version als "Trinkerlied" darbieten:
Link zum Video
Wem es wie mir gefällt, kann am kommenden Freitag, 11. September 2009, im "Blauen Haus" in Schwabmünchen, mehr von ihnen hören.
Nachtrag 1: Bei der Recherche zu Alan Stivell bin ich über eine weitere interessante Neuinterpretation gestolpert. La tribu de Dana von der franzischen Band Manau ist Tri martolod von Alan Stivell nachempfunden. In meinen Augen ist Alan Stivell einer der wichtigsten Vorreiter des Crossovers aus alter und neuer Musik, wie wir sie heute bei Bands wie Dead Can Dance, Tanzwut, Subway to Sally oder den bereits genannten Blackmore's Night finden. Dass ausgerechnet die Hip-Hopper Manau
sich ebenfalls inspirieren liessen, war mir jedoch neu.
Nachtrag 2: Die schottische Ballade "Willy's Lady" bzw. "Willies Lady" ist so weit mir bekannt ist ohne Melodie überliefert worden und wurde erst im 20. Jahrhundert zur den Noten von "Son Ar Chistr" gesungen, z.B. von der Folksängerin Ray Fisher. Das kann durchaus sein, dass die Wurzeln gleich sind, mir ist nur keine Quelle dafür bekannt, dass "Willy's Lady" der Ursprung der Melodie ist.
Donnerstag, 3. September 2009
Crowdsourcing in der Provinz
Der Artikel von Matias Roskos, der im Urlaub feststellte, dass der Städteguide Qype ihm keine hilfreichen Empfehlungen für seinen Urlaubsort Garmisch-Partenkirchen geben konnte, hat mich dazu angeregt mal nachzusehen wie um es Einträge über Schwabmünchen bei Qype aussieht. Mein Eindruck deckt sich im wesentlichen mit dem was Matias auch vorfand. Vergleichsweise wenige Einträge, noch weniger Bewertungen. Fast ein wenig nervig waren die scheinbar automatisiert eingestellten Einträge, die aus einem Gewerbeverzeichnis zu stammen scheinen. Nervig deswegen weil sie zum Teil nicht aktuell waren bzw. nicht das notwendige Lokalkolorit berücksichtigen: Wer oder was "Hans Pfänder" sein soll, werden nur alteingesessene Schwabmünchner wissen, seinen Hofladen im "Pfänderhof" kennt hingegen fast jeder. Ähnliches gilt für "Albert Schmid", den Besitzer der "Buchhandlung Schmid".
Ich persönlich würde diese vorgegeben Einträge ja weglassen, wozu gibt es denn crowdsourcing, kann aber verstehen, dass sie dazu genutzt werden um einen Anfang zu machen und das Portal mit Inhalt zu füllen. Doch zurück zum o.g. Artikel über die Einträge von Garmisch-Partenkirchen. Matias schlägt als Abhilfe vor, dass Qype mehr Communitymanagement betreiben sollte um hier zu mehr Einträgen zu motivieren. Ein Vorschlag den ich sofort unterschreibe, in der Konsequenz aber keine Lösung für den ländlichen Raum darstellt. Denn die Ursache liegt tiefer, wie sie auch Stephan Uhrenbacher, der Gründer von Qype, unumwunden in einem Kommentar zugibt. Das Portal selbst ist auf Großstädte fokusiert.
Wieviel Kalkül dahintersteckt sei mal dahingestellt, es ist wohl auch eine Situation, die einfach die Realität wiederspiegelt. In Großstädten ist schon rein rechnerisch die Dichte höher. Mehr Menschen, die mehr Plätze empfehlen können, dadurch ergibt sich schon rein statistisch mehr Inhalt.
In meinen Augen kommt noch ein zweites Phänomen hinzu. Viele Bewohner des flachen Landes orientieren sich in ihrem täglichen Leben in Richtung der Ballungsräume. Das klassiche Problem der Suburbanisiserung: gearbeitet wird in der nächsten Großstadt und geschlafen auf dem Land. Hinzukommt dann auch noch, dass ein Gutteil der Freizeitaktivitäten und der Einkäufe in der Stadt erledigt werden, weil es auf dem Land einfach nicht alles das gibt was man sich erwartet. Daraus ergibt sich mitunter auch ein Identifikationsproblem, in jedem Fall aber fehlt dann die Expertise um zu beurteilen zu können was sich am eigenen Wohnort so abspielt.
Die Frage, die sich nun natürlich stellt ist, wie Qype darauf reagieren soll. Ein Patentrezept habe ich nicht. Für Tourismusregionen ist sicher ein Weg mit PR die Betreiber von Geschäften anzugehen, dass diese wiederrum ihre Kunden dazu animieren Qype zu nutzen. Das stelle ich mir jetzt nicht so einfach machbar vor, da ich es in Bezug auf andere Bewertungsportale schon selbst erlebt habe wie wenig Anreiz erzeugt wird, wenn der Pensionsbesitzer das Konzept das dahintersteckt selbst nicht versteht. Was hilft ist wohl nur die Zeit. Die man muss man halt auch haben oder sich vom VC geben lassen. Überdenken sollte man bei Qype vielleicht das Konzept der Experten. Zum Qype-Experten, wird ernannt, wer eine gewisse Anzahl von Punkten erworben hat. Diese Punkte werden für Beiträge vergeben. Als Qype-Experte hat man eine höhere Reputation innerhalb der Community und bekommt mehr Funktionen zur Verfügung gestellt. Im Moment sind es 1000 Punkte die ein Qype-Experte braucht, grob vereinfacht entspricht das 100 Kommentaren bzw. Bewertungen. Das kann man in einer Großstadt durchaus schaffen, doch bereits in einer Kleinstadt wie Schwabmünchen wird das schon schwierig, in einem typischen Dorf mit zwei Gaststätten und einem Sportplatz schon unmöglich. Das System lässt sich natürlich auch überlisten. Stichwort "Ausrichtung auf Ballungszentren", es werden Bewertungen für Orte in der nächsten Großstadt abgegeben und so die notwendige Punktzahl erreicht. Die Expertise beweisst dann allerdings eher des Wissen um die Großstadt als das Dorf, in dem man tatsächlich lebt.
Mal sehen ob es für Schwabmünchen klappt, ich halte mich da ja jetzt schon für einen Experten, bei Qype muss ich das nur erst noch beweisen
Das Konzept finde ich jedenfalls auch für die Provinz gut und als wir seinerzeit hergezogen sind, hätte ich es gut gebrauchen können. Es dauert halt ein wenig länger bis die Durchdringung da ist, das ist bei uns auf dem Land aber ganz normal.
Ich persönlich würde diese vorgegeben Einträge ja weglassen, wozu gibt es denn crowdsourcing, kann aber verstehen, dass sie dazu genutzt werden um einen Anfang zu machen und das Portal mit Inhalt zu füllen. Doch zurück zum o.g. Artikel über die Einträge von Garmisch-Partenkirchen. Matias schlägt als Abhilfe vor, dass Qype mehr Communitymanagement betreiben sollte um hier zu mehr Einträgen zu motivieren. Ein Vorschlag den ich sofort unterschreibe, in der Konsequenz aber keine Lösung für den ländlichen Raum darstellt. Denn die Ursache liegt tiefer, wie sie auch Stephan Uhrenbacher, der Gründer von Qype, unumwunden in einem Kommentar zugibt. Das Portal selbst ist auf Großstädte fokusiert.
Wieviel Kalkül dahintersteckt sei mal dahingestellt, es ist wohl auch eine Situation, die einfach die Realität wiederspiegelt. In Großstädten ist schon rein rechnerisch die Dichte höher. Mehr Menschen, die mehr Plätze empfehlen können, dadurch ergibt sich schon rein statistisch mehr Inhalt.
In meinen Augen kommt noch ein zweites Phänomen hinzu. Viele Bewohner des flachen Landes orientieren sich in ihrem täglichen Leben in Richtung der Ballungsräume. Das klassiche Problem der Suburbanisiserung: gearbeitet wird in der nächsten Großstadt und geschlafen auf dem Land. Hinzukommt dann auch noch, dass ein Gutteil der Freizeitaktivitäten und der Einkäufe in der Stadt erledigt werden, weil es auf dem Land einfach nicht alles das gibt was man sich erwartet. Daraus ergibt sich mitunter auch ein Identifikationsproblem, in jedem Fall aber fehlt dann die Expertise um zu beurteilen zu können was sich am eigenen Wohnort so abspielt.
Die Frage, die sich nun natürlich stellt ist, wie Qype darauf reagieren soll. Ein Patentrezept habe ich nicht. Für Tourismusregionen ist sicher ein Weg mit PR die Betreiber von Geschäften anzugehen, dass diese wiederrum ihre Kunden dazu animieren Qype zu nutzen. Das stelle ich mir jetzt nicht so einfach machbar vor, da ich es in Bezug auf andere Bewertungsportale schon selbst erlebt habe wie wenig Anreiz erzeugt wird, wenn der Pensionsbesitzer das Konzept das dahintersteckt selbst nicht versteht. Was hilft ist wohl nur die Zeit. Die man muss man halt auch haben oder sich vom VC geben lassen. Überdenken sollte man bei Qype vielleicht das Konzept der Experten. Zum Qype-Experten, wird ernannt, wer eine gewisse Anzahl von Punkten erworben hat. Diese Punkte werden für Beiträge vergeben. Als Qype-Experte hat man eine höhere Reputation innerhalb der Community und bekommt mehr Funktionen zur Verfügung gestellt. Im Moment sind es 1000 Punkte die ein Qype-Experte braucht, grob vereinfacht entspricht das 100 Kommentaren bzw. Bewertungen. Das kann man in einer Großstadt durchaus schaffen, doch bereits in einer Kleinstadt wie Schwabmünchen wird das schon schwierig, in einem typischen Dorf mit zwei Gaststätten und einem Sportplatz schon unmöglich. Das System lässt sich natürlich auch überlisten. Stichwort "Ausrichtung auf Ballungszentren", es werden Bewertungen für Orte in der nächsten Großstadt abgegeben und so die notwendige Punktzahl erreicht. Die Expertise beweisst dann allerdings eher des Wissen um die Großstadt als das Dorf, in dem man tatsächlich lebt.
Mal sehen ob es für Schwabmünchen klappt, ich halte mich da ja jetzt schon für einen Experten, bei Qype muss ich das nur erst noch beweisen
Montag, 13. April 2009
Augsburger - auf der roten Liste

Dienstag, 3. März 2009
NABU-Studie: Müllverbrennung wächst unkontrolliert
Deutschland verbrennt schon heute mehr Müll als überhaupt im Inland anfällt. Weil zu viele Müllverbrennungsanlagen existieren, drohen jetzt massive Importe aus dem Ausland und weniger Recycling. Bis zum Jahr 2020 können diese Überkapazitäten auf bis zu 8,6 Millionen Tonnen im Jahr anwachsen. In den kommenden Jahren sind 28 Neuanlagen sowie der Ausbau sechs weiterer Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Millionen Tonnen geplant.
Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG, die vom NABU in Auftrag gegeben wurde. (Angeblich kann man sie hier herunterladen, vielleicht kommt das ja noch)
Das geplante Kraftwerk der Papierfabirk Lang in Ettringen könnte ein Baustein im System des Mülltourismus werden. Deutschland ist mit Müllverbrennungsanlagen bereits gut ausgestattet: Eine Karte der Müllkraftwerke, die in Deutschland bereits in Betrieb oder in Planung sind, hat der NABU erstellt. Auf den Webseiten des NABU gibt es auch die Karte als PDF Datei zum Herunterladen. Zu den dort verzeichneten Anlagen gehört auch die Verbrennungsanlage in Ettringen. Für den wirtschaftlichen Betrieb ist die Anlage auf Müll angewiesen, sonst geht die Kalkulation nicht auf. Wenn es dann knapp wird, holt man den Müll dann eben von weiter her oder vergisst kurzfristig welche Zusagen hinsichtlich der Reinheit bei den Brennstoffen gemacht wurden und verheizt unnötig hoch kontaminiertes Material.
Grafik: NABU
Montag, 2. März 2009
5 vor 12 im Wertachtal
Was interessieren die Probleme der Welt, wenn vor der Haustüre gezündelt wird. In der Gemeinde Ettringen, plant die Papierfabrik Lang ein neues Kraftwerk, für die Produktion von Prozesswärme, Wasserdampf und Strom. Papierproduktion ist eben immer noch eine energieintensive Angelegenheit und je billiger die Energie erzeugt werden kann, umso höher der Profit. Politisch korrekt formuliert muss das natürlich heissen, umso sicherer sind die Arbeitsplätze.
Damit das neue Kraftwerk möglichst kostengünstig betrieben werden kann, wird es u.a. mit Müll befeuert. Dafür gibt es auch Euphemismen, da heisst es dann Reststoffe oder Ersatzbrennstoffe. Naja, Papier ist ja bekanntlich geduldig. Ich halte es da lieber mit einem Vergleich, den die Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal zieht: Im Landkreis Unterallgäu (an der Grenze zum Landkreis Augsburg) entsteht die drittgrösste bayerische Müllverbrennungsanlage. Im lokalen Bezug heisst das, sie wird etwa die doppelte Kapazität haben, wie die Öfen der AVA in Augsburg.
Müllverbrennung in solchen Größenordnungen ist ein Geschäft und wo es ums Geschäft geht, stehen andere Interessen typischerweise hintenan. Sicher, die geplante Anlage der Papierfabrik Lang erfüllt alle Vorschriften was die Emissionen angeht, anders wäre ein Genehmigungsverfahren gar nicht zu bestehen. Aber ist das genug? Meiner Meinung nach nicht. Gesetzliche Grenzwerte sind ein rein politisches Instrument, die Festsetzung erfolgt i.d.R. erst nach jahrelangem Tauziehen und beinhaltet alle Kompromisse die von Seiten der Industrielobby gefordert werden. Damit ist es ein leichtes sie einzuhalten und ist bei Lichte betrachtet auch kein grosses Entgegenkommen der Industrie, gleichwohl wird es natürlich als solches verkauft. Welche gesundheitlichen Risiken hinter den Schadstoffen tatsächlich stecken, wird es erst Jahre später sichtbar. Dann ist es aber zu spät, die Profite sind verteilt und die negativen Auswirkungen allein von den Betroffenen zu tragen. Was es bräuchte, wäre wirklich zukunftsfähiges - nachhaltiges - Handeln.
Hier könnte die Papierfabrik Lang aus der eigenen Erfahrung lernen. Das Schwerölkkraftwerk, das mit der neuen Anlage ersetzt werden soll, war bei der Errichtung auch der letzte Schrei in wirtschaftlicher Hinsicht und die gesetzlichen Schadstoffgrenzwerte wurden seinerzeit auch eingehalten. Heute, gut 50 Jahre später, ist das Teil eine Dreckschleuder und die Nutzung fossiler Brennstofe ein finanzielles Fiasko. Mit der Verbrennung von Müll wird es nicht viel anders laufen. Schon jetzt buhlen Müllverbrennungsanlagen um den Dreck, damit ihre Anlagen in Betrieb gehalten werden können, was in der Folge zu Mülltourismus führt. Für die geplante Verbrennung bei der Papierfabrik Lang geht man bereits davon aus, dass die sog. Ersatzbrennstoffe aus bis zu 450 km Entfernung hergeschafft werden. Mit gesundem Menschenverstand ist das nicht zu begreifen, das lässt sich nur buchhalterisch begründen.
Widerstand in Zeiten der Wirtschaftskrise ist ein schwieriges Unterfangen, das darf aber nicht dazu führen, dass wir uns jetzt Situtation vorsetzen lassen, deren negative Auswirkungen noch jahrzentelang nachwirken und nicht wieder umkehrbar sind. Noch können bis zum 19. März 2009 Einwendungen gegen das Projekt erhoben werden. Erhoben werden können sie von jedem, der sich persönlich von der Anlage betroffen fühlt, das ist nicht an Regionalgrenzen gebunden. Von der Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal gibt es eine Anleitung und Vorlagen für den Widerspruch. Auf geht's!
Nachtrag: Bei der gestrigen Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal in Hiltenfingen, musste ich gelegentlich schmunzeln und an Rolands Artikel zu Öko 1.0 - 2.0 denken. Es ist schon noch ein ungewohnter Klang, wenn ein CSU Politiker, zwar im typischen Unionssprachgebahren, aber immerhin, mehr Umweltschutz fordert und den Zuhörern partizipatorische Demokratie nahelegt.
Damit das neue Kraftwerk möglichst kostengünstig betrieben werden kann, wird es u.a. mit Müll befeuert. Dafür gibt es auch Euphemismen, da heisst es dann Reststoffe oder Ersatzbrennstoffe. Naja, Papier ist ja bekanntlich geduldig. Ich halte es da lieber mit einem Vergleich, den die Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal zieht: Im Landkreis Unterallgäu (an der Grenze zum Landkreis Augsburg) entsteht die drittgrösste bayerische Müllverbrennungsanlage. Im lokalen Bezug heisst das, sie wird etwa die doppelte Kapazität haben, wie die Öfen der AVA in Augsburg.
Müllverbrennung in solchen Größenordnungen ist ein Geschäft und wo es ums Geschäft geht, stehen andere Interessen typischerweise hintenan. Sicher, die geplante Anlage der Papierfabrik Lang erfüllt alle Vorschriften was die Emissionen angeht, anders wäre ein Genehmigungsverfahren gar nicht zu bestehen. Aber ist das genug? Meiner Meinung nach nicht. Gesetzliche Grenzwerte sind ein rein politisches Instrument, die Festsetzung erfolgt i.d.R. erst nach jahrelangem Tauziehen und beinhaltet alle Kompromisse die von Seiten der Industrielobby gefordert werden. Damit ist es ein leichtes sie einzuhalten und ist bei Lichte betrachtet auch kein grosses Entgegenkommen der Industrie, gleichwohl wird es natürlich als solches verkauft. Welche gesundheitlichen Risiken hinter den Schadstoffen tatsächlich stecken, wird es erst Jahre später sichtbar. Dann ist es aber zu spät, die Profite sind verteilt und die negativen Auswirkungen allein von den Betroffenen zu tragen. Was es bräuchte, wäre wirklich zukunftsfähiges - nachhaltiges - Handeln.
Hier könnte die Papierfabrik Lang aus der eigenen Erfahrung lernen. Das Schwerölkkraftwerk, das mit der neuen Anlage ersetzt werden soll, war bei der Errichtung auch der letzte Schrei in wirtschaftlicher Hinsicht und die gesetzlichen Schadstoffgrenzwerte wurden seinerzeit auch eingehalten. Heute, gut 50 Jahre später, ist das Teil eine Dreckschleuder und die Nutzung fossiler Brennstofe ein finanzielles Fiasko. Mit der Verbrennung von Müll wird es nicht viel anders laufen. Schon jetzt buhlen Müllverbrennungsanlagen um den Dreck, damit ihre Anlagen in Betrieb gehalten werden können, was in der Folge zu Mülltourismus führt. Für die geplante Verbrennung bei der Papierfabrik Lang geht man bereits davon aus, dass die sog. Ersatzbrennstoffe aus bis zu 450 km Entfernung hergeschafft werden. Mit gesundem Menschenverstand ist das nicht zu begreifen, das lässt sich nur buchhalterisch begründen.
Widerstand in Zeiten der Wirtschaftskrise ist ein schwieriges Unterfangen, das darf aber nicht dazu führen, dass wir uns jetzt Situtation vorsetzen lassen, deren negative Auswirkungen noch jahrzentelang nachwirken und nicht wieder umkehrbar sind. Noch können bis zum 19. März 2009 Einwendungen gegen das Projekt erhoben werden. Erhoben werden können sie von jedem, der sich persönlich von der Anlage betroffen fühlt, das ist nicht an Regionalgrenzen gebunden. Von der Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal gibt es eine Anleitung und Vorlagen für den Widerspruch. Auf geht's!
Nachtrag: Bei der gestrigen Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal in Hiltenfingen, musste ich gelegentlich schmunzeln und an Rolands Artikel zu Öko 1.0 - 2.0 denken. Es ist schon noch ein ungewohnter Klang, wenn ein CSU Politiker, zwar im typischen Unionssprachgebahren, aber immerhin, mehr Umweltschutz fordert und den Zuhörern partizipatorische Demokratie nahelegt.
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