Community Supported Agriculture (CSA) ist eine in Europa noch wenig verbreitete Kooperation zwischen Landwirten und Verbrauchern. Im Idealfall teilen sie sich Aufwände in der Arbeit und bei finanziellen Leistungen. Das hat für den Landwirt den Vorteil, dass er nicht das alleinige Produktions- und Preisrisiko trägt. Die Verbraucher haben im Gegenzug Einfluss auf die Anbaumethoden und werden mit vergl. günstigen Lebensmitteln hoher Qualität versorgt. Das funktioniert in kleinen Massstäben auch in Deutschland, ist aber noch weit davon entfernt im Mainstream angekommen zu sein. Katharina Kraiß und Thomas van Elsen haben den Artikel "Community Supported Agriculture (CSA) in Deutschland" (PDF) verfasst, der auch Beispiele für CSA Initiativen in Deutschland anführt.
Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt die Genossenschaft Naturkäserei Tegernseer Tal eG. Um nicht vom Preisdiktat der Molkereien abhängig zu sein, haben sie eine eigene Käserei bei Rottach-Egern aufgebaut. Das Geld dafür kam über Einlagen zusammen, die von 800 Personen aus der Region gezeichnet wurden. Auch so können Landwirte und Verbraucher gemeinsam gestalten. Das kommt vielleicht auch denen entgegen, die für regionale Lebensmittel und eine transparente Produktion einstehenl, ansonsten aber eher weniger Bezug zur Landwirtschaft haben.
Ein Radiobeitrag über die Initiative lief gestern auf BR2.
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Community Supported Agriculture mal ganz praktisch
Geschrieben von Michael Wenzl
in Agrar
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Freitag, 26. März 2010
Kommt "Die Faire Milch" bald aus Augsburg?
Die MVS Gmbh vermarktet die "Die faire Milch", die den Erzeugern einen Milchpreis von 40 Cent bringt. Die Erzeuger verpfichten sich keine gentechnisch erzeugten Futtermittel einzusetzen. "Die faire Milch" ist daher eines der wenigen Lebensmittel, die das Logo "Ohne Gentechnik" führen. Gesellschafter der MVS Gmbh sind der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM) und der Verein freie Bauern e.V.
Wenn die Übernahme klappt, würde das postulierte Ziel der fairen Milch, "Arbeitsplätze in der Region sichern", einen handfesten Hintergrund haben. Die Idee regionaler Milchproduktion gefällt mir jedenfalls sehr gut, auch wenn mir der konsequente Schritt zur ökologischen Produktionsweise fehlt. Aber kommt Zeit, kommt vielleicht auch Konsequenz, wer hätte vor 12 Jahren gedacht, dass der BDM tatsächlich mal die Milchvermarktung selbst in die Hand nimmt.
Dienstag, 13. Oktober 2009
Stadt Land Wurst
Von Sebastian Backhaus aufgetan, die wirklich lesenswerte Diplomarbeit von Hendrik Haase über "Eine Reise in die Welt der kulinarischen Kommunikation regionaler und nachhaltiger Lebensmittel". Beim ersten Überfliegen der Seiten ist mir im Epilog folgender Satz ins Auge gesprungen:
Wie wahr! Ansehen kann man sich das auch gestalterisch hervorragende Werk auf issuu.com.
Kundenorientierte Transparenz, Storytelling und Organic-Ethical-Food scheinen von Natur aus die Stärken von Hofläden, Marktfrauen und regionalen Lebensmittelproduzenten zu sein.
Wie wahr! Ansehen kann man sich das auch gestalterisch hervorragende Werk auf issuu.com.
Mittwoch, 30. September 2009
Die Bio Messe München geht an den Start

v.l.n.r. Joachim Lorenz, Stadt München - Josef Huber, StmELF - Norbert Bargmann, Messe München - Nicole Stocker, Hofpfisterei - Josef Wetzstein, Bioland - Eva Seißer, Messe München
Das Konzept der "Bio Messe München" macht einen interessanten Spagat:
Für Endverbraucher soll die Messe ein umfangreiches Informationsmedium sein, das den Terminus "Bio" in allen seinen Facetten darstellt um so die Glaubwürdigkeit der Produkte zu präsentieren. Neben Besuchern, die bereits überzeugte Bio-Konsumenten sind, sollen auch neue Käufer angesprochen werden.
Großverbrauchern aus Hotelerie und Gastgewerbe soll gezeigt werden, wie auch sie Bio vermarkten können. Angefangen von der Beschaffung, über die Verarbeitung, bis zur Produkpräsentation.
Für Biolandwirte und solche die es werden wollen, bietet die Messe nicht nur die Möglichkeit sich und die eigene Arbeit potentiellen Kunden zu präsentieren. Die "Bio Messe München" will auch eine Informationsplattform für die Landwirte sein. Sie sollen sich über Agrartechnik, Betriebsmittel und Betriebsaussattung, speziell für die ökologische Landwirtschaft informieren können.
Donnerstag, 30. Juli 2009
Milch als regionales Produkt
Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber die Vorzeichen stehen nicht gerade gut bei der Allgäuland-Käsereien GmbH. Mit den Werksschliessungen, ausser dem Werk Augsburg sollen ja auch die beiden Werke Dettingen und Tübingen den Betrieb einstellen, scheint weiteres Unheil heranzuziehen. Am vergangen Montag gab es einen Umbau im Management der Allgäuland-Käsereien GmbH. Vorsitzender Geschäftsführer Dieter Krayl und Geschäftsführer Klaus Wischmann haben das Unternehmen verlassen (via). Bereits Mitte Juli hat die Käserei Goldsteig eine seit Dez. 2008 geplante Fusion mit der Allgäuland-Käsereien GmbH wieder abgeblasen. Wie es heisst, seien die finanziellen Risiken für Goldsteig zu hoch (via).
Interessant ist, dass man bei der Allgäuland-Käsereien GmbH die Produktion einer gentechnikfreien Bergbauernmilch plant um sich am Markt behaupten zu können. Das kann man je nach Sichtweise als positiven Lerneffekt betrachten oder als Offenbarungseid. Denn damit ist klar, dass die übrigen Milchprodukte nicht gentechnikfrei sind und das obwohl in der Werbung von Allgäuland regelmässig die Nähe zur Natur betont wird. Aber das Thema doppeltes Spiel mit der Gentechnik hatte ich ja schon mal.
Gerade deswegen wäre es sinnvoll, wenn dem Trend der Marktkonzentration an dieser Stelle entgegengetreten wird. Was will ich mit gentechnikfreier Bergbauernmilch, die erst hunderte Kilometer umhergekarrt wird. Auf Genfutter verzichten kann jeder Milchbauer und kurze Transportwege sind mit regionalen Molkereien zumindest dort kein Problem, wo es eine hohe Dichte an Milchbauern gibt, was für die Region Augsburg zweifellos gilt. Denn eines sollte man dabei auch bedenken. Wenn heute die Produktion einfach 100km weiter südlich konzentriert werden kann, geht es übermorgen auch noch weiter weg. Irgendwann ist der Bezug zwischen Milchbauer und Molkerei durch die Distanz völlig aufgelöst. Das ist keine gute Basis für die nächsten Milchpreisverhandlung. Denn da geht es dann nur noch um den Produktionsfaktor Milch, wo der herkommt ist einzig eine Frage des Preises.
Nach den Molkereien gehen die Milchbauern, der Dumme am Ende ist aber auch der Verbraucher, der sich zwischen austauschbaren Produkten zweifelhafter Qualität, Stichwort ESL Milch, für das entscheiden kann, das entweder billig ist, oder die Verpackung mit den tollsten Versprechungen hat. Die heimliche Einführung der ESL Milch war ja auch kein Dienst am Kunden, wie man es gerne glauben machen will, sondern eine Folge der komplexen Logistik. Mit den immer länger werdenden Transportwegen wird es zunehmend schwierig, Milch in die Regale zu bekommen, die noch 2-3 Tage haltbar ist und sich als "Frischmilch" vermarkten lässt.
Also, in Augsburg steht demnächst wohl eine Molkerei zum Verkauf, wer hat Interesse?
Interessant ist, dass man bei der Allgäuland-Käsereien GmbH die Produktion einer gentechnikfreien Bergbauernmilch plant um sich am Markt behaupten zu können. Das kann man je nach Sichtweise als positiven Lerneffekt betrachten oder als Offenbarungseid. Denn damit ist klar, dass die übrigen Milchprodukte nicht gentechnikfrei sind und das obwohl in der Werbung von Allgäuland regelmässig die Nähe zur Natur betont wird. Aber das Thema doppeltes Spiel mit der Gentechnik hatte ich ja schon mal.
Gerade deswegen wäre es sinnvoll, wenn dem Trend der Marktkonzentration an dieser Stelle entgegengetreten wird. Was will ich mit gentechnikfreier Bergbauernmilch, die erst hunderte Kilometer umhergekarrt wird. Auf Genfutter verzichten kann jeder Milchbauer und kurze Transportwege sind mit regionalen Molkereien zumindest dort kein Problem, wo es eine hohe Dichte an Milchbauern gibt, was für die Region Augsburg zweifellos gilt. Denn eines sollte man dabei auch bedenken. Wenn heute die Produktion einfach 100km weiter südlich konzentriert werden kann, geht es übermorgen auch noch weiter weg. Irgendwann ist der Bezug zwischen Milchbauer und Molkerei durch die Distanz völlig aufgelöst. Das ist keine gute Basis für die nächsten Milchpreisverhandlung. Denn da geht es dann nur noch um den Produktionsfaktor Milch, wo der herkommt ist einzig eine Frage des Preises.
Nach den Molkereien gehen die Milchbauern, der Dumme am Ende ist aber auch der Verbraucher, der sich zwischen austauschbaren Produkten zweifelhafter Qualität, Stichwort ESL Milch, für das entscheiden kann, das entweder billig ist, oder die Verpackung mit den tollsten Versprechungen hat. Die heimliche Einführung der ESL Milch war ja auch kein Dienst am Kunden, wie man es gerne glauben machen will, sondern eine Folge der komplexen Logistik. Mit den immer länger werdenden Transportwegen wird es zunehmend schwierig, Milch in die Regale zu bekommen, die noch 2-3 Tage haltbar ist und sich als "Frischmilch" vermarkten lässt.
Also, in Augsburg steht demnächst wohl eine Molkerei zum Verkauf, wer hat Interesse?
Geschrieben von Michael Wenzl
in Agrar
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Mittwoch, 29. Juli 2009
Nur mal so eine Milchidee
Die Allgäuland-Käsereien GmbH will das Augsburger Milchwerk, im Volksmund immer noch CEMA genannt, Ende März 2010 schliessen. Die Angestellten sind davon verständlicherweise nicht begeistert, erst recht nicht, dass es quasi hinter ihrem Rücken passiert.
Nun kann man an der Entscheidung, dass seitens der Allgäuland-Käsereien GmbH die Molkerei aufgegeben wird, wohl nicht mehr viel ändern. Aber vielleicht lässt sich damit ja an anderer Stelle etwas anfangen, das auch den Angestellten eine Perspektive verschaffen könnte.
Was spräche denn dagegen, das Milchwerk für die Produktion der Bayerischen Bauern-Milch zu verwenden. Damit wäre der Begriff Regionalität mehr als nur eine Floskel im Konzept des DBV. Die Milch müsste aus dem Augsburger Umland nicht mehr bis nach Miesbach transportiert werden und sie könnte direkt in den regionalen Läden vermarktet werden. Denn wenn es nach den Strategen der Allgäuland-Käsereien GmbH geht, wird das Milchwerk deswegen geschlossen, weil der Frischmilchmarkt unprofitabel ist und zukünftig der Schwerpunkt weiter in Richtung Käseproduktion verschoben werden soll. D.h. praktisch wird eine Marke aus dem Milchregal verschwinden und Platz für eine neue sein.
Ganz verwegen wäre es natürlich aus der Augsburger Traditionsmolkerei ein Produktionsbetrieb für Bio-Milch zu machen. Aber warum eigentlich nicht. Den Transportwegen, die bei Bio-Milch besonders lang sind und so rein gar nichts mit Bio und Nachhaltigkeit zu tun haben, käme das entgegen.
Noch einmal zurück zur CEMA, korrekt der Central-Molkerei Augsburg eG. Auch wenn es der Volksmund glauben machen will, sie ist von dem Vorgang nicht betroffen, denn die Genossenschaft selbst ist einer der Gesellschafter der Allgäuland-Käsereien GmbH. Die Genossenschafter profitieren von dem Vorhaben aller Wahrscheinlichkeit nach sogar, zumindest auf kurze Sicht. Langfristig ist der Konzentrationsprozess bei den Molkereien weder gut für die Milchbauern (selbst wenn sie an den Molkereien beteiligt sind), noch für die Verbraucher.
[via]
Nun kann man an der Entscheidung, dass seitens der Allgäuland-Käsereien GmbH die Molkerei aufgegeben wird, wohl nicht mehr viel ändern. Aber vielleicht lässt sich damit ja an anderer Stelle etwas anfangen, das auch den Angestellten eine Perspektive verschaffen könnte.
Was spräche denn dagegen, das Milchwerk für die Produktion der Bayerischen Bauern-Milch zu verwenden. Damit wäre der Begriff Regionalität mehr als nur eine Floskel im Konzept des DBV. Die Milch müsste aus dem Augsburger Umland nicht mehr bis nach Miesbach transportiert werden und sie könnte direkt in den regionalen Läden vermarktet werden. Denn wenn es nach den Strategen der Allgäuland-Käsereien GmbH geht, wird das Milchwerk deswegen geschlossen, weil der Frischmilchmarkt unprofitabel ist und zukünftig der Schwerpunkt weiter in Richtung Käseproduktion verschoben werden soll. D.h. praktisch wird eine Marke aus dem Milchregal verschwinden und Platz für eine neue sein.
Ganz verwegen wäre es natürlich aus der Augsburger Traditionsmolkerei ein Produktionsbetrieb für Bio-Milch zu machen. Aber warum eigentlich nicht. Den Transportwegen, die bei Bio-Milch besonders lang sind und so rein gar nichts mit Bio und Nachhaltigkeit zu tun haben, käme das entgegen.
Noch einmal zurück zur CEMA, korrekt der Central-Molkerei Augsburg eG. Auch wenn es der Volksmund glauben machen will, sie ist von dem Vorgang nicht betroffen, denn die Genossenschaft selbst ist einer der Gesellschafter der Allgäuland-Käsereien GmbH. Die Genossenschafter profitieren von dem Vorhaben aller Wahrscheinlichkeit nach sogar, zumindest auf kurze Sicht. Langfristig ist der Konzentrationsprozess bei den Molkereien weder gut für die Milchbauern (selbst wenn sie an den Molkereien beteiligt sind), noch für die Verbraucher.
[via]
Dienstag, 4. November 2008
Kleinstgartenbau 2
Die Idee des SPIN Farming trägt blüten. Trevor Paque verfolgt in San Francisco mit MyFarm ein sehr ähnliches Konzept. Brachliegende Hinterhöfe werden mit Mutterboden versorgt, um dann Beete anzulegen. Im Gegensatz zum SPIN Farming wird die Ernte aber nicht vermarktet, sondern wird den Hausbesitzern überlassen. Quasi eine Art gärtnerische Dienstleistung, für die sie pro Woche zwischen 25 und 35 Dollar zahlen und dadurch den Gang zum Wochenmarkt sparen. Es scheint sogar profitabel zu sein, in den letzten fünf Monaten hat Trevor Paque 90.000 Dollar eingenommen und sein Wirkungsfeld schon auf Oakfield und Berkeley ausgedehnt. Wer in San Francisco des Weges kommt und einen Job braucht sollte kann ja bei MyFarm anfangen, gesucht werden Super Urban Green Thumbs.
[via]
[via]
Geschrieben von Michael Wenzl
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Freitag, 3. Oktober 2008
Eigenbau vs. Massenware
Auch wenn ich mit dem Konzept von Marke Eigenbau nicht so ganz glücklich bin, kann ich dem Produktverzeichnis einen gewissen Charme abgewinnen. Eigentlich eine gute Idee für händisch Schaffende, die ihre Produkte in kleinen Stückzahlen fertigen. Dabei denke ich auch an Direktvermarkter im landwirtschaftlichen Bereich. Sei es die Herstellung bzw. Veredlung von Nahrungsmitteln oder die Fertigung kunstgewerblicher Gegenstände. Beides trägt die eigene Marke und darum geht es bei Marke Eigenbau.
Wer schon ein Produkt hat, das es wert ist dort gezeigt zu weden kann es auf dieser Seite vorschlagen. Vielleicht sind die dort bereit eingetragenen Produkte aber auch eine Anregung eine eigene Manufaktur zu beginnen.
[via]
Wer schon ein Produkt hat, das es wert ist dort gezeigt zu weden kann es auf dieser Seite vorschlagen. Vielleicht sind die dort bereit eingetragenen Produkte aber auch eine Anregung eine eigene Manufaktur zu beginnen.
[via]
Donnerstag, 3. Juli 2008
Bayerische Bauern-Milch
Der Streit um den Milchpreis zwischen der Milcherzeugergemeinschaft Augsburg-West und der Molkerei Müllermilch wurde mit dem Ergebnis vertagt, dass die aufmüpfigen Bauern seit April an die Oberland eG liefern. Für die Milcherzeuger sprang dabei zwar auch nicht mehr heraus als die in Bayern üblichen 34 - 36 Cent je Liter, das könnte sich jetzt aber ändern.
Ab kommenden Montag wird die Milch, besser gesagt ein Teil der täglichen Liefermenge von 240.000 Litern, unter dem Namen Bayerische Bauer-Milch verkauft. Hat die Vermarktungsinitiative erfolgt, sind den knapp 200 Milchbauern aus dem Augsburger Umland höhere Erzeugerpreise in Aussicht gestellt.
Wie man der Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands entnehmen darf, soll die Bayerische Bauern-Milch Fairness für alle Beteiligten sichern:
Man möchte Hurra schreien. Hatte ich mich hier noch beschwert, dass es für den Verbraucher kein Kriterium gibt an dem er die gerechte Entlohnung der Milcherzeuger erkennen und durch sein Konsumverhalten fördern kann, scheint es jetzt tatsächlich möglich zu sein. Ein paar Dinge stossen mir bei dem Konzept allerdings auf.
Die Vermarktung erfolgt ausschliesslich über den Discounter Lidl. Damit ist jeder Premiumanspruch im Keim erstickt. Immerhin muss man Lidl zu Gute halten, dass sie das Experiment eingehen.
Der Begriff Regionalität wird sehr dehnfähig gehandhabt. Mit Regionalität so wie ich sie verstehe, passt es nicht zusammen, dass die Milch in ganz Bayern herumkutschiert wird. Betrachtet man die zurückgelegten Strecken, könnte man sie ebenso in Baden-Württemberg anbieten.
Die faire Entlohnung der Erzeuger ist im Moment ein Zukunftsziel. Erst wenn das Experiment erfolgreich ist, landet der Mehrertrag bei den Bauern. Ob der höhere Preis im Discount dauerhauft realisiert werden kann, wenn auf der Palette daneben ein billigeres, gleichartikes Produkt steht?
Aber die Botschaft ist klar. Jetzt ist der Verbraucher am Zug, zumindest diejenigen, die bei Lidl einkaufen. Der kleine Seitenhieb in Richtung BDM ist auch nicht zu übersehen.
Ab kommenden Montag wird die Milch, besser gesagt ein Teil der täglichen Liefermenge von 240.000 Litern, unter dem Namen Bayerische Bauer-Milch verkauft. Hat die Vermarktungsinitiative erfolgt, sind den knapp 200 Milchbauern aus dem Augsburger Umland höhere Erzeugerpreise in Aussicht gestellt.
Wie man der Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands entnehmen darf, soll die Bayerische Bauern-Milch Fairness für alle Beteiligten sichern:
für die Verbraucher die qualitätsbewusste und schonende Herstellung von Premiumprodukten. Zusätzlich die Sicherheit bayerische, regional produzierte Milch zu kaufen. Damit leistet der Verbraucher einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer einzigartigen, heimischen Kulturlandschaft
für die Bauern einen Milchpreis, der eine gerechte Entlohnung für die harte Arbeit bei der Milcherzeugung beinhaltet
für alle Unternehmen, die bei der Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung der Milch bzw. der Milchprodukte beteiligt sind, einen ebenso gerechten Lohn für die eingesetzte Arbeit und die notwendigen Ressourcen
Man möchte Hurra schreien. Hatte ich mich hier noch beschwert, dass es für den Verbraucher kein Kriterium gibt an dem er die gerechte Entlohnung der Milcherzeuger erkennen und durch sein Konsumverhalten fördern kann, scheint es jetzt tatsächlich möglich zu sein. Ein paar Dinge stossen mir bei dem Konzept allerdings auf.
Die Vermarktung erfolgt ausschliesslich über den Discounter Lidl. Damit ist jeder Premiumanspruch im Keim erstickt. Immerhin muss man Lidl zu Gute halten, dass sie das Experiment eingehen.
Der Begriff Regionalität wird sehr dehnfähig gehandhabt. Mit Regionalität so wie ich sie verstehe, passt es nicht zusammen, dass die Milch in ganz Bayern herumkutschiert wird. Betrachtet man die zurückgelegten Strecken, könnte man sie ebenso in Baden-Württemberg anbieten.
Die faire Entlohnung der Erzeuger ist im Moment ein Zukunftsziel. Erst wenn das Experiment erfolgreich ist, landet der Mehrertrag bei den Bauern. Ob der höhere Preis im Discount dauerhauft realisiert werden kann, wenn auf der Palette daneben ein billigeres, gleichartikes Produkt steht?
Aber die Botschaft ist klar. Jetzt ist der Verbraucher am Zug, zumindest diejenigen, die bei Lidl einkaufen. Der kleine Seitenhieb in Richtung BDM ist auch nicht zu übersehen.
Freitag, 13. Juni 2008
Milch für Feinschmecker
Warum kann man ohne Probleme für Wasser mehrere Euro pro Liter verlangen, solange die Marke Quelle stimmt, während sich der Verkaufspreis für Milch immer im unteren Preissegment ansiedelt? Selbst Premiummarken bei der Konsummilch schrammen selten die 1,50 EUR. Die Ursache dafür ist klar, Milch ist ein Einheitsprodukt. Das ist nicht nur in der Wahrnehmung der Kunden so, sondern auch eine Gegebenheit der Produktion in Großmolkereien. Aber warum nicht von den Wasserproduzenten lernen und Gourmetmilch produzieren. Exentensive Haltung, am besten gleich als Bio-Betrieb, dazu Fütterung die sich weniger an der Milchleistung und dafür mehr am Geschmack der Milch orientiert. Ein Landwirt im Engadin macht es vor. Zu sehen in einem Video des BR über Milch für Feinschmecker.
Geschrieben von Michael Wenzl
in Agrar
um
18:25
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