Lassen Sie diejenigen, die Ihre Produkte kaufen, an Ihrer Arbeit teilhaben und wecken sie Begeisterung für die Geschichten hinter ihren Lebensmitteln. Je aktiver sie sind und einzigartiger, desto mehr werden Ihnen im Internet zuhören und sich für sie interessieren.
Artikel mit Tag web2.0
Verwandte Tags
augsburg abl abmahnung alternativen americana attac augsburgr überwachung bdm bloggerszene bund datenschutz gentechnik gentechnikfreie region augsburg gribl hochzoll imker jack wolfskin jako kinder kirche konsumkritik milch namensrecht percy schmeiser produktion regional schwabmünchen socialbar vermarktung wahlen webmontag westernreiten bildung agrarmarketing agrarpolitik ausbildung bio boden direktvermarktung einkommensalternativen ernte lebensmittel medien roggen schule agrarblogs agroblogs bayern bergbauern bilder bioerleben biofach bioland blog action day blogparade csu demeter discounter dokumentation eu fair förderung fernsehen genuss getreide haflinger image kaffee klima klimaschutz kultur landwirtschaftsblogs markus söder messe nachhaltigkeit naturland nürnberg obst regionalität schweine social media statistik stiftung warentest tierhaltung verbraucher wandel blog s9y serendipity utf-8 weblog administration ärgernis bioenergie biogas bloggertreffen blogwichteln bookondemand buch cma consumenta cre demokratie dfb ebook ernährung film georeferenzierung google journalismus klimawandel kochen konsum landtechnik lohas möbel mode nachwuchs pferde podcast presse provinz stöckchen traktor vernetzung viral wahl wahlcomputer web werte zeitung zensur creative commons gerd heuschmann it it-security open source programmieren python reiten tierschutz urheberrecht community dbv networking social crowdsourcing geolokation absatzfonds bbv der faire milchlieferant faire milch gvo massentierhaltun musik protest romuald schaber springer twitter wiki zmp engagement fundraising social entrepreneur sozial müllermilch sachsenmilch datensicherheit grün internet monopol suchmaschine werbung hendrik haase politik polizei radio stadtrat microblogging diy selbstversorgung bier küchenradio linux pferdezucht screencast ubuntu agrartechnik akustik alan stivell e-miglia erdöl erdgas erntemaschinen ettringen fahrrad frieden gunzenhausen haustierrasse hilfskrankenhaus hkh hoffest huhn kalter krieg lang lechfeld müll müllverbrennung mittelalter ostermarsch rüben rote liste smüpedia spargel typo urlaub verkehr wertachtal seo landlebenDienstag, 25. Mai 2010
Web 2.0 auf oekolandbau.de
Geschrieben von Michael Wenzl
in Agrar
um
07:40
| Kommentare (5)
| Trackback (1)
Tags für diesen Artikel: hendrik haase, web2.0
Donnerstag, 22. April 2010
Der Münchhausenverband und das Wiki
Aus einer Pressemeldung, die der Deutsche Bauernverband (DBV) heute verschickt hat:
Aufmerksame Blogleser wissen um einen Farmblogger-Artikel vom 2. Oktober 2008, der von einer Pressemeldung des DBV handelt, in dem just jenes "Wiki" vorgestellt wurde.
Nun könnte man ja wenigstens hoffen, dass die Macher meinen Artikel gelesen und zu Herzen genommen haben, um in den vergangenen anderthalb Jahren ein echtes Wiki geworden ist. Doch weit gefehlt, man rühmt sich immer noch:
Zwei Ratschläge an den DBV und seine Öffentlichkeitsdroiden.
Es mag ja sein, dass Web 2.0 und Landwirtschaft noch nicht ganz so weit vorne dran sind, das ist aber noch lange keine Grund die Leute zu verarschen.
Das „Wiki-Agrar-Lexikon“, eine Gemeinschaftsproduktion des Vereins information.medien.agrar (i.m.a) und der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL), ist nun online. In über 1.000 Einträgen von „Abdrift“ über „Färse“ und „Terms of Trade“ bis hin zu „Zwischenfrucht“ werden alle wichtigen Begriffe erklärt, die in der Landwirtschaft und ihrem Umfeld von Bedeutung sind. Damit stellt es das umfangreichste Agrarlexikon im deutschsprachigen Raum dar, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit.
Aufmerksame Blogleser wissen um einen Farmblogger-Artikel vom 2. Oktober 2008, der von einer Pressemeldung des DBV handelt, in dem just jenes "Wiki" vorgestellt wurde.
Nun könnte man ja wenigstens hoffen, dass die Macher meinen Artikel gelesen und zu Herzen genommen haben, um in den vergangenen anderthalb Jahren ein echtes Wiki geworden ist. Doch weit gefehlt, man rühmt sich immer noch:
Im Gegensatz zu vielen anderen Enzyklopädien handelt es sich um keine „freie“ Datenbank. Vielmehr werden die Inhalte von einem Redaktionsteam erstellt und betreut.
Zwei Ratschläge an den DBV und seine Öffentlichkeitsdroiden.
- Immer bei der Wahrheit bleiben!
- Einen Blick auf das Wikipedia-Portal Land- und Forstwirtschaft werfen und lernen, lernen, lernen.
Es mag ja sein, dass Web 2.0 und Landwirtschaft noch nicht ganz so weit vorne dran sind, das ist aber noch lange keine Grund die Leute zu verarschen.
Donnerstag, 1. April 2010
Neues Bio-Landbau-Forum
Heiner Brassart hat mich darum gebeten auf sein Projekt www.Bio-Landbau-Forum.de aufmerksam zu machen, was ich gerne mache:www.Bio-Landbau-Forum.de
Ein neues verbandsübergreifendes Fachforum ist gegründet worden. Diese Forum ist für alle Erzeuger/Innen von biologischen Lebensmitteln oder die, die es gerne werden wollen. Von A wie Ackerbau bis zum Z wie Ziegenhaltung kann hier alles diskutiert werden. Dieses Forum dient dem schnellen und fachspezifischen Austausch von Informationen. Die Antworten und die Fragen, wie in einem Forum im Internet üblich, sind von den Mitgliedern die sich
registriert haben. Ähnlich wie bei einem Seminar bei dem sich die Teilnehmer, in einer offenen Diskussionsrunde, ihre Erfahrungen austauschen. Mit dem Unterschied das, dass virtuell ist und nebenbei gesagt auch kostenlos ist. Bei Fragen dazu, Kritik oder Schwierigkeiten meldet euch doch bitte bei info@Bio-Landbau-Forum.de. Ich freue mich über einen regen Austausch, damit unsere Arbeit noch mehr Spaß macht.
Freitag, 13. November 2009
Ein weiterer Ruf nach Landwirtschaft 2.0
Wenn Die_Farmblogger als eines von zwei dominanten Landwirtschafts-Netzwerken genannt wird, schwellt das fast ein wenig die Brust. Relativiert sich aber, wenn man sich den Artikel von Hans Bayartz genauer ansieht. Inhaltlich ist er gut gemeint, das steht ausser Frage, die Analyse der Landwirtschaft und ihres Verhältnises zum sog. Web 2.0 erfolgte aber nur oberflächlich.
Zunächst ist landlive.de keine Zeitschrift, sondern ein reine Communityplattform, die vom Deutschen Landwirtschaftsverlag (DLV) betrieben wird. In der "Szene" ist landlive.de zweifellos prominent, das hat meiner Einschätzung nach zwei wesentliche Gründe: landlive.de wurde nicht aus dem Boden gestampft, sondern konnte durch die Übertragung der Domain xtrac.de auf einen prominenten Namen innerhalb der Agrarforen aufbauen. Der Betreiber DLV hat über seine zahlreichen Print- und Onlineaktivtäten optimale Möglichkeiten landlive.de innerhalb der Zielgruppe zu bewerben. Weniger entscheidend, aber durchaus wichtig: Der Bayerische Bauernverband ist über den BLV Gesellschafter beim Betreiber DLV, das macht landlive.de authentisch. Ausserdem ist landlive.de gut gemacht, die Bedienung ist vergleichsweise einfach und das Community-Management läuft gut. Mein Fall ist das zwar alles nicht, aber der Wurm muss ja auch dem Fisch schmecken.
Vor dem Hintergrund kaum landwirtschaftliche Aktivitäten auf Xing und Facebook zu entdecken, stellt Hans Bayartz die Frage:
Überbordende Technik kann sogar zum Hemmnis der Vernetzung werden, darf doch nicht vergessen werden, dass viele der Vernetzungswilligen aus dem Umfeld der Landwirtschaft in Regionen leben, die nur schlecht ans Internet angebunden sind. Selbst in meiner urban geprägten Umgebung wird seit Jahren um die DSL Anbindung in den Ortsteilen gekämpt.
Was in der Online-Vernetzung fehlt, oder nicht erkannt wird, ist der Nutzen, der sich daraus ergibt. Dazu muss man auch bedenken, dass es in der Landwirtschaft bereits eine ausgeprägte Vernetzung gibt, die mehr oder weniger institutionalisierten Maschinenringe sind ein Beispiel dafür und der sprichwörtliche "Dorfklatsch" gehört ebenfalls dazu. Der Nutzen davon lässt sich unmittelbar ableiten, welcher Vorteil ergibt sich Online? Im wesentlichen Informationsaustausch, dessen Tragweite aber nicht überschätzt werden sollte. Das hat mit der Struktur der Landwirtschaft zu tun. Es gibt nicht den Landwirt bzw. die Landwirtin. Das ist eine ausgeprägt heterogene Gruppe, Wirtschaftsweisen, geologische und klimatische Voraussetzungen, regionale Besonderheiten und vieles mehr unterscheiden sich ebenso wie das Selbstverständnis. Man versuche nur mal einen Schweinemäster, einen Winzer und einen Gemüsebauer an einen Tisch zu bringen, die Basis der gemeinsamen Themen ist eher gering. Selbst zwischen zwei Ackerbauern, die aus unterschiedlichen Bundesländern stammen kann schnell Schweigen eintreten, weil sich die gesetzlichen Regelungen nach denen sie sich richten müssen, unterscheiden. Trotzdem ist natürlich genung Gemeinsamkeit da, Landtreff, Bäuerinnentreff, Agrarforum und landlive.de sind ja das beste Beispiel dafür, dass diese zur Vernetzung im Internet führen.
Ich denke, die zentrale Frage um die es im dem Artikel geht, ist ob eine weitere Community machbar ist und wer sie bezahlt, der Autor Hans Bayartz ist schliesslich als Anbieter von "Social Software" tätig. Die Frage nach dem Geld ist schnell beantwortet, das liegt bei Verbänden und Unternehmen. Bei den Verbänden dominiert personell und vor allem finanziell der Bauernverband, der indirekt an Landwirtschaftsverlagen beteiligt ist, die ihrerseits eigene Comunities betreiben, allen voran landlive.de. Unternehmen gäbe es im landwirtschaftlichen Umfeld genug, deren Engagement im Bereich Social Media und Web 2.0 ist z.Z. noch sehr begrenzt. Ob diese sich allerdings jenseits der eigenen Markenpolitik an eine Landwirtschaftscommunity wagen, halte ich für unwahrscheinlich. Dafür ist die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit mit dem Bauernverband zu stark.
Was bleibt ist die Nische in der Nische. Beispielsweise Verbände jenseits der Agrarindustrie oder Segmente wie die Direktvermarkter. Ersteren fehlt schlicht das Geld, wobei ich aus meinen Gesprächen mit Funktionären der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft weiß, dass der Wille durchaus vorhanden wäre. Bzgl. Direktvermarkter und Web 2.0 gab es hier im Blog schon heftigste Diskussionen, es sind Einzelne, die ihre Vorteile erkennen und nutzen sie dann auch. Für die Mehrzahl der Direktvermarkter gilt wahrscheinlich auch hier, dass der Aufwand für Zeit und/oder Geld eher klein gehalten werden muss.
Es bleibt schwierig in der Landwirtschaft, ob mit oder ohne Web 2.0. Ich glaube auch hier gibt es einen Prozess, der sich dem Internet und seinen Möglichkeiten weiter öffnet. Doch der verläuft langsam, langsamer als in vielen anderen Bereichen, das hat schlicht seine Ursache in der Struktur der Landwirtschaft und so lange ein Gutteil der Zielgruppe noch nicht einmal DSL hat, darf man die Segel nicht zu groß nähen. Gleichwohl halte ich Web 2.0, Social Media oder wie auch immer der nächste Internettrend heissen wird, für die Möglichkeit, die verkrusteten Strukturen innerhalb der Agrarpublizistik aufzubrechen. Die Themen müssen authentisch sein, von den aktiven Teilnehmern des Agrarsektors stammen und nicht von Verbandslobbyisten. Die Plattform dafür kann eine Communitysoftware sein, ein Blog, Wiki oder Forum, neu aufgebaut oder ein bestehendes System. Wichtiger als der Businessplan ist es das Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Möglichkeiten bestehen und, dass diese über das hinausgehen was sich die Entwickler manchmal dabei gedacht haben.
Zunächst ist landlive.de keine Zeitschrift, sondern ein reine Communityplattform, die vom Deutschen Landwirtschaftsverlag (DLV) betrieben wird. In der "Szene" ist landlive.de zweifellos prominent, das hat meiner Einschätzung nach zwei wesentliche Gründe: landlive.de wurde nicht aus dem Boden gestampft, sondern konnte durch die Übertragung der Domain xtrac.de auf einen prominenten Namen innerhalb der Agrarforen aufbauen. Der Betreiber DLV hat über seine zahlreichen Print- und Onlineaktivtäten optimale Möglichkeiten landlive.de innerhalb der Zielgruppe zu bewerben. Weniger entscheidend, aber durchaus wichtig: Der Bayerische Bauernverband ist über den BLV Gesellschafter beim Betreiber DLV, das macht landlive.de authentisch. Ausserdem ist landlive.de gut gemacht, die Bedienung ist vergleichsweise einfach und das Community-Management läuft gut. Mein Fall ist das zwar alles nicht, aber der Wurm muss ja auch dem Fisch schmecken.
Vor dem Hintergrund kaum landwirtschaftliche Aktivitäten auf Xing und Facebook zu entdecken, stellt Hans Bayartz die Frage:
Wollen Landwirte nicht networken, sich austauschen, Kontakte pflegen und die „Wohltätigkeiten“ des Web 2.0 genießen?Sondiert die Ursachen aus Gesprächen mit jungen Landwirten, die zwar viel auszutauschen hätten, doch mit wenig Zeit gesegnet sind, dass interessante Communities fehlen. Es kann sein, dass die junden Landwirte schon wieder zu jung sind, aber wie ich bereits vor einiger Zeit geschrieben habe, das Web 2.0 ist in der Landwirtschaft zwar eher weniger auffällig vorhanden, deswegen aber kein Vakuum. Damals habe ich den Landtreff und den Bäuerinnentreff als Beispiel genannt, heute würde ich auch das Agrarforum zu den aktiveren Communities zählen und von Besuchen diverser Schleppertreffen weiß ich, dass es auch dort eine aktive Online-Gemeinde gibt. Das ist alles nicht immer so webzweinullig wie es sein könnte, muss es auch nicht, denn nicht die Technik bestimmt die Kommunikation, sondern der Nutzen, den die Beteiligten daraus ziehen können.
Überbordende Technik kann sogar zum Hemmnis der Vernetzung werden, darf doch nicht vergessen werden, dass viele der Vernetzungswilligen aus dem Umfeld der Landwirtschaft in Regionen leben, die nur schlecht ans Internet angebunden sind. Selbst in meiner urban geprägten Umgebung wird seit Jahren um die DSL Anbindung in den Ortsteilen gekämpt.
Was in der Online-Vernetzung fehlt, oder nicht erkannt wird, ist der Nutzen, der sich daraus ergibt. Dazu muss man auch bedenken, dass es in der Landwirtschaft bereits eine ausgeprägte Vernetzung gibt, die mehr oder weniger institutionalisierten Maschinenringe sind ein Beispiel dafür und der sprichwörtliche "Dorfklatsch" gehört ebenfalls dazu. Der Nutzen davon lässt sich unmittelbar ableiten, welcher Vorteil ergibt sich Online? Im wesentlichen Informationsaustausch, dessen Tragweite aber nicht überschätzt werden sollte. Das hat mit der Struktur der Landwirtschaft zu tun. Es gibt nicht den Landwirt bzw. die Landwirtin. Das ist eine ausgeprägt heterogene Gruppe, Wirtschaftsweisen, geologische und klimatische Voraussetzungen, regionale Besonderheiten und vieles mehr unterscheiden sich ebenso wie das Selbstverständnis. Man versuche nur mal einen Schweinemäster, einen Winzer und einen Gemüsebauer an einen Tisch zu bringen, die Basis der gemeinsamen Themen ist eher gering. Selbst zwischen zwei Ackerbauern, die aus unterschiedlichen Bundesländern stammen kann schnell Schweigen eintreten, weil sich die gesetzlichen Regelungen nach denen sie sich richten müssen, unterscheiden. Trotzdem ist natürlich genung Gemeinsamkeit da, Landtreff, Bäuerinnentreff, Agrarforum und landlive.de sind ja das beste Beispiel dafür, dass diese zur Vernetzung im Internet führen.
Ich denke, die zentrale Frage um die es im dem Artikel geht, ist ob eine weitere Community machbar ist und wer sie bezahlt, der Autor Hans Bayartz ist schliesslich als Anbieter von "Social Software" tätig. Die Frage nach dem Geld ist schnell beantwortet, das liegt bei Verbänden und Unternehmen. Bei den Verbänden dominiert personell und vor allem finanziell der Bauernverband, der indirekt an Landwirtschaftsverlagen beteiligt ist, die ihrerseits eigene Comunities betreiben, allen voran landlive.de. Unternehmen gäbe es im landwirtschaftlichen Umfeld genug, deren Engagement im Bereich Social Media und Web 2.0 ist z.Z. noch sehr begrenzt. Ob diese sich allerdings jenseits der eigenen Markenpolitik an eine Landwirtschaftscommunity wagen, halte ich für unwahrscheinlich. Dafür ist die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit mit dem Bauernverband zu stark.
Was bleibt ist die Nische in der Nische. Beispielsweise Verbände jenseits der Agrarindustrie oder Segmente wie die Direktvermarkter. Ersteren fehlt schlicht das Geld, wobei ich aus meinen Gesprächen mit Funktionären der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft weiß, dass der Wille durchaus vorhanden wäre. Bzgl. Direktvermarkter und Web 2.0 gab es hier im Blog schon heftigste Diskussionen, es sind Einzelne, die ihre Vorteile erkennen und nutzen sie dann auch. Für die Mehrzahl der Direktvermarkter gilt wahrscheinlich auch hier, dass der Aufwand für Zeit und/oder Geld eher klein gehalten werden muss.
Es bleibt schwierig in der Landwirtschaft, ob mit oder ohne Web 2.0. Ich glaube auch hier gibt es einen Prozess, der sich dem Internet und seinen Möglichkeiten weiter öffnet. Doch der verläuft langsam, langsamer als in vielen anderen Bereichen, das hat schlicht seine Ursache in der Struktur der Landwirtschaft und so lange ein Gutteil der Zielgruppe noch nicht einmal DSL hat, darf man die Segel nicht zu groß nähen. Gleichwohl halte ich Web 2.0, Social Media oder wie auch immer der nächste Internettrend heissen wird, für die Möglichkeit, die verkrusteten Strukturen innerhalb der Agrarpublizistik aufzubrechen. Die Themen müssen authentisch sein, von den aktiven Teilnehmern des Agrarsektors stammen und nicht von Verbandslobbyisten. Die Plattform dafür kann eine Communitysoftware sein, ein Blog, Wiki oder Forum, neu aufgebaut oder ein bestehendes System. Wichtiger als der Businessplan ist es das Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Möglichkeiten bestehen und, dass diese über das hinausgehen was sich die Entwickler manchmal dabei gedacht haben.
Donnerstag, 3. September 2009
Crowdsourcing in der Provinz
Der Artikel von Matias Roskos, der im Urlaub feststellte, dass der Städteguide Qype ihm keine hilfreichen Empfehlungen für seinen Urlaubsort Garmisch-Partenkirchen geben konnte, hat mich dazu angeregt mal nachzusehen wie um es Einträge über Schwabmünchen bei Qype aussieht. Mein Eindruck deckt sich im wesentlichen mit dem was Matias auch vorfand. Vergleichsweise wenige Einträge, noch weniger Bewertungen. Fast ein wenig nervig waren die scheinbar automatisiert eingestellten Einträge, die aus einem Gewerbeverzeichnis zu stammen scheinen. Nervig deswegen weil sie zum Teil nicht aktuell waren bzw. nicht das notwendige Lokalkolorit berücksichtigen: Wer oder was "Hans Pfänder" sein soll, werden nur alteingesessene Schwabmünchner wissen, seinen Hofladen im "Pfänderhof" kennt hingegen fast jeder. Ähnliches gilt für "Albert Schmid", den Besitzer der "Buchhandlung Schmid".
Ich persönlich würde diese vorgegeben Einträge ja weglassen, wozu gibt es denn crowdsourcing, kann aber verstehen, dass sie dazu genutzt werden um einen Anfang zu machen und das Portal mit Inhalt zu füllen. Doch zurück zum o.g. Artikel über die Einträge von Garmisch-Partenkirchen. Matias schlägt als Abhilfe vor, dass Qype mehr Communitymanagement betreiben sollte um hier zu mehr Einträgen zu motivieren. Ein Vorschlag den ich sofort unterschreibe, in der Konsequenz aber keine Lösung für den ländlichen Raum darstellt. Denn die Ursache liegt tiefer, wie sie auch Stephan Uhrenbacher, der Gründer von Qype, unumwunden in einem Kommentar zugibt. Das Portal selbst ist auf Großstädte fokusiert.
Wieviel Kalkül dahintersteckt sei mal dahingestellt, es ist wohl auch eine Situation, die einfach die Realität wiederspiegelt. In Großstädten ist schon rein rechnerisch die Dichte höher. Mehr Menschen, die mehr Plätze empfehlen können, dadurch ergibt sich schon rein statistisch mehr Inhalt.
In meinen Augen kommt noch ein zweites Phänomen hinzu. Viele Bewohner des flachen Landes orientieren sich in ihrem täglichen Leben in Richtung der Ballungsräume. Das klassiche Problem der Suburbanisiserung: gearbeitet wird in der nächsten Großstadt und geschlafen auf dem Land. Hinzukommt dann auch noch, dass ein Gutteil der Freizeitaktivitäten und der Einkäufe in der Stadt erledigt werden, weil es auf dem Land einfach nicht alles das gibt was man sich erwartet. Daraus ergibt sich mitunter auch ein Identifikationsproblem, in jedem Fall aber fehlt dann die Expertise um zu beurteilen zu können was sich am eigenen Wohnort so abspielt.
Die Frage, die sich nun natürlich stellt ist, wie Qype darauf reagieren soll. Ein Patentrezept habe ich nicht. Für Tourismusregionen ist sicher ein Weg mit PR die Betreiber von Geschäften anzugehen, dass diese wiederrum ihre Kunden dazu animieren Qype zu nutzen. Das stelle ich mir jetzt nicht so einfach machbar vor, da ich es in Bezug auf andere Bewertungsportale schon selbst erlebt habe wie wenig Anreiz erzeugt wird, wenn der Pensionsbesitzer das Konzept das dahintersteckt selbst nicht versteht. Was hilft ist wohl nur die Zeit. Die man muss man halt auch haben oder sich vom VC geben lassen. Überdenken sollte man bei Qype vielleicht das Konzept der Experten. Zum Qype-Experten, wird ernannt, wer eine gewisse Anzahl von Punkten erworben hat. Diese Punkte werden für Beiträge vergeben. Als Qype-Experte hat man eine höhere Reputation innerhalb der Community und bekommt mehr Funktionen zur Verfügung gestellt. Im Moment sind es 1000 Punkte die ein Qype-Experte braucht, grob vereinfacht entspricht das 100 Kommentaren bzw. Bewertungen. Das kann man in einer Großstadt durchaus schaffen, doch bereits in einer Kleinstadt wie Schwabmünchen wird das schon schwierig, in einem typischen Dorf mit zwei Gaststätten und einem Sportplatz schon unmöglich. Das System lässt sich natürlich auch überlisten. Stichwort "Ausrichtung auf Ballungszentren", es werden Bewertungen für Orte in der nächsten Großstadt abgegeben und so die notwendige Punktzahl erreicht. Die Expertise beweisst dann allerdings eher des Wissen um die Großstadt als das Dorf, in dem man tatsächlich lebt.
Mal sehen ob es für Schwabmünchen klappt, ich halte mich da ja jetzt schon für einen Experten, bei Qype muss ich das nur erst noch beweisen
Das Konzept finde ich jedenfalls auch für die Provinz gut und als wir seinerzeit hergezogen sind, hätte ich es gut gebrauchen können. Es dauert halt ein wenig länger bis die Durchdringung da ist, das ist bei uns auf dem Land aber ganz normal.
Ich persönlich würde diese vorgegeben Einträge ja weglassen, wozu gibt es denn crowdsourcing, kann aber verstehen, dass sie dazu genutzt werden um einen Anfang zu machen und das Portal mit Inhalt zu füllen. Doch zurück zum o.g. Artikel über die Einträge von Garmisch-Partenkirchen. Matias schlägt als Abhilfe vor, dass Qype mehr Communitymanagement betreiben sollte um hier zu mehr Einträgen zu motivieren. Ein Vorschlag den ich sofort unterschreibe, in der Konsequenz aber keine Lösung für den ländlichen Raum darstellt. Denn die Ursache liegt tiefer, wie sie auch Stephan Uhrenbacher, der Gründer von Qype, unumwunden in einem Kommentar zugibt. Das Portal selbst ist auf Großstädte fokusiert.
Wieviel Kalkül dahintersteckt sei mal dahingestellt, es ist wohl auch eine Situation, die einfach die Realität wiederspiegelt. In Großstädten ist schon rein rechnerisch die Dichte höher. Mehr Menschen, die mehr Plätze empfehlen können, dadurch ergibt sich schon rein statistisch mehr Inhalt.
In meinen Augen kommt noch ein zweites Phänomen hinzu. Viele Bewohner des flachen Landes orientieren sich in ihrem täglichen Leben in Richtung der Ballungsräume. Das klassiche Problem der Suburbanisiserung: gearbeitet wird in der nächsten Großstadt und geschlafen auf dem Land. Hinzukommt dann auch noch, dass ein Gutteil der Freizeitaktivitäten und der Einkäufe in der Stadt erledigt werden, weil es auf dem Land einfach nicht alles das gibt was man sich erwartet. Daraus ergibt sich mitunter auch ein Identifikationsproblem, in jedem Fall aber fehlt dann die Expertise um zu beurteilen zu können was sich am eigenen Wohnort so abspielt.
Die Frage, die sich nun natürlich stellt ist, wie Qype darauf reagieren soll. Ein Patentrezept habe ich nicht. Für Tourismusregionen ist sicher ein Weg mit PR die Betreiber von Geschäften anzugehen, dass diese wiederrum ihre Kunden dazu animieren Qype zu nutzen. Das stelle ich mir jetzt nicht so einfach machbar vor, da ich es in Bezug auf andere Bewertungsportale schon selbst erlebt habe wie wenig Anreiz erzeugt wird, wenn der Pensionsbesitzer das Konzept das dahintersteckt selbst nicht versteht. Was hilft ist wohl nur die Zeit. Die man muss man halt auch haben oder sich vom VC geben lassen. Überdenken sollte man bei Qype vielleicht das Konzept der Experten. Zum Qype-Experten, wird ernannt, wer eine gewisse Anzahl von Punkten erworben hat. Diese Punkte werden für Beiträge vergeben. Als Qype-Experte hat man eine höhere Reputation innerhalb der Community und bekommt mehr Funktionen zur Verfügung gestellt. Im Moment sind es 1000 Punkte die ein Qype-Experte braucht, grob vereinfacht entspricht das 100 Kommentaren bzw. Bewertungen. Das kann man in einer Großstadt durchaus schaffen, doch bereits in einer Kleinstadt wie Schwabmünchen wird das schon schwierig, in einem typischen Dorf mit zwei Gaststätten und einem Sportplatz schon unmöglich. Das System lässt sich natürlich auch überlisten. Stichwort "Ausrichtung auf Ballungszentren", es werden Bewertungen für Orte in der nächsten Großstadt abgegeben und so die notwendige Punktzahl erreicht. Die Expertise beweisst dann allerdings eher des Wissen um die Großstadt als das Dorf, in dem man tatsächlich lebt.
Mal sehen ob es für Schwabmünchen klappt, ich halte mich da ja jetzt schon für einen Experten, bei Qype muss ich das nur erst noch beweisen
(Seite 1 von 6, insgesamt 27 Einträge)
nächste Seite »






