Eigentlich ist es ja eine Binsenweisheit, dass die Verbraucher mit Werbung ein wenig an der Nase herumgeführt werden. Man kann vielleicht noch darüber diskutieren, ob sie das auch wollen, an der Tatsache selbst wird niemand ernsthaft rütteln. Besonders deutlich wird das beim Verpackungsdesign. Glaubt jemand ernsthaft, dass das Foto auf der Suppentüte etwas mit dem zu tun hat was man später selbst aus dem Pulver zusammenbraut? Wir haben uns daran gewöhnt, dass uns besonders bei Fertiggerichten eine Traumwelt vorgesetzt wird. Um ein wenig aus dem Traum herausgerissen zu werden, empfehle ich einen Blick auf das Kunstprojekt "
Werbung gegen Realität" zu werfen. Bei 100 Fertigprodukten wird das Verpackungsbild mit dem tatsächlichen Inhalt verglichen. Das sieht nicht immer appetitlich aus und zeigt warum die Arbeit der sog. Foodfotografen für den Verkaufserfolg entscheidend ist.
Von der Nahrungsmittelindustrie zu fordern, dass die Verpackungsbilder etwas mehr der Realität entsprechen sollten ist wahrscheinlich infam. Die Firmen würden in der Folge nichts mehr verkaufen und pleite gehen. Dass man aber durchaus auch mit der tatsächlichen Ware, vorausgesetzt sie ist von entsprechender Qualität, auf Käuferfang gehen kann, zeigt jeder Wochenmarkt. Selbst in industriellen Größenordnungen ist das möglich, man sehe sich nur einmal die Verpackung der "Gourmet Mahlzeiten" von Frosta an.